The Chronicle of the Hanseatic League (continued)

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1100

um 1120 Soester Stadtrecht | Aufzeichnung des Soester Stadtrechts
1130 Gildhall in London | das Privileg für die Kaufleute von Köln das das Recht des Aufenthalts in London garantiert, Kölner erwarben hier ein Haus an der Themse bei London, die sogennante Gildhall.
1138 Das ursprüngliche Lübeck wird zerstört und aufgegeben (zuvor wendische Siedlung nahe einer Ringburg aus dem 10.Jh.)
nach 1140 Ostsiedlung, deutsche Erfolge in Holstein infolge vieler Zuwanderer
   
1143-1159 Stadtgründung Lübecks | Stadtgründung der civitas Liubice oder der Stadt Lübeck durch Graf Adolf II. von Holstein
1156 Zerstörung der Handelsstadt Schleswig | Der Entstehung der Hanse und der Erbauung Lübecks ging in den Wintermonaten des Jahres 1156 die Zerstörung der Handelsstadt Schleswig vorweg, die im Ostseehandelsraum eine außergewöhnliche Stellung genoss und den dänischen Handelsplatz Gotland schwächte. Schleswig entwickelte sich aus der vormaligen Wikingerhandelsmetropole Haithabu, die bereits rege Handelsbeziehungen mit diversen ausländischen Städten unterhielt; hierzu gehörten unter anderem die noch junge Stadt Nowgorod, das für Wachs und Fellbalge bekannt war. Die Kriegskasse von Dänemarks König Svend Grathe war durch innerstaatliche Machtkämpfe so stark zusammengeschmolzen, dass das dänische Söldnerheer nicht bezahlt werden konnte und erste Unruhen drohten. Das von Dänemark verhasste Schleswig wurde 1156 unterstützt durch Söldnertruppen von Heinrich dem Löwen und dänischen Truppen geplündert.

1157

König Heinrich II. von England hatte den Kölnern Schatz und Schirm zugesichert und befahl seinen Untertanen die Männer von Köln zu behüten wie seine eigenen Freunde und alle ihre Habe
1157 Dänemark Waldemar I.; kann sich als Alleinherrrscher durchsetzen
1159 Das alte Lübeck war sprichwörtlich eine dahinkümmernde Stadt, die in ihrem Bestand zum Tode verurteilt war. Heinrich der Löwe hatte als Landesvater schon längere Zeit eine Neugründung der Stadt Lübeck an einer günstigeren Stelle geplant und beauftragte im Jahre 1159 führende Architekten mit der Neuanlegung ,,seiner Stadt“, die er sofort mit umfangreichen Privilegien und Vorrechten ausstattete – hierzu gehörten nicht nur die Stadtfreiheit, sondern auch das Recht auf die Erhebung eines Zolls und eine eigenständige Münzprägung. Die besonders vorteilhafte Lage an der Trave, bildete für eine aufstrebende Handelsmetropole das Tor zur Ostsee (lat. Mare Balticum) und hielt auch gleichzeitig eine hervorragende Verbindung in das Hinterland durch vorhandene Straßen bereit. Die Neugründung der Stadt Lübeck führte gleichzeitig zu einer technologischen Entwicklung der Seefahrt und dem hiermit verbundenen Bootsbau. Entgegen der üblichen Rolle von Schleswig, nur als ein Umschlagplatz von Waren fremder Kaufleute zu fungieren, entschlossen sich die Lübecker an fernen Absatzmärkten Handel zu treiben. Außergewöhnlich und auch zugleich bezeichnend für die hervortretende strategische Lage von Lübeck ist auch die Tatsache, dass die Stadt nicht direkt an der Ostsee liegt, sondern minimal in das Hinterland versetzt gebaut wurde (dieses sollte für die Hansestadt einen existenziellen Vorteil einbringen. Das seeseitig vorgelagerte Travemünde diente ursprünglich, mit einem großen Wehrturm, als Lübischer Puffer zur Ostsee.
1160 Privilegien und Rechtsfreiheit | Neben der 1160 gegründeten ,,Vereinigung der Kaufleute der Nordlandfahrer”, die auch als ,,Genossenschaft des Heiligen Römischen Reiches” bezeichnet wurde, spielte die Rechtsfreiheit der Bürger eine entscheidende Schlüsselrolle; besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Verleihung von Privilegien. Ein interessantes Beispiel bietet in diesem Zusammenhang Dortmund; den Bürgern Dortmunds (universitas Tremoniensium civium, bzw. universitas civium Tremoniensium) wurden Privilegien verliehen, die der Dortmunder Bürgerschaft erstmalig die Rechte einer rechtsfähigen Körperschaft zubilligte (vergleichbar mit einer Genossenschaft, die aus Genossen besteht mit gleichen Rechten und häufig identischen Interessen).
1160 Verlegung des Bistums Oldenburg (Holstein) nach Lübeck
1161 Enstehung der Genossenschaft der Vereinigten Gotlandfahrer des Römischen Reiches | Im Jahre 1161 schlossen sich gestützt durch das Altenburger Privileg Kaufherren aus Lübeck, Westfalen, Sachsen und dem Rheinland zu einer Schwurgemeinschaft zusammen, die als eine der bedeutendsten Vorläuferorganisationen der Hanse anzusehen ist, sie ging als ,,Universi mercatores Imperii Romani Gotlandiam frequentantes“ ,,Genossenschaft der Gotland besuchenden Kaufleute des römischen Reiches” in die Geschichtsschreibung ein.
1169 Dänemarks Expansion entlang der südlichen Ostseeküste, Eroberung Rügens

nach 1180
 

Petershof in Nowgoros | das älteste Auslandskontor der Hanse in Nowgorod (oder Naugarden, wie Deutschen sich den Namen zurechtgemacht) wird gegründet und Peterhof genannt, 1184 - Baubeginn der Petrikirche, die auch als Lagerraum diente; 1199 - das älteste uns überlieferte Privileg für deutsche Kaufleute

1184 Dänemarks Expansion entlang der südlichen Ostseeküste, Eroberung Pommerns
1188 Verleihung von Privilegen für Lübeck durch Friedrich Barbarossa; Soester Stadtrecht (hieraus entwickelt sich das lübische Recht), Münzrecht und Garantie seines Landgebiets
1190 Nowgorod | Vertrag zwischen Fürst Jaroslav von Nowgorod und Gotlandfahrerern sowie deutschen Kaufleuten - Privilegien
   

1200

um 1200 Nowgorod | Errichtung eines deutschen Hofes in Nowgorod, aus dem sich das Nowgoroder Kontor entwickelt - Petershof; zuvor Errichtung eigener Kirche (Peterskirche)
1201 Stadtgründung Rigas | Stadtgründung von Riga in Livland (heute Lettland)
1219 Dänemarks Expansion entlang der südlichen Ostseeküste, Eroberung Estlands
1220 1220Falsterbroprivileg | Privileg von 1220 ausgestellt von König Waldemar II. an die Stadt Lübeck mit der Ermächtigung auf der Halbinsel Falsterbo in Schonen ein hölzernes Seezeichen unterhalten zu dürfen und das für den Unterhalt benötigte Holz dort einzuschlagen. Das Original befindet sich im Archiv der Hansestadt Lübeck.

1226

Kaiserlische Reichsfreiheitsprivileg für Lübeck | Reichsfreiheitsprivileg für Lübeck - Reichsstadt; einer der Gründe für Lübecks führende Stellung, bleibt bis 1937 selbständig (außer 1811-13 unter frz. Herrschaft)

1227 Schlacht von Bornhöved | Sieg über Dänen | Die Dänen hatten die Vorherrschaft über Nordeuropa erlangt, Friedrich II. hatte Besitz jenseits der Elbe anerkannt, aber nur schwache Vormachtstellung, da sich nach Gefangennahme Waldemars alle unterworfenen gebiete erthoben.
1229 Handelsvertrag mit dem Fürsten von Smolensk | Die vielfältigen Handelsbeziehungen westfälischer Kaufleute gerade seit dem 13. Jahrhundert belegt ein im Jahr 1229 in Novgorod abgeschlossener Handelsvertrag deutscher Kaufleute aus Lübeck, Soest, Münster, Groningen, Dortmund, Bremen und Riga mit dem Fürsten von Smolensk. Neben den Kaufleuten aus Lübeck und Bremen vertreten je zwei Bürger die westfälischen Städte Münster, Dortmund und Soest.
1230 Abkommen zwischen Lübeck und Hamburg | Bündnis zwischen Hamburg und Lübeck von 1230, vertraglich festgelegt 1241.
1234 Erstes Gefecht zwischen Hanse und Dänemark | Das erste urkundlich erwähnte Seegefecht zwischen der Hansestadt Lübeck und dem Königreich Dänemark, sowie seinem Verbündeten Graf Adolf IV von Holstein wurde um 1234 vor Warnemünde erwähnt. Die Grafen von Holstein, sowie die Landesoberhäupter von Pommern, nahmen neben den Küstenstädten der Hanse eine Schlüsselposition in der Geschichte der Kriege ein. Dänische Truppen griffen wiederholt schleswiger Besitztümer der Grafen von Holstein an und brachten Schiffe der Hanse auf, auch politische Geiseln waren keine Seltenheit.
1237 London | Schutz und Abgabenfreiheit für die 'mercatoes de Guthlandia' (Gotlandfahrer)
1241 1241Abkommen zwischen Lübeck und Hamburg | Bündnis zwischen Hamburg und Lübeck von 1230, vertraglich festgelegt 1241.
1246

Ladbergener Bund | Ein Beispiel für ein frühes regionales Städtebündnis ist der Ladbergener Vertrag von 1246 zwischen Münster, Osnabrück, Minden, Herford und Coesfeld zum gemeinsamen Schutz wirtschaftlicher Interessen.
Die Absetzung Kaiser Friedrichs II. (reg. 1212/15-1250) durch Papst Innozenz IV. (reg. 1243-1254) auf dem Konzil von Lyon (1245), das Überhandnehmen des Fehdewesens sowie konkret ein Bündnis der Bischöfe von Münster und Osnabrück (1245) führen am 22.05.1246 zum Abschluss des Ladbergener Städtebunds, der ein Schutzbündnis der Städte Münster und Osnabrück gegen deren Stadtherren ist, dem aber auch die Münster und Osnabrück "zugewandten" Städte und Weichbilder wie Minden, Coesfeld und Herford angehören. In den Statuten des Bundes bilden die Regelungen über die Sicherheit der Bürger bei Handel, Verkehr und Markt einen Schwerpunkt. Bei Übergriffen des Adels sollen Sanktionen gegen die Täter verhängt werden, Konflikte zwischen den Bundesstädten regeln Schiedskommissionen.
Der Ladbergener Bund resultiert aus der gestiegenen Bedeutung der westfälischen Handelsstädte. Wenn auch über die Aktivitäten des Bundes nichts weiter bekannt ist, so steht er doch am Anfang einer Reihe von Zusammenschlüssen zwischen westfälischen Städten (1246-1338), von Landfriedensordnungen (1298-1392), denen Städte und Fürsten angehören, sowie von Städtebündnissen innerhalb der Hanse (14./15. Jahrhundert).

1247 Befreiung Knuts durch Lübeck |Der durch Streitigkeiten mit seinem königlichen Bruder Erich IV inhaftierte Knut, wurde 1247 durch eine Lübecker Streitmacht aus der Stegeburg auf der Insel Moen befreit, die als Vergeltungskriegszug die dänische Küste verwüstete.
1249 "Bruderkrieg" | Koalitionen und Bündnisse waren ein Grundfundament hansischer Macht und spiegeln sich im 1249 geführten Krieg wider. Herzog Abel verweigerte König Erich IV die Waffenkoalition gegen Holstein, woraufs sich 1249 ein ,,Bruderkrieg“ entwickelte. Herzog Abel und die jungen Grafen von Holstein, Johann und Gerhard, rüsteten ein alliiertes Heer, welches zu Land gegen Erich IV zog. Gleichzeitig stattete Lübeck ein Flottengeschwader aus, das zu See unter Alexander von Soltwedel gegen Kopenhagen gesandt wurde. Die Flotte plünderte und brandschatzte Kopenhagen und verheerte Lübecks Konkurrentin Stralsund auf dem Heimweg mit Feuer und Schwert.
1251 Stadtgründung Stockholms

1252/1253

Privilegien | Privilegien für die Genossenschaft der Vereinigten Gotlandfahrer des Römischen Reiches in Brügge und Damme (Grafschaft von Flandern)

1253-07-17 Werner Städtebund | Am 17.07.1253 schließen Gesandte der westfälischen Städte Münster, Dortmund, Soest und Lippstadt an der Lippebrücke bei Werne ein ewiges Bündnis ab. Der sog. Werner Städtebund regelt das Verhalten der Städte ("Rat und Hilfe") bei Übergriffen nicht nur von Adel und Territorialherren auf den Handel, er regelt die Gleichstellung der Bürger der Mitgliedsstädte und führt die Verpflichtungen der Mitglieder gegeneinander auf, zu denen auch die Bestrafung von Bürgern gehört, die gegen den Bundesvertrag verstoßen. Das Bündnis der Städte gilt als Reaktion auf die Fehden, die Westfalen immer wieder unsicher machen. Der Konflikt zwischen dem Grafen Engelbert I. von der Mark (reg. 1249-1277) und Dortmund (1250-1252) sowie die kölnisch-paderbornische Fehde (1247-1254/56) sind hier zu nennen.
1254 Friedensvertrag mit Fürst Jaromar II | Rügensche Kaperfahrer, die wiederholt Lübsche Schiffe peinigten, machten 1254 den Abschluß eines Friedensvertrages erforderlich. 200 Mark lübsche Pfennige besiegelten einen Friedensvertrag mit Fürst Jaromar II, der die alten Privilegien wieder in Kraft setzte.
1255 Rheinischer Bund | Die Zeit des beginnenden Interregnum (1245/56-1273) ist die Zeit des Rheinischen (Städte-)Bundes, in dem sich seit 1254 Städte, aber auch Territorialherren zusammenfinden, um zunächst ökonomische Zielsetzungen, dann eine Landfriedensordnung zu verwirklichen. Zu den Zielsetzungen gehören der Ausbau von Handel und Verkehr, die Beseitigung von Zollhindernissen, die Sicherheit der Straßen. Anfang 1255 wird die auch für den westfälischen Handel wichtige Stadt Köln Mitglied des Bundes.
Im Verlauf des Mai 1255 treten eine Reihe westfälischer Städte dem Rheinischen Bund bei: Münster, Dortmund, Borken, Warendorf, Herford, Beckum, Ahlen, Osnabrück, Lippstadt, Telgte, Vreden, Coesfeld, Soest, Attendorn, Minden, Paderborn. Hinzu kommt der Graf von Tecklenburg. Die Städte beteiligen sich regional und überregional am Rheinischen Bund.
1256-1264 Entstehung des Verbandes der wendischen Städte
1257-04-15 Rheinischer Bund | Die letzte bezeugte Regionaltagung des Rheinischen Städtebundes in Westfalen findet am 15.04.1257 statt. Noch im Jahr 1257 hört der Rheinische Bund faktisch auf zu bestehen.
1257 Handelsaktivitäten westfälischer Kaufleute belegt | Auch für die Folgezeit sind Handelsaktivitäten westfälischer Kaufleute belegt. Der Dortmunder Kaufmann Sudermann ist 1257 in Krakau zu finden, während Münsteraner Bürger mit Skandinavien Handel treiben. Wollhandel mit England ist für Kaufleute aus Münster, Soest und Dortmund bezeugt, die Soester betreiben sowohl Ostseehandel, u.a. nach Gotland, und verhandeln Waren nach Lothringen.
1259 Errichtung des Bündnis der wendischen Städte | Der Wendische Städtebund entstand 1259 zwischen Lübeck, Kiel, Wismar, Rostock und Stralsund. Er diente der Sicherung der Handelswege auf dem Land und zur See und gilt als Keimzelle sowohl des späteren wendischen Quartiers als auch der Deutschen Hanse insgesamt. Seine Wurzeln lagen im Bündnis zwischen Hamburg und Lübeck von 1230, vertraglich festgelegt 1241. Verstärkt wurde er durch das traditionell mit Hamburg verbündete Lüneburg sowie später durch die pommerschen Städte Greifswald, Stettin und Anklam. Zum Teil waren diese Städte auch im Wendischen Münzverein zusammen geschlossen.
1260 Haltern | Im Jahre 1260 gehörte Haltern zur Hansegrafschaft Borken, ein Lehen der Stadt Dortmund.
1263 Aufnahme Salzwedels | Salzwedeler Kaufleute, werden in Visby auf Gotland, in die Gilde der Gotlandfahrer aufgenommen und dadurch handelsberechtigt, was gleichzeitig der Hanse-Mitgliedschaft entspricht. Damit beginnt die bis zum Beginn des 16. Jh. währende bedeutendste Zeit der Doppelstadt Salzwedel.
1264 Werner Städtebund entwickelt sich | ein Mal durch den Beitritt Osnabrücks (1264/68), zum anderen durch den Ausbau der inneren Bundesstruktur (2. Bundesurkunde von 1268, Revisionen des Bundesvertrages 1284-1296, Soester Bundestag von 1296). 1270 wird der Stadt Attendorn die Aufnahme in den Bund verweigert.
1267 Erste Erwähnung der "Hanse" | Erste Erwähnung der "Hanse" in einer Urkunde des Königs von England | Einrichtung eigener Hansen für Lübeck und Hamburg, nachdem die Kölner Hanse (Kölner 'Gildehalle') keine Beteiligung an den ihnen gewehrten Rechten einräumen wollte
1274 Konflikt zwischen Münster und Osnabrück | 1274 kommt es zu einem Konflikt zwischen Münster und Osnabrück um den münsterischen Bürger Gerwinus Dives; der Konflikt endet noch im selben Jahr mit dem Schiedsspruch einer Bundeskommission, die aus Vertretern der Städte Dortmund, Soest und Lippstadt besteht und in Soest tagt.
1277-08-17 Vierstädtebund | Ein weiteres Wehrbündnis zwischen westfälischen Städten ist das Bündnis der Vierstädte Dortmund, Münster, Soest und Osnabrück vom 17.08.1277, abgeschlossen "zum gemeinsamen Nutzen" der Orte. Der Städtebund hat längere Zeit Bestand. Am 06.04.1312 wird das Bündnis in Münster erneuert und umgestaltet, am 04.05.1318 folgt eine weitere Verlängerung des Bundes um sechs Jahre, dasselbe geschieht 1324 und zuletzt am 10.11.1338. Bis 1344 dauert somit der Bündniszustand für die Vierstädte an.
1277/78 rheinisch-westfälischen Koalition gegen den Kölner Erzbischof | Die Jahre 1277/78 sind die Zeit einer großen rheinisch-westfälischen Koalition gegen den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg (reg. 1275-1297). Doch agiert der Kölner durchaus erfolgreich. Graf Engelbert I. von der Mark (reg. 1249-1277) wird durch den Edelherrn Hermann von Lon gefangen genommen und stirbt alsbald in der Haft auf der Burg Bredevoort. Der Graf Gottfried III. von Arnsberg (reg. 1235-1281) muss nach der Zerstörung Neheims Frieden schließen, Graf Eberhard II. von der Mark (reg. 1277-1308) kapituliert.
Zur Sühne des Überfalls auf den märkischen Grafen begibt sich Hermann von Lon auf eine Pilgerfahrt nach Livland.
1280 Danziger und Thorner Kaufleute in Brügge | das erste Mal Danziger und Thorner Kaufleute werden in Brügge genannt, während Elbinger, Kulmer und Königsberger in 1293
1280 Beginn der Bildung der Gesamthanse (Städtehanse) | Zusammenschluß der Lübecker, Hamburger und Kölner Hanse in London zur 'hansa Alemanie' | Vertrag Lübeck - Visby - Riga zum Schutz ihrer Händler: nicht mehr die Kaufleute versprechen sich gegenseitig Schutz, sondern die Städte
1280-1282 Verlegung des Hansekontors | Erste Verlegung des Hansekontors von Brügge nach Ardenburg als die Waffe in Kampf für die Hanseatiche Privilegien | wirtschaftliche Verluste für Brügge führen zur Erteilung neuer Privilegien an die Hanse (u.a. Erlaubnis für Handel von Ausländern untereinander)

1281

Errichtung des Hansekontors in London | Errichtung des Hansekontors in London auf Grund des kölnischen Kontors Gildhall in der Stadtmitte Londons - 1474 wird grosse Gebäudekomplex Stalhof genannt | nur noch eine Hanseniederlassung (Zusammenlegung der Konkurrenten Lübeck, Hamburg und Köln)

1282-09-16 Wegfall wesentlicher Handelsprivilegien | Die am 16. September 1282 durch König Erich Magnusson von Norwegen ratifizierte Verordnung beinhaltete den Wegfall wesentlicher Handelsprivilegien.
1283 Repressalien Norwegens gegen die Hanse | Norwegen versuchte durch Bündnisse mit der englischen Krone die eigene Postion weiter zu stabilisieren, was wiederum für den Stahlhof entsprechende Konsequenzen nach sich zog, welche die Hanse nicht akzeptieren konnte. 1283 wurde bereits das Rostocker Landfriedensbündnis der norddeutschen Fürsten, diverser Städte und von König Erich V. von Dänemark geschlossen, was gleichzeitig die Basis gegen Norwegens Politik bilden sollte und den Weg für weitere Massnahmen ebnete. Das in Wismar beschlossene Handelsverbot mit Norwegen läutete gleichzeitig umfangreiche Strafmassnahmen gegen Abtrünnige ein. Durch hansische Auslieger wurden wiederholt Ortschaften auf dem Festland verwüstet (Städte der Ost- und Westsee, ausgenommen Bremen lt. Detmar).
1283-03-13 Einlenkungsversuch von Erich von Norwegen | Vorgetäuschter Einlenkungsversuch von Erich von Norwegen, ohne allerdings die Verordnung vom 16.09. 1282 zurückzunehmen.
1284 Schiffskaperung | Kaperung von hansichen Unterhändlerschiffen im Frühjahr durch Norwegen.

1284-1285

 

Blockade von Norwegen durch Hanseaten | Auch Blockaden wurden von der Hanse nur im äussersten Notfall veranlasst. Die 1284 gegen Norwegen verhängte Blockade hatte eine lange, gegen die Hanse gerichtete, Vorgeschichte.

1285-05-10 Blockade von Norwegen durch Hanseaten - Bündnisangebot Norwegens an England | Erich Magnusson von Norwegen baute seinerseits, wie bereits erwähnt, seine Position weiter aus und drängte die Hanse somit zu einer endgültigen Lösung. Am 10.05. 1285 unterbreitete Erich von Norwegen, König Edward I. ein Bündnisangebot mit der gleichzeitigen Aufforderung, die Kaufleute des Stahlhofs festzusetzen. König Edward I. lehnte allerdings eine Festsetzung mit Repressalien ab.
1285-07-03 Blockade von Norwegen durch Hanseaten - Waffenstillstand | Die Blockade brachte bereits am 03.07. 1285 in Form eines Waffenstillstandsvertrages zwischen Erich und den Abgeordneten von Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald einen ersten Erfolg.
1285-10-31 Blockade von Norwegen durch Hanseaten - Kalmarer Vergleich | Ein endgültiger Befriedungsvertrag zwischen Erich Magnusson von Norwegen und der Hanse ging als der Kalmarer Vergleich vom 31.10. 1285 in die Geschichte ein und beinhaltete die Übergabe aller Gefangener und beschlagnahmter Güter. Zusätzlich wurden nicht nur alle Handelsprivilegien wiederhergestellt, sondern auch Reparationszahlungen von 6.000 Mark norwegischen Silbers als Vertragsbestandteile erstritten.

1293

Führung des Kontors in Nowgorod durch Lübeck | Lübeck - an die Stelle Wisbys (auf Gotland) - die Führung des Kontors in Nowgorod an sich gerissen

1293

Bündnisvertrag der Seestädte Greifswald, Rostock, Stralsund und Lübeck | Die durch Fernhandel wohlhabender gewordenen klassischen Hafenstädte Wismar, Rostock und Stralsund erwarben im laufe der Zeit durch die Zahlung stattlicher Summen Privilegien von ihren Feudalherren. Die politischen Verhältinisse, die ein erhebliches Gefahrenpotential für die Städte darstellten, führten 1293 zu einem Bündnisvertrag der Seestädte Greifswald, Rostock, Stralsund und Lübeck. Der Bündnisvertrag verpflichtete Lübeck zur Bereitstellung von 100 Waffenträgern, Rostock mit 70 Waffenträgern, Stralsund mit 50 und Greifswald sowie Wismar mit je 38 Waffenknechten. Interessant ist die Zusatzklausel, die eine ersatzweise Unterstützung durch Geldmittel anstatt bewaffneter Truppen vorsah.

1295 Kaufmannshanse entwickelt sich zur Städtehanse | Gegen Ende des 13. Jahrhunderts ist die Kaufmannshanse der frühen Hansezeit schon längst abgelöst durch die Strukturen der Städtehanse. So sind es auch westfälische Hansestädte die im Konflikt zwischen Lübeck und Visby betreffend den Rechtszug der Nowgoroder Handelsniederlassung (1293-1295) sich für Lübeck aussprechen und damit für die Führungsrolle dieser Stadt im russischen Hansehandel. Anfang Oktober 1295 fertigen Dortmund, Lippstadt, Paderborn, Lemgo, Herford, Minden und Höxter ihre Konsenserklärungen auf und senden diese nach Lübeck. Unklar, da nich belegt, ist die Rolle von Soest und Münster, während sich Osnabrück gegen Lübeck ausspricht.
   

1300

13./14. Jh. Hansische Niederlassungen | hansische Niederlassungen von Hamburg und den Ostseestädte in Ostengland gegründet: York, Ipswich, Hull, Norwich, Yarmouth, Bristol, Lynn und Boston. Boston unterhielt enge Beziehungen zu dem Kontor von Bergen, dem die Bostoner Niederlassung eine Zeitlang unterstellt war, während alle übrigen dem Londoner Kontor untergeordnet wurden.
1303 Carta mercatoria | König Eduard I. von England hatte eine Carta mercatoria erlassen, die allen Fremden grosse Freiheiten in ihren Geschäften gab, sie verhieß Rechtssicherheit und Schutz gegen Zollerhöhungen, versprach sicheres Geleit und Befreiung von Mauer-, Brücken- und Wegezöllen; unter dem Druck des englischen Bürgertums wurde die Carta mercatoria unter Eduard II. widerrufen
1306-1307 Anlehnung Lübecks an das Dänische Reich | Eine sich zuspitzende politische Lage führte 1306 zu einer stärkeren Anlehnung Lübecks an das Dänische Reich von König Erich Menved (Erick VI.)   Die Verpflichtung der lübschen Ratsherren, den Übergang aus dem römischen Reich in das dänische Königreich, war nur eine von vielen Verpflichtungen gegenüber der zehnjährigen Schutzherrschaft Dänemarks. Erick VI. wurde alls Schutzvogt auf zehn Jahre eingesetzt, was mit jährlichen Zahlungen von 750 Mark verbunden war.

1307-1309

Verlegung des Hansekontors | zweite Verlegung des Hansekontors von Brügge nach Ardenburg als die Waffe in Kampf für die Hanseatiche Privilegien

1308 Verteidigungsbündnis von  vier Seestädten | Damit waren alle wendischen Städte unter mittel- oder unmittelbarer Gewalt Dänemarks. Dem 1308 von Greifswald, Rostock, Stralsund und Wismar gegründeten Verteidigungsbündnis trat Lübeck zwei Jahre später daher nur unter dem Zusatz bei, dass dieser Pakt sich nicht gegen seinen Stadtherrn, den Dänenkönig, richte. Demzufolge kam die Stadt Lübeck ihren Verbündeten in deren Kämpfen gegen Fürstenkoalitionen, angeführt von Erik VI., ebenso wenig zu Hilfe wie diese ihr einige Jahre zuvor. Wismar und Rostock wurden 1311/1312 erobert, nur Stralsund hielt stand, unterstützt durch den Markgrafen von Brandenburg, der gegenüber Mecklenburg Lehnsansprüche auf Pommern geltend machen wollte.
1309 Hanse muß 1309 nach Brügge zurückkehren
1310-08-14 Erneuter Zusammenschluss von fünf Seestädten | Feudale Fürsten- und Herrscherhäuser nahmen gegen die hansischen Seestädte eine zusehends negative Stellung ein, so dass am 14. August 1310 ein erneuter Zusammenschluss von fünf Seestädten notwendig war. Lübeck bekräftigte allerdings in diesem Zusammenschluss seine Neutralität gegenüber Dänemark.
1311-09-15 Belagerung der Stadt Wismar | Knapp ein Jahr später zog König Erichs ,,Hauptmann des Landes Rostock”, Herzog Heinrich von Mecklenburg, mit einem 18 Banner zählenden Heer zur Belagerung vor die Tore der Stadt Wismar. Die seeseitige Blockade wurde mit einer Flotte dänischer Koggen realisiert, die das Ziel der Unterwerfung der wendischen Städte verfolgte. Ein Rostocker und Stralsunder Flottenverband durchbrach gestützt durch Lübecker Finanzmittel die Blockade vor der Stadt Wismar und zwang die dänischen Schiffe zum Rückzug. Am 15. September 1311 liess Herzog Heinrich Befestigungsanlagen in Warnemünde an beiden Seiten der Mündung der Warnow errichten, die ein Ein- und Auslaufen der Hanseschiffe unmöglich machen sollte. Rostocker Truppen zerstörten die Befestigungsanlagen und errichteten im Gegenzug einen Sicherungsturm an der Warnow aus Steinen der Warnemünder Kirche und der Rostocker Petrikirche.
1311-11-22 Belagerung der Stadt Wismar | Bereits am 22. November 1311 musste Wismar allerdings vor der Überlegenheit der feudalen Heere kapituliere.
1311-12-15 Belagerung der Stadt Wismar | Am 15. Dezember 1311 unterzeichnete Wismar einen Friedensvertrag mit Heinrich von Mecklenburg. Der Vertrag sah unter anderem vor, dass Wismar die Verbündeten von Herzog Heinrich sowohl mit einer Kogge, als auch mit einer Schnigge zu unterstützen hatte. Im Februar 1312 vereinigten sich die Heere von König Erich, Herzog Heinrich von Mecklenburg und der Markgrafen Waldemar und Johann von Brandenburg
1311 Carta mercatoria | Den Hanseaten wurden 1311 und 1317 die in der Carta mercatoria enthaltenen Rechte erneut zugesichert
1312-04-06 Vierstädtebund | Ein Wehrbündnis zwischen Dortmund, Münster, Soest und Osnabrück vom 17.08.1277. Am 06.04.1312 wird das Bündnis in Münster erneuert und umgestaltet, am 04.05.1318 folgt eine weitere Verlängerung des Bundes um sechs Jahre, dasselbe geschieht 1324 und zuletzt am 10.11.1338. Bis 1344 dauert somit der Bündniszustand für die Vierstädte an.
1312-05-09 Belagerung der Stadt Wismar | Am 9. Mai 1312 berieten in Stralsund in einem Kriegsrat die Städte Stralsund, Lübeck, Rostock, Wismar und Greifswald ihr weiteres Vorgehen. 
1312-12-07 Belagerung der Stadt Wismar | Nach dem Wismarer Friedensvertrag wurde am 7. Dezember 1312 der Friedensvertrag von Polchow zwischen Rostock, König Erich und den Markgrafen von Brandenburg gegen eine Zahlung von 14.000 Silbermark geschlossen.
1314/15 Hansestädte | Beitritt der beiden Städte Brandenburg zur Hanse
1316 Hansestädte | Mitgliedschaft Recklinghausens in der Hanse nachweisbar seit 1316.
1313 Allianz mit dem Markgrafen von Brandenburg | 1313 suchte die Stadt Stralsund in einer Allianz mit dem Markgrafen von Brandenburg sowie rügenschen Rittern, ihre Position zu stärken
1317 Friedensschluss mit Fürst Wizlaw III | Eine weitere Stärkung erfuhr Stralsund am 2. Juni 1317 mit dem Siegreichen Friedensschluss mit Fürst Wizlaw III., in dem Stralsund sämtliche Privilegien und alten Besitztümer zugesprochen wurden. Dieser Erfolg stellte den Wendepunkt für den Krieg dar.

1317

Carta mercatoria | den Hanseaten wurden nach 1311 auch 1317 die in der Carta mercatoria enthaltenen Rechte erneut zugesichert

1318-05-04 Vierstädtebund | Ein Wehrbündnis zwischen Dortmund, Münster, Soest und Osnabrück vom 17.08.1277. Am 04.05.1318 folgt eine weitere Verlängerung des Bundes um sechs Jahre, dasselbe geschieht 1324 und zuletzt am 10.11.1338. Bis 1344 dauert somit der Bündniszustand für die Vierstädte an.
1319 Ende der Dominierung durch Dänemark | 1319 endete diese Periode der Dominierung Norddeutschlands durch Dänemark mit dem Tode Eriks. Die Hanse erholte sich infolge dessen wirtschaftlich, ohne aber zu alter Solidarität untereinander zurückzufinden, vor allem Lübeck verlor durch den Konflikt an Bedeutung.
1321 Hansestädte | Beitritt Hamburgs zur Hanse
1324 Vierstädtebund | Ein Wehrbündnis zwischen Dortmund, Münster, Soest und Osnabrück vom 17.08.1277. 1324 folgt eine weitere Verlängerung des Bundes um sechs Jahre, dasselbe geschieht zuletzt am 10.11.1338. Bis 1344 dauert somit der Bündniszustand für die Vierstädte an.
1327 Hansestädte | Schon 1327 wird Borgentreich als Mitglied der Hanse genannt.

1334

Carta mercatoria | Unter Eduard III. der sich für Geldhilfe dankbar erwies, wurde die Carta mercatoria zu einem hanseatischen Sonderprivileg.

1338 Trotz Widerstands der einheimischen Kaufleute und einer wechselhaften Privilegienpolitik der Könige festigte sich die Position der Hanse in England, wo Dortmunder Kaufleute König Edward III. seit 1338 mehrfach Kredite gewährt hatten
1338-11-10 Vierstädtebund | Ein Wehrbündnis zwischen Dortmund, Münster, Soest und Osnabrück vom 17.08.1277. Eine weitere Verlängerung des Bundes um sechs Jahre.  Bis 1344 dauert somit der Bündniszustand für die Vierstädte an.

1343

Erwähnung der Hanse in Norwegen | die Erwähnung über hanseatischen Kaufleuten in der Urkunde des Königs von Norwegen: universis mercatoribus de hansa Theutonicorum oder alle Kaufleute der teutonische Hanse

1347

Hansekontor in Brügge | Statut für das Brügger Kontor (Dritteleinteilung (näheres), Wahl von 6 Älterleuten, Bußbestimmungen, u.a.)

1349

Erwähnung der Hansestädte | die erste Erwähnung über die Hansestädte: die Stede van der dudischen Hense

1356 Hansequartiere | Unter der Leitung Lübecks formierte sich ein (erst seit 1356 förmliches) Bündnis der westfälichen, sächsischen, wendischen, pommerschen und preußischen Städte (Hansequartiere). In der Folgezeit wurde die Hanse immer wieder in Kämpfe mit den skandinavischen Herrschern verwickelt.

1356

1. Hansetag | Lübeck |  Hansetag wird leitendes Organ der Gemeinschaft | Anfang der Hanse der Städte | Die wichtigen Fernhandelsstädte in Norddeutschland. Wohl der erste allgemeine Hansetag im Lübecker Rathaus.

1356 Deutsche Hanse Gründung und Tätigkeit von Städtebünden wird in der Goldenen Bulle Karls IV. verboten

1358

Hansetag | Rostock  | Städte Lübeck, Hamburg, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Lüneburg; Dortmund, Soest, Münster, Osnabrück, Minden, Bremen, Braunschweig, Goslar, Hildesheim, Göttingen, Magedburg, Hannover; Köln, Harderwijk, Groningen; Stendal, Salzwedel, Werben, Seehausen, Gardelegen, Perleberg, Havelberg, Kyritz, Pritzwalk, Berlin-Kölln; Kulm/Chełmno/, Thorn/Toruń/, Elbing/Elbląg/, Danzig/Gdańsk/, Königsberg/Królewiec/Kaliningrad, Braunsberg/Braniewo; Riga, Reval/Tallinn, Dorpat/Tartu und Wisby/Visby als Hansestädte genannt

1358-1360

Verlegung des Hansekontors | dritte Verlegung des Hansekontors von Brügge - nach Dordrecht - in der Kampf für die Hanseatiche Privilegien in Flandern | Handelssperre gegen ganz Flandern (vom holländ. Dordrecht aus)

1360 Bestätigung der Privilegien in Brügge
1360 Expansionspolitik Waldemars IV. | Nachdem Waldemar IV. 1360 Schonen besetzt hatte und den Hansesstädten erst nach langen Verhandlungen ihre Privilegien, allerdings nur gegen hohe Zahlungen, bestätigte, überfiel er anschließend im Jahre 1361 auch noch Gotland. Dort vernichtete er das Bauernheer und besetzte bzw. plünderte Visby. Für fast drei Jahrhunderte sollte die Insel von nun an dänisch bleiben. Die Reaktion der Hanse ist nicht einhellig, da die wendischen Städte mehr an den Schonischen Märkten, die preußischen mehr an der freien Sunddurchfahrt interessiert waren und die westfälischen sich nur indirekt betroffen fühlten
1361 Hansetag | Greifswald | Kriegserklärung an Dänemark
1361

Krieg gegen Dänemark | Die kriegerische Auseinandersetzungen der Hansen mit König Waldemar IV. Atterdag (1340 – 1375) resultierten aus vergangenen Annektierungen einzelner Krongüter durch Schweden und einiger Feudalherren vor der Amtszeit Waldemar IV. Die Hansen hatten in den besetzten Gebieten speziell auf Schonen, viele vorteilhafte Privilegien erlangt, die durch die neue dänische Herrschaft infragegestellt wurden. Gestützt wurde die dänische Haltung, durch das sich entwickelnde dänische Bürgertum. Im Gegenzug empörten die Methoden der dänischen Krone zur Durchsetzung der dänischen Interessen die Hansen um so mehr und führten 1361 zum offenen Krieg. 1361 besetzt König Waldemars Heer nach der Zerschlagung der Bauer- und Bürgerwehr Gotland. Visby wurde entgegen alter Verträge durch Raub und Brandschatzung heimgesucht. Der lübsche Bürgermeister Johann Wittenborg fällte in Greifwald mit dem Abbruch des Handelsverkehrs mit Dänemark und der Erhebung eines Pfundzolls zur Kriegsfinanzierung die ersten entscheidenden Anfänge für Kriegsvorbereitungen gegen Dänemark. Ein weiterer wichtiger Schritt der Hansen war das Schmiedeten einer Allianz mit Norwegens König Haakon VI. ( 1355 – 1380 ), Magnus II. von Schleswig, den Grafen von Holstein und dem Hochmeister des Deutschen Ordens. Die Verträge versprachen dem Truppenkontingent der Hanse am 8. September 1361 eine Bereitstellung eines norwegisch- / schwedischen Streitmacht von 2000 Mann und diverser Schiffe, die Realität sah allerdings völlig anders aus. Am 9. September 1361 sollte ein hansisches Kontingent von 27 Koggen, 25 Schniggen und Schuten, 2740 Mann, 3 Werken ( Speer- und Bolzenschleudern ) sowie 5 Bliden ( grosse Steinschleudern ) in See stechen. Etwaige Kriegsbeute wurde im Voraus vertraglich verteilt. Der 11. November 1361 war als Kriegsbeginn festgesetzt worden.

1362 Hansetag | Rostock | Nur Bürger von Hansestädten können in den Genuss der Privilegien des gemeinen Kaufmannes kommen.
  Krieg gegen Dänemark | Bedingt durch Aufstände in den verbündeten Ländern Norwegen und Schweden wurde der Kriegsbeginn auf den 27. März 1362 verschoben.
  KoggeKrieg gegen Dänemark | Ende April 1362 brachen 2740 Mann an Bord von 27 Koggen und 25 Schniggen und Schuten von Libben ( zwischen Rügen und Hiddensee ) unter dem Kommando des Lübecker Bürgermeisters Johann Wittenborg zum Treffpunkt mit den norwegisch- / schwedischen Verbündeten auf, die nicht erschienen. Die hansische Invasionsflotte steuerte Kopenhagen an und plünderte Stadt und Schloß. Die Turmglocken wurden als Beutegut nach Lübeck transportiert und öffentlich zur Schau gestellt. König Waldemars Sohn Herzog Christoph wurde im Zuge der Eroberung Kopenhagens durch ein Steingeschoß tödlich verwundet. Nach der erfolgreichen Einnahme und Plünderung Kopenhagens nahm die Flotte wieder Kurs auf Helsingborg und belagerte die Festung 12 Wochen lang ohne Erfolg und ohne die versprochene Unterstützung der nordischen Bündnispartner. Die Fehleinschätzung des Lübecker Bürgermeisters und Kommandanten Johann Wittenborg führte zu einer fast vollständigen Vernichtung der hansischen Flotte und Erbeutung von 12 Koggen und der Gefangennahme vieler Bürger und Soldaten ( 40 Kieler, 125 Rostocker mit mehren Ratsherren, bis zu 3 Kapitäne und 54 Landsknechte bildeten ein vortreffliches Faustpfand für Lösegeldforderungen ).
1363 Krieg gegen Dänemark | 1363 erfolgte als Konsequenz auf das Unvermögen des Oberbefehlshabers die Hinrichtung Johann Wittenborgs in Lübeck.
  Hansetag | Stralsund

 

Hansestädte | Aufnahme der Stadt Buxtehude in den Hanse-Bund, wo sie auf einer Rangstufe mit Kiel und Uelzen steht. | Stadt Zutphen in Hanse

  Hansetag | Wismar
  Hansetag | Lübeck
1364 Hansestädte | Beitritt Warburgs zur Hanse.
  Hansetag | Lübeck
1365 Hansetag | Lübeck

1366

Hansestädte | Stockholm als Hansestädte genannt

1366 Hansetag | Lübeck | Der preußische Hochmeister Winrich von Knipode machte vor dem Rat der Kaufleute den Vorschlag eines gemeinsamen Kriegszuges zur endgültigen Befreiung des Sunds und der Wiedererlangung der alten Rechte und Privilegien.
1367 Nowgorod | Festsetzung deutscher Kaufleute

1367-11-09

Hansetag | Köln | Preußische und Livländische Städte, Wendische Städte, niederrheinsche und holländische Städte. Nicht jedoch Bremen und Hamburg sowie die Hansestädte im Binnenland, Kölner Konföderation mit Verlängerungen bis 1385

1367-11-09 Konföderation von Köln gegen Königreich von Dänemark | Beschluss der Konföderation | Am 19. November 1367 wurde im Kölner Rathaussaal ein Kriegsbündnis der Städte gegen Waldemar IV. Atterdag und dem mit ihm verbundenen norwegischen König geschlossen. Das als “Konföderation” bezeichnete Bündnis sollte nicht nur während des Krieges, sondern auch nach Friedensschließung noch mindestens drei Jahre bestehen bleiben. Sowohl der genaue Ablauf des Feldzuges als auch die Finanzierung wurden diesmal exakt festgelegt; man hatte aus alten Fehlern gelernt. Auch die Tatsache, dass ein Friedensschluss nur nach Übereinkommen aller an der Konföderation beteiligten Parteien möglich sein würde, wurde von allen Seiten akzeptiert und im Vertrag festgehalten. Auf diese Weise wollte man der zwangsläufigen Auflösung des Bundes im Falle einer “teilweisen” Friedensschließung durch Parteien, welche ihre möglichen Ziele im Laufe des Krieges schon erreicht haben könnten, entgehen. Zur Finanzierung des Krieges einigte man sich auf die Erhebung eines Pfundgeldes, einer Art Steuer auf jedes Schiff und jede Ware, welche einen Hansehafen anliefen oder verließen. Ebenfalls festgelegt wurden die einzelnen Kriegskontingente der verschiedenen Gruppen und die Auslaufabfolge für die Flotten wurde so abgestimmt, dass ein gemeinsames Treffen aller im Sund möglich sein würde.

1367-1385

Konföderation von Köln gegen Königreich von Dänemark | Der Hansetag in Köln beschloss am 19. November 1367 die Kölner Konföderation als Bündnis im Krieg gegen Dänemark (und Norwegen). Es waren auch drei nichthansische Städtegruppen Mitglied der Confederatio: niederländische Städte, Holland (Amsterdam) und Seeland (Priel). Der Verbund wurde für die Dauer des Krieges plus zusätzliche drei Jahre geschlossen und wurde nach dem Frieden von Stralsund bis 1385 stetig verlängert. Beschlossen wurde u. a. die Einführung eines „Pfundzolls“ (Gewichtsabgabe) für Ein- und Ausfuhr von Waren und eine Vereinbarung über die Anzahl der aufzustellenden Kriegsschiffe.

1367–1370

Krieg gegen Dänemark | Feindselige Verhaltensweisen trieb eine neuerliche Allianz zusammen, die in ihrer Schlagkraft für die dänische Krone eine ernste Gefahr darstellte und für eine Umverteilung der Macht zu See und Land führte. Zu den wendischen Bündnispartnern stießen neben dem Hochmeister des Deutschen Ordens nicht nur preußische und Zuiderseeische Städte, sondern auch die 1367 beim Kölner Hansetag einberufenen Holländischen und Seeländischen Städte. Der Kölner Hansetag von 1367 ging als ,,Kölner Konföderation“ in die Geschichte ein.

1368 Hansetag | Lübeck

1368-02-05

Krieg gegen Dänemark | Kriegsauftakt | Der 05.02. 1368 war der offizielle Auftagt der Kriegserklärung gegen König Waldemar durch die Übergabe einer Kriegserklärung an Gesandte des Dänenkönig in Lübeck.

1368-02-20

Kriegsbündnis wendischer Städte mit Schweden | Ein weiterer Beweis für die Geschicklichkeit hansischer Diplomatie war das am 20.02. 1368 geschlossene Kriegsbündnis wendischer Städte mit einer feudalen Koalition des schwedischen Königs Albrecht von Mecklenburg, norddeutscher Fürsten und dänischen Adligen.

1368-04-02 Krieg gegen Dänemark | Im April 1368 stach die hansische Kriegsarmada schließlich in See. 21 Koggen, 22 Schniggen und Schuten, 3 Werke, 10 Bliden und 1980 Mann standen am 2. April 1368 als Nordseegeschwader bereit und sammelten sich in Höhe des Marstrand. Massive Angriffe gegen die Südküste Norwegens mit Brandschatzung und Plünderungen veranlassten den norwegischen König zum Friedensschluss mit der Hanse.
1368-05-02 Krieg gegen Dänemark | Am 02.05. 1368 wurde Kopenhagen zerstört und der Hafen durch versenkte Schiffe gesperrt.
1368-06-16 Krieg gegen Dänemark | Zeitgleich wurde Schonen durch eine Koalition von schwedischen und "städtischen” Truppen zurückerobert. Die südlichen Teile Dänemarks wurden vom norddeutschen Adel über den Landweg eingenommen. Besonderes Interesse galt den sogenannten Sundschlössern, den strategisch wichtigen Festungen von Hälsingborg, Malmö, Skanör und Falsterbo. Ein am 16.06. 1368 eroberte Schloß wurde zum Hauptquartier der hansischen Streitkräfte umfunktioniert.
1368-07 Krieg gegen Dänemark | Die Eroberung von Helsingör und die hansische Hoheit zu Wasser in der Sundpassage führten zu einer weiteren Schwächung Dänemarks. Bis Ende Juli 1368 wurden die Städte Malmö, Falsterbo, Skanöör, Trelleborg, Lund, Ystad und Simrishamn sowohl durch Land- als auch durch Seestreitkräfte erobert. Durch Holsteiner und Mecklenburger Bündnispartner erfolgte die Besetzung der strategischen Inseln Moen, Falster und Langeland. Ebenfalls Holsteiner und Mecklenburger Hansen überrannten Dänische Truppen auf Seeland.
1368

Krieg gegen Dänemark | Die Tatenlosigkeit der Dänen veranlasste die Hansen auf dem Hansetag im Oktober 1368 eine Blockadeaufrechterhaltung im Sund und die Errichtung fester Winterquartiere für die Truppen, sowie die Fortsetzung des Pfundzoll bis Ostern 1370.

1369 Hansetag | Lübeck
1369-09-08 Krieg gegen Dänemark | Die Belagerung Helsingborgs durch starke hansische Kräfte unter dem Befehl des Lübecker Bürgermeisters Bruno Warendorp und die anschließenden Angriffsvorbereitungen im Frühjahr 1369 führten erst am 08.09. 1369 zur endgültigen Übergabe des Schlosses.
1369-11 Krieg gegen Dänemark | Der Krieg endet im November 1369 mit einer deutlichen Niederlage Dänemarks.

1370-05-01

Frieden von Stralsund | Beginn der Verhandlungen | Der Fall Helsingborgs führte 1370 schließlich zum bekannten Stralsunder Friedensvertrag, der sich in zähen Verhandlungen vom 01.05. 1370 bis 24.05. 1370 letztendlich durch die Ratssendeboten von 23 Hansestädten und des dänischen Reichsrates ( unter Federführung des Reichshauptmann Henning von Putbus, Erzbischof von Lund und Bischöfe Odense sowie Poeskilde).

1370-05-24

Friede von Stralsund | Vertragsabschluss | Der Konföderation gelang der Sieg über den Dänenkönig: Am 24. Mai 1370 wurde der Friede von Stralsund geschlossen, der die Handelsprivilegien der Hanse bestätigte und ihr zudem für 15 Jahre die Kontrolle und 2/3 der Einnahmen aus den vier dänischen Sundschlössern, Skanör, Falsterbo, Helsingborg und Malmö zusprach. Das Gewinnen dieser Kraftprobe war ein triumphaler Erfolg der Hanse.

1370 Hansetag | Lübeck | Friede von Stralsund
1374 Hansestädte | Braunschweigs Ausschließung von Hanse - auf kurze Zeit
1375 Entwicklung der Hansestädte | Die Zeit nach dem 2. großen Krieg war die Hanse auf der einen Seite von einer baulichen Entwicklung der Hansestädte geprägt, die sich auch auf kleinere Kommunen ausdehnte, die dem Städtebund angehörten, oder anderweitig verflochten waren.
1375 Aufkeimende Piraterie in Nord- und Ostsee | Der Tod König Waldemars IV. im Jahre 1375 führte zu Machtkämpfen zwischen dänischen – norwegischen Verbündeten und einer mecklenburgischen – schwedischen Koalition. Destabilisierte Verhältnisse begünstigten eine aufkeimende Piraterie in Nord- und Ostsee.
 

Valdemar IV of Denmark (Valdemar Atterdag) shown on 14th century fresco in Næstved's Saint Peter's Church (Sankt Peders Kirke). The fresco was created shortly after the king's death, and rediscovered in the late 19th century. The three lions in the king's coat of arms are 19th century reconstructions based on a preserved seal used by king Valdemar.

1375 Hansetag | Lübeck
1376 Hansetag | Stralsund |  Einführung des Pfundzolles zur Finanzierung des Kampfes gegen die Vitalienbrüder.
1376-05-03 Olaf  zum König gekrönt | Olaf wurde am 3. Mai 1376 gegen den Willen der Mecklenburger und Kaiser Karls IV. zum König gekröntDie Hanse, der nach den Friedensverhandlungen ein Mitspracherecht bei der Besetzung des dänischen Throns zugesprochen worden war, nahm die Entscheidung mit Wohlwollen auf und bestätigte ihn im Amt.
1377 Hansetag | Lübeck
1379 Hansetag | Lübeck
1379 Hansestädte | Rügenwalde/Darłowo/ aufgenommen in Hanse
1379-02-18 Tod Albrechts II | Nachdem Albrecht II. am 18. Februar 1379 verstarb, schloss sein Sohn Albrecht III., König von Schweden, im August des Jahres einen Friedensvertrag mit Dänemark, da auch sein Bruder Heinrich III. als neuer Herzog von Mecklenburg Waffenstillstandsverhandlungen mit Dänemark begonnen hatte und so ein Kampf gegen die Dänen wenig aussichtsreich erschien. Albrecht IV., Heinrichs Sohn, verzichtete auf Anraten seines Vaters zudem auf die dänische Krone.
1380 Hansetag | Lübeck
1380—1392 Bernd von Haltern | Als landtagsfähige Stadt des Fürstbistums Münster war Haltern und damit seine Bürgerschaft berechtigt, hansische Privilegien zu nutzen. Dadurch taucht hier und da der Namen Haltern aus dem Dunkel der Geschichte auf: Da stieg ein Bernd von Haltern in Reval zum Mitglied des Rates auf, den er von 1380—1392 angehörte. Vermutlich war diese Person identisch mit einem Bernhard von Haltern, der 1378 in einem Revaler Zollbuch genannt wurde.

nach 1380
 

Lübeck "Haupt" der Hanse | eine Suplik addresierte nach Papst Urban VI. spricht von Lübeck, das Haupt und die Hauptstadt der 77 Großstädte, seit langer Zeit vereinigten in einem Bund oder Konföderation Hanse genannt

1382 Hansetag | Lübeck
1382 Hansestädte | Stolp/Słupsk/ aufgenommen in Hanse
1384 Hansetag | Lübeck
1385-05-11 Queen Margaret I of Denmark (1353 – 28. oktober 1412)Kampf gegen die Seeräuber | Auch Margarete unterstützte die Hanse nun aktiv im Kampf gegen die Seeräuber, denn sie musste sich eine möglichst günstige Position für die Verhandlungen hinsichtlich der vier Sundschlösser verschaffen, deren Rückgabe in dänische Hand nach den Vereinbarungen des Stralsunder Friedens in eben jenem Jahr zu leisten war. Die Übergabe gelang: Die Zurücknahme der Schlösser wurde am 11. Mai 1385 beurkundet, und sie bestätigt im Gegenzug die Handelsprivilegien der Hanse in Dänemark:
 
„Vortmer tho wat tiden se des van uns begerende sin, dat wy en vornyen de confirmacien, de wy en gegeven hebben up ere privilegien und vriheit in unsem ryke tho Denemarken, der vorniginge schulle wy en nicht wegeren. Ok schal desse bref nicht hinderlik wesen al eren anderen breven eder vriheiden, de se edder erer jenich hebben van uns und unseren vorolderen in dem rike tho Denemarken, men der schulle se bruken und de schullen by erer vullen macht bliven.
1387 Hansetag | Lübeck

1387

Hansestädte | Städte Deventer und Elburg gerechnete zur Hanse

1388 Hansetag | Lübeck | Handelssperren in England, Flandern und Russland beeinträchtigen den Handel über drei der Kontore der Hanse.

1388

Hansische Embargo des Handels mit Flandern, England und Nowgorod | Das Jahr 1388 war schließlich durch eine Unterbrechung des Fernhandels mit England, Nowgorod und Flandern gezeichnet, die ihre Ursachen in einer teilweisen Ablehnung hansischer Privilegien hatte.

1388-1392

Verlegung des Hansekontors | vierte Verlegung des Hansekontors von Brügge - nach Dordrecht | erneute Handelssperre gegen Flandern (bis 1392), allerdings mit weniger Beteiligung

1389 Hansetag | Lübeck
1390 Hansetag | Lübeck
1390-1401 Krieg gegen die Vitalienbrüder | Vermutlich organisierten sich die Kaperfahrer der Nord- und Ostsee ab 1390 in einer Art Bruderschaft; anders ist das plötzliche Aufkommen der Bezeichnung fratres Vitalienses, Vitalienbrüder, ab eben jenem Jahre nicht zu erklären. Gründungen von Bruderschaften steigen ab dem Ende des 14. Jahrhunderts rapide an
1391 Hansetag | Hamburg
1391 Öffnung der Häfen Mecklenburgs | Die Mecklenburger versprachen deshalb 1391, um die Versorgung des eingeschlossenen Stockholms sicherzustellen und außerdem noch den dänischen Handel zu schädigen, all denjenigen, die auf ihre eigene Gefahr ausfahren wollen, das Reich zu Dänemark zu schädigen”, ihre Häfen zu öffnen.
1392 Krieg gegen die Vitalienbrüder | Dennoch entwickelt sich die Bruderschaft der Vitalienbrüdern schnell; im Jahre 1392 schätzten die Generalprokuratoren des Deutschen Ordens die Gesamtzahl der Vitalienbrüder auf rund 1.500. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht, zur Zeit der Herrschaft über Gotland, kann die Größe der Bruderschaft auf circa 2.000 Mann geschätzt werden.

1392

Friede mit Nowgorod | Niebur-Frieden mit Nowgorod

1392 Bestätigung der Privilegien in Brügge (fast 200 Jahre Bestand)
1393-1395 Handel in der Ostsee kommt fast zum Erliegen
1395 Vorfriede zwischen Mecklenburg (Zus.arbeit mit Vitalienbr.) und Dänemark zieht Aufspaltung der V. nach sich
1395 Krieg gegen die Vitalienbrüder | Friede von Skanör | 1395 kam es zum Frieden von Skanör zwischen der Hanse, Dänemark und Mecklenburg. Danach mussten die Vitalienbrüder die Ostsee räumen. Stockholm wurde zunächst an sieben Hansestädte zur Verwaltung übergeben und ging nach drei Jahren in den Besitz Magaretas über.
1397 Union der drei skandinavischen Königreiche | Mit Triumph verkündete Magareta 1397 die Union der drei skandinavischen Königreiche. Dieser Friedensschluss nahm dem Kaperkrieg jede Berechtigung, so dass die adeligen Hauptleute sich zum großen Teil zurückzogen. Doch viele der Freibeuter wollten ihr einträgliches Gewerbe nicht aufgeben und erklärten somit kurzerhand die ganze Welt zu ihrem Feind (“Gottes Freund – Aller Welt Feind”). Diese Gruppe von Freibeutern hatte großen Zulauf und setzte sich vor allem aus entlassenen Seeleuten, also den ehemaligen Vitalienbrüdern zusammen. Die Seeräuberei grassierte somit mit der Insel Gotland als neuer Basis weiter.
1398 Einnahme Gotlands durch Dt. Orden

 

 

1400

1400 Krieg gegen die Vitalienbrüder | Als der Hochmeister des Deutschen Ordens Konrad von Jungingen sich entschloss mit der Hanse zusammenzuarbeiten, konnte Visby eingenommen werden, nur wenige Freibeuter konnten entkommen und fanden vorübergehend Unterschlupf auf Rügen. Doch in der Nähe Strahlsunds war es ihnen zu gefährlich und so verlegten sie ihre Beutezüge in die Nordsee, genauer ins Gebiet der Elb-, Wesermündung, wo sie auf Helgoland Kontakt zu anderen Freibeutergruppen fanden. Im Jahre 1400 war die Ostsee durch die Jagd der lübischen und preußischen Flotten fast gänzlich von Seeräubern befreit.
1400  Hansetag | Lübeck
1401 Hansetag | Kalmar
1401 Hinrichtung der Vitalienbrüder | Hinrichtung der Vitalienbrüder auf dem Grasbook in Hamburg (1401), Hamburger Staatsarchiv
1402 Hansetag | Lübeck
1402 Hansestädte | Stadt Nijmegen zur Hanse gerechnet
1402 Hansetag | Kalmar
1402 Deutscher Orden | Erwerbung der Neumark
1403 Hansetag | Lübeck
1403 Hansetag | Kalmar
1404 Hansetag | Lübeck
1405 Hansetag | Lübeck

1405

Hansestädte | Stadt Koesfeld und die livländische Städte: Pernau/Parnu/, Wenden/Cesis/, Felin/Viljandi/, Kokenhusen/Koknese/ und Lemsal zur Hanse gerechnete

1407 Hansetag | Lübeck

1407

Hansestädte | Städte Zwolle, Wesel, Duisburg und Emmerich (?) als Hansestädte genannt

1408–1416 Entkräftung der Städtebundhanse | Verfassungskriese | Mehrere Aufstände und die gewaltsame Auflösung einiger Städterate in den Jahren 1408 – 1416 unter Federführung der Zünfte bewirkten eine vorübergehende Entkräftung der Städtebundhanse. Die ,,Durchsetzungssucht“ einiger Städte von ihren Sonderinteressen kristallisierte zusätzliche neue Formen besonderer Hansen, wie z. B. der Bodenseehanse und einer Rheinischen Hanse unter Federführung von Köln. Danzig, Riga und Reval solidarisierten sich als ,,Dreigestirn“ mit einer intensiven Ausrichtung nach Russland und England.
1410 Hansetag | Lübeck

1410

Reichsacht über Lübeck - die führende Rolle Lübecks wird angezweifelt

1410-07-15 Deutscher Orden | Schlacht bei Tannenberg
1411 Hansetag | Lübeck
1411 Hansetag | Wismar
1412 Hansetag | Lüneburg

1412

Hansestädte | Stadt Buxtehude als Hansegenossin gerechnet

1416 Hansetag | Lübeck | 'Alter Rat' wieder eingesetzt

1416

Hansestädte | Städte Treptow/Trzebiatów/ und Wollin/Wolin/ in Pommern als Hansestädte gerechnete

1417 Hansetag | Lübeck
1417 Hansetag | Rostock

1417

Hansestädte | Konstanz hat die Mitgliedschaft beantragt, obwohl es abgewiesen worden war

1418

Lübeck "Haupt der Hanse" |  32 Städte erschienen | Lübeck ist und mit ihm die wendischen Städte gewissermaßen mit der permanenten Geschäftsführung beauftragt

1418 Hansische Statuten (Sicherung der städtischen Verfassungen, Regelung der Handels- und Bündnisverhältnisse)
1418 Hansestädte | Stadt Stavoren zur Hanse gerechnet

1419

Hansestädte | Stade aus Hanse ausgeschieden

1419-1441

See- und Kaperkrieg mit König Johann II. Kastilien | Neben dem etablierten Handel in der Ostsee forcierte die Hanse ihre Handelsbeziehungen im französischen Küstengebiet und dehnte den Handel von bekannten französischen Städten wie La Rochelle auf südlichere Handelsmetropolen aus. Ende des 14. Jahrhunderts ließen sich in Lissabon erste Hansekaufleute nieder, die mit ihren Handelsschiffen bereits vor 1419 Häfen in Laredo, Vivero, Berméo und Asturien anliefen. König Johann II. von Kastilien sah in der neuen Konkurrenz seiner Kaufleute eine ernsthafte Gefahr einer sich aufbauenden Monopolstellung fremder Kaufleute, wie es im Nord- und Ostseeraum vielfach seit längerer Zeit der Fall war. 1419 ließ König Johann II. von Kastilien vor La Rochelle die aus deutschen und flämischen Schiffen bestehende Baiensalzflotte angreifen, die Ladung von 40 gekaperten Schiffen wurde nach kurzer Zeit auf dem Markt angeboten. Johann der II. von Kastilien gab später als Begründung der kriegerischen Handlung an, dass die Hanse die Blockade der alliierten spanisch-französischen Flotte durchbrochen hätte und in Honfleur isolierten Engländern gerettet hätten. Das portugiesische Setubal war im 15. Jahrhundert bekannt für eine hervorragende Salzqualität, was ein verstärkteres Auftreten hansischer Kaufleute zur Folge hatte. Traditionell handelten die Kastilianier unter anderem auch mit Salz aus dieser Region. – Ein Verdrängungswettbewerb der kastilischen Kaufherren erscheint somit als wahrscheinlich.

1420

Hansestädte | Attendorn zur Hanse gerechnet

1421 Hansetag | Lübeck
1422 Hansetag | Lübeck

1422

Hansestädte | Städte Bockenem und Gronau als Hansestädte genannt; Utrecht nicht aufgenommen

1422 Zwischenfall im Sund | Einen ersten Zwischenfall gab es 1422, als ein Geschwader der wendischen Städte in den Sund eindrang und dort holländische Heringsfänger manövrierunfähig machte. Als Begründung wurde angegeben, der dänische König könnte die Fahrzeuge für den Kampf gegen die Hanse chartern.
1423 Hansetag | Lübeck

1424

Hansestädte | Paderborn als Hansegenossin gerechnet

1426

Hansestädte | Städte Lemgo, Halberstadt, Quedlinburg, Achersleben, Hameln, Halle, Osterode, Einbeck, Helmstedt, Northeim, Mühlhausen, Nordhausen und Erfurt zur Hanse gerechnet

1426-1435

Krieg gegen Dänemark | Der Krieg war begründet in den sich verschlechternden Beziehungen zwischen der dänischen Krone und dem Grafen von Holstein um das Herzogtum Schleswig. Erwähnenswert ist die anfängliche Spaltung der Hanse, die durch die Besetzung Schleswigs durch die dänische Krone hervorgerufen wurde. Während Lübeck und Hamburg die Einnahme als Gefährdung ihrer Privilegien verstanden, distanzierten sich die Städte Rostock, Stralsund und Greifwald von der dänemarkfeindlichen Position aus Rücksicht auf ihre Absatzmärkte in der nordischen Union und eine ungehinderte Sunddurchfahrt. Pommersche Städte nahmen eine neutrale Position aus Rücksicht auf die engen Bindungen ihrer Landesherren ein. König Erich nutzte diesen kleinen Vorteil nicht, sondern versuchte die momentane Schwäche der Hanse durch Repressalien und der Infragestellung der Hanseprivilegien weiter zu verstärken. Verschärfend auf die Beziehungen wirkte eine Einführung des Sundzolls und die Erhöhung des schonischen Zolls. Eine erneute Zusammenschmelzung hansischer Interessen durch innere Zwistigkeiten innerhalb der Hanse unterstützte die Öffnung der Handelsplätze des Nordens für England und Holland.

1426-05 Krieg gegen Dänemark | Durch Verhandlungen hansischer Unterhändler im Mai 1426 entspannte sich die Lage vorübergehend.
1426-06-24 Hansetag | Lübeck | Der Lübecker Hansetag am 24.06. 1426 stellte wieder einen ersten Umschwung in der inneren Stärke der Hanse zu einem strafferen Bündnis dar.

1426-07-10

Krieg gegen Dänemark | Am 10.07. 1426 griffen dänische Truppen Schleswiger Besitzungen von Herzog Heinrich an, der sich hilfesuchend an die Hanse wandte. 

1426-09-22 Krieg gegen Dänemark | Ein Schutzbündnis der Städte Lübeck, Hamburg, Rostock, Wismar, Lüneburg und Stralsund war hierfür ein erster Hinweis. Hansische Diplomaten der Städte Lüneburg, Hamburg und Lübeck erreichten einen Vergleich zwischen dem Erzbischof von Bremen und Herzog Wilhelm von Lüneburg, die sich bekriegt hatten. Die erfolgreiche Diplomatie gewann sächsische Ritter als neue Verbündete der Herzöge von Schleswig.
1426-09-27 Krieg gegen Dänemark | Bündnisvertrag am 27.09. 1426 mit Herzog Heinrich von Schleswig
1426-10-17 Krieg gegen Dänemark | Das bereits erwähnte Bündnis vom 22.09. 1426 in Rostock war ein Resultat auf die Angriffe und wurde in der Bereitstellung von 2400 Bewaffneten in Rostock vollzogen, sofern kriegerische Auseinandersetzungen nicht im Jahre 1427 beendet waren. Seitens der Hanse war der Krieg am 17.10. 1426 durch einen und dem hiermit verbundenen Eingang der Absagebriefe auf dänischer Seite am 17.10. 1426 erfolgt.
1427 Hansetag | Braunschweig | wendisch-sächsisches Bündnis gegen den Dänenkönig Erich von Pommern  (Aschersleben, Braunschweig, Einbeck, Goslar, Halberstadt, Hamburg, Hameln, Hannover, Helmstedt, Hildesheim, Lübeck, Lüneburg, Magdeburg, Quedlinburg)

1427

Hansestädte | Bremen wird bis 1433 verhanst d.h. ausgeschlossen aus Hanse - später wiederaufgenommen

1427

Kaperkriege | Zur Stärkung der dänischen Flotte stellte die Dänische Krone Kaperbriefe für englische Schiffe aus. Im Gegenzug wurden in Brügge, Danzig und London von Vertretern der Hanse Freibeuter angeworben und ebenfalls mit Kaperbriefen ausgestattet. In den ersten Apriltagen 1427 stachen 15 hansische Schiffe in See und landeten auf Bornholm. Eine Kriegsbeute in Höhe von 10.000 Mark Silber ermutigten die Hansen gemeinsam mit holsteinischen Kaperschiffen weitere Inseln einzunehmen. Die hansische Flotte steuerte als nächstes Ziel das dänisch besetzte Flensburg an und sollte die von der Landseite belagernden holsteinischen und städtischen Truppen unterstützen. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände wurde der Herzog Heinrich von Schleswig bei einem vom Hamburger Ratsherren Johann Kletzeke geführten Nachtangriff getötet. Sowohl der Angriff, als auch die Belagerung wurden abgebrochen und die Flotte in ihre Heimathäfen zurückgeschickt. Bereits im Juli 1427 stach erneut eine Flotte von 36 Schiffen mit 8.000 Mann unter dem Kommando des Lübecker Bürgermeisters Tidemann Steen in See. Der Hanseflotte oblag neben der Blockade des Öresunds und der Einnahme der Sundfestungen auch der Geleitschutz einer Baiensalzflotte, sowie der Sicherung einer Danziger Weichselflotte.

1427-07-11

Kaperkriege | Am 11. Juli erreichte die Flotte den südlichen Teil des Öresund. Der Lübecker Bürgermeister Tidemann Steen eröffnete mit einer Vorausabteilung die Angriffe auf die auslaufende dänisch – schwedische Flotte, die von Herzog Barnim NIII. von Pommern kommandiert wurde. Steen beging einen verhängnisvollen Navigationsfehler und lief mit seiner Flotte auf eine vor der Kopenhagener Küste vorgelagerten Untiefe auf und wurde vernichtend geschlagen. Sowohl der Bürgermeister als auch der Großteil seiner Besatzung wurde gefangen gesetzt. Die starke dänisch – schwedische Flotte weitete die Kampfhandlungen auf die hansische Hauptflotte aus und schlug sie letztendlich in Richtung Bornholm in die Flucht, die schutzlose Baiensalzflotte wurde in dieser Folge von dänischen Flottenverbänden aufgebracht. Sowohl das Versagen des Flottenkommandeurs als auch der fehlgeschlagene Nachtangriff des Hamburger Ratsherren Johannes Kletzeke wurde von der Gemeinschaft der wendischen Hansestädte geahndet. Während Tidemann Steen von seinen Lübecker Mitbürgern im Gefängnis in Arrest gesetzt wurde, enthauptete man Johann Kletzeke wie einst zuvor den Lübecker Bürgermeister Johann Wittenborg öffentlich. König Erich von Dänemark versuchte durch einen Brief an Lübecker Bürger die allgemeine Ablehnung gegen den Rat weiter zu fördern, was ihm allerdings nicht gelang. Die dänische Krone nutzte die Winterpause zu einer Aufstockung ihrer Flotte durch zusätzliche Verbündete auf der Seite schwedischer Adelshäuser. Ein versenken feindlicher Schiffe in und vor hansischer Häfen sollte die Hanse mattsetzen. Die Realität brachte allerdings einen nahezu endlosen Kaperkrieg hervor, dem auch viele eigene Schiffe zum Opfer fielen.

1428

Kaperkriege | Das Frühjahr 1428 begann mit großen Planungen für Landungsoperationen vor der Küste Kopenhagens. 6800 Söldner, 1000 Hamburger, 1000 Rostocker, 2000 Lübecker, 1000 Stralsunder und 800 Lüneburger Männer sollten ein streitbares Heer bilden und auf gut gerüsteten Transportschiffen mit Geschützen, Pulver und Geschossen sowie anderen Kriegsgerät den Kopenhagener Hafen mit eigens zum versenken mitgeführten Schiffen auf Dauer blockieren. Kopenhagen sollte auf längere Zeit kampfunfähig gemacht werden und sein Hafen unpassierbar werden. Spione des dänischen Königs deckten allerdings diese Pläne frühzeitig auf, woraus sich für die dänische Krone Vorteile in der Durchsetzung von Verteidigungsmaßnahmen ergaben. Im März des Jahres 1428 versammelte sich im Wismarer Tief, bis auf die Lübecker Schiffe, das Flottenkontingent der Hanse. Das Lübecker Kontingent wurde erst seitens des Lübecker Rates entsandt, nachdem Stralsund offiziell scharfen Protest eingelegt hatte und am 03.04. 1428 in einem Brief die Drohung äußerte, ihre Schiffe zurückzuziehen. Am 08.04. 1428 erreichte die vereinigte Hanseflotte einschließlich der Lübecker Schiffe Kopenhagen und versenkt als erste Maßnahme die mitgeführten Schiffe vor dem Kopenhagener Hafen. Bedingt durch die massiven Abwehrangriffe war es der Flotte nicht möglich ein Blockadenetz von versenkten Schiffen zu schaffen, welche die dänische Flotte ernsthaft von der Verteidigung abkapseln konnte. Sowohl eine Landung von Hansischen Truppen war unmöglich geworden, als auch die Vernichtung der dänischen Flotte. Eine erneute Ausarbeitung eines Schlachtplans war erforderlich und fasste die Mitte des Monats Juni 1428 als Beginn einer neuen Offensive. Der neue Angriff wurde mit vorher nie dagewesenen massiven Mitteln geführt: 40 Schiffe, die mit Steinen und Kalk einen zusätzlichen Gefahrenballast darstellten wurden in der Linie der bereits versenkten 10 Schiffe unter starkem Feuerschutz versenkt. Eigens für den Beschuss von feindlichen Schiffen erschaffene Batterien auf Flößen richteten einen verheerenden Schaden unter der gegnerischen Flotte an. Über genauere Verluste auf dänischer Seite ist leider nicht viel bekannt, alte Schriften sprechen von 30 Toten und größeren Verlusten bei dänischen Schiffen - ,, … und die Meister haben geschossen, dass von des Königs Schiffen nur drei haben herauskommen können.“, ,, … viele Schiffe des Königs sind verderbt worden und würden ihm nichts nützen, auch wenn er sie herausbekommen könnte. An einem Tage hat er, wie sie von dänischen Schiffsleuten gehört haben, 30 Tote gehabt.“ Die Blockade des Kopenhagener Hafens war anfänglich ein großer Erfolg und verhinderte weiterreichende große Seescharmützel. Der anfängliche Plan Flensburg anzulaufen wurde von den städtischen Flottenhauptleuten verworfen. Die städtische Flotte griff stattdessen größere Küstenortschaften an und plünderte unter anderem auch die Insel Bornholm. Die dänische Krone war ihrerseits nicht untätig und machte sieben große Schiffe seetüchtig, bemannte sie mit etwa 1400 bewaffneten Streitkräften und versammelte ihre Kräfte vor der Kopenhagener See um Angriffe gegen die Hansischen Häfen führen zu können. Die hansischen Hauptleute beorderten im Angesicht dieser sich anbahnenden Gefahr ihre Flottenverbände vor den Rügener Sund. Der August 1428 läutete sprichwörtlich die Winterzeit ein, der die Flottenverbände in ihre Heimathäfen einließ. Weitere Kriegshandlungen waren durch Kaperschiffe und städtische Ausliegerschiffe bestimmt. Auf diplomatischen Wegen wurden einerseits friedliche Verhandlungen geführt und auf geheimen Pfaden wurden neuerliche Kriegsanstrengungen gegen die wendischen Städte geplant. So setzte die dänische Königin Philippa auf verschlungenen Wegen eine Streitmacht von 70 Schiffen und 1400 Bewaffneten mit der Hilfe der Tochter Heinrichs IV. von England, gegen Stralsund in Marsch. Die am 05.05. 1429 in See gestochenen Schiffe durchdrangen den Ausliegerverband, liefen in den Strelasund ein und drangen um Mitternacht in den Stralsunder Hafen ein. In einem Handstreich wurde ein Großteil der im Hafen liegenden Schiffe besetzt und das Schiffsvolk gefangen genommen. Ungünstige Winde versperrten der Angriffsflotte eine ungehinderte Heimfahrt und zwangen sie zu einer Kurskorrektur in den Greifswalder Bodden, wo die Stralsunder Besitzung Stahlbrode gebrandschatzt wurde. Anhaltende Stürme zwangen den Angriffsverband erst zu einem Anlaufen des Wolgaster Hafens und schließlich zu einer erneuten Kursaufnahme von Stralsunder Gewässern.

1429

Kaperkriege | Stralsund hatten zwischenzeitig 6 bewaffnete Lübecker und Wismarer Kauffahrer erreicht, die mit einigen Stralsunder Schiffen kriegsflott gemacht wurden und auf die Dänen warteten. Der am 09.05. 1429 in den Strelasund einsteuernde Dänische Flottenverband wurde von den frisch aufgerüsteten Hanseschiffen angegriffen, wobei diverse feindliche Schiffe aufgebracht und gegen die Dänische Flotte sofort wieder eingesetzt wurden. Im Verlauf der Kampfhandlungen gelang es der Hanse ein Großteil der Dänischen Flotte zu kapern. Das erst kurz zuvor eingenommene Dänische Flaggschiff eroberten die Dänen zurück und nutzten es für ihre Flucht. Im Juni 1429 gelang Rostocker und Wismarer Ausliegern ein bedeutender Schlag gegen die Dänische Krone indem sie mit Kriegssteuer beladene schwedische Schiffe aufbrachten.

1430

Kaperkriege | Anhaltende Kaperkriege und ein sich aufbauender Unmut gegen die steigenden Kriegskosten führten letztendlich zu einem Separatfrieden, den Rostock im September 1430 mit der Dänischen Krone schloss. Stralsund folgte im Oktober des gleichen Jahres mit einem weiteren Separatfrieden. Der vorzeitige Friedensschluss brachte den beiden Städten keinen Vorteil, sondern deplatzierte Rostock und Stralsund für einige Zeit von seinen vormaligen Verbündeten und schädigte entscheidend das Ansehen der gesamten Hanse. Sich verändernde politische Verhältnisse ließen Schweden als Verbündeter Dänemarks abfallen und die Position der Grafen von Holstein erstärken. Die Privilegien der Hansestädte wurden bestätigt.

1430

Hansetag | Lübeck | 31 Städte erschienen |  Herford, Uelzen, Merseburg, Naumburg, Frankfurt am Oder zur Hanse gerechnete; Northeim aus der Hanse zurückgezogen

1432

Uslar als Hansestadt genannt

1434 Hansetag | Lübeck
1434 See- und Kaperkrieg mit König Johann II. Kastilien | Die Hanse und die Flamen reagierte mit einem für alle Seiten ruinösen Kaperkrieg, aus dem die Flamen nach nur 10 Jahren mit einem Friedensvertrag ausstiegen. Ein 1433 verhängtes Einfuhrverbot von spanischer Wolle in alle durch die Hanse kontrollierten Gebiete, sollte einerseits den Druck auf den Gegner verstärken und auch gleichzeitig die Flamen zu einer Vermittlung zwingen. In Bourgneuf eröffneten Flamische Diplomaten Verhandlungen, die allerdings erst 1443 zu einem dreijährigen Waffenstillstand führten. Der in Brügge abgeschlossene Vertrag wurde später um 12 Jahre verlängert. Der Waffenstillstandsvertrag verpflichtete die Hanse zur kaufmännischen Neutralität im Hafen von La Rochelle, kastilischen sowie in den spanischen Häfen gegenüber spanischen Kaufmannschaften. Ein weiterer Punkt war die Verpflichtung der Neutralität bei Kampfhandlungen zwischen spanischen Flottenverbänden und verfeindeten Streitkräften (,,… wenn hansische Schiffer zusammen mit spanischen einen Hafen verlassen und das offene Meer erreichen und ihnen dort Feinde Spaniens begegnen, wie zum Beispiel Engländer oder andere, dann sollen die Hansischen sofort ihre Flaggen oder andere Zeichen setzen, die deutlich anzeigen, dass sie selbst keine Feinde sind. Sie sollen sich zurückziehen, um die spanischen Schiffer nicht im Kampf zu hindern. …“)

1435

Frieden von Vordingborg | Der Versuch der Begünstigung englischer und niederländischer Kaufleute durch den dänischen Unionskönig Erich VII. wurde durch eine hansische Wirtschaftsblockade zum Scheitern gebracht. Den dänischen Sundzoll vermochte die Hanse jedoch nicht mehr zu beseitigen.

1434

Städte Brandenburg und Wolmar (Livland) zur Hanse gerechnet

1436

Tangermünde und Osterburg als Hansestädte genannt

1436 1436 untersagten die wendischen Städte ihren Schiffen die Fahrt nach Holland und Flandern. Es kam zu diplomatischen Aktivitäten mit einem lebhaften Schriftverkehr, jedoch ohne Ergebnis.

1436-1438

fünfte Verlegung des Hansekontors von Brügge - nach Antwerpen

1437 Der sich entwickelnde Händlerzweig des englischen Bürgertums wurde im eigenen Land durch die hansischen Privilegien blockiert und im Ostseeraum vom Handel ausgeschlossen. 1437 wurde erstmals ein Vertragswerk zwischen der Englischen Krone und den wendischen Städten (und der Kölner Konföderation) geschlossen, das einen Handel für englische Kaufherren im Ostseeraum gestattete und eine Besserstellung im eigenen Land. Danzig verstand es allerdings mit Hilfe seines Landesherren den Vertrag zu boykottieren.

1438

Danzig rechnete Lemberg/Lwów/Lviv und Warschau/Warszawa zur Hanse, aber sonst sind sie nicht dafür in Anspruch genommen worden

1438-1441 Krieg gegen Dänemark und Holland | Eine fortschreitende Unterminierung der Hanseprivilegien und Stapelrechte durch Holländische Kauffahrer führte ab 1438 zu offenen Kämpfen, die allerdings in ihrer Qualität mit Kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen zwei Großmächten wie der Hanse und der Dänischen Krone nicht gleichzusetzen waren. Die Holländischen Kauffahrer traten in kleinen Verbänden auf, allerdings waren sie seit 1422 ein Bündnispartner der Dänischen Krone. Sich verändernde politische Verhältnisse innerhalb Dänemarks führten zu einer Stärkung der Hanse, die ihre Ursache in der offenen Unterstützung der Thronbesteigung von Herzog Christoph von Bayern durch Lübeck hatte.
1438-04-07

Am 7. April 1438 gestattete Herzog Philipp der Gute den Holländern die Kaperei gegen die sechs wendischen Städte (Hamburg, Lübeck, Lüneburg, Greifswald, Stettin und Anklam) sowie den Herzog von Holstein.

Ein am 07.04. 1438 von Herzog Philipp von Burgund offen verkündete Proklamation zur Durchführung von Kaperfahrten gegen Schiffe der sechs wendischen Städte (Lübeck, Wismar, Stralsund, Rostock, Hamburg und Lüneburg) ,, … welche von Rotterdam aus auf Kaperei gegen die Angehörigen der sechs wendischen Städte und des Herzogs von Holstein auslaufen wollen, die Beute frei untereinander zu teilen …“, bildete den Auftakt von Kriegshandlungen gegen die Hanse.

1438-04-23 Am 23. April 1438 informierte die Hanse ihre Städte über einen bevorstehenden Krieg mit Holland und forderte zur Einstellung der Schifffahrt nach Flandern, Holland und Seeland auf.
1438-06-22 Die Zerstrittenheit der einzelnen Städtegruppen boten den Holländern trotz ihrer fast nicht vorhandenen Kriegskontingente einen entscheidenden Vorteil. Herzog, Rat und Ritterschaft von Holland und Seeland erließen eine Reihe von Verordnungen, die den Aufbau einer Kaperflotte unterstützte und bereits am 22.06. 1438 erste handfeste Ergebnisse vorwies: 54 große und 50 kleine Schiffe brachten als schlagkräftiger Verband vor Brest 23 preußische und livländische Schiffe einer Baiensalzflote auf. Häufiger werdende Überfälle auf Schiffe von neutralen Städten führten interessanterweise zu einer Annektierung von wendischem Besitz in preußischen Gebieten. Die wendischen Städte wurden trotz ihrer Stärke nicht Herr der immer häufiger werdenden Verluste, so dass die Hanse ihre diplomatischen Bemühungen gegenüber Dänemark erheblich forcierte.
 

Die Anstrengungen von Herzog, Rat und Ritterschaft von Holland und Seeland ermöglichten es, dass schon am 22. Juni 1438 eine aus 54 großen und 50 kleinen Schiffen bestehende Kaperflotte unter Hendrik van Borsselen aus Rotterdam auslaufen konnte. Obwohl er auf der Hinfahrt den neutral gebliebenen Hansestädten freies Geleit zugesagt hatte, überfiel er überraschend bei Brest eine preußische Baiensalzflotte und brachte 23 preußische und livländische Schiffe auf. Die dort befindlichen elf Schiffe der wendischen Städte hatten sich beim Erscheinen der Kaperflotte rechtzeitig in den Hafen zurückgezogen.

Die neutralen Hansestädte erhoben Schadenersatzansprüche, doch trotz ihrer Empörung schlossen sie sich auch jetzt nicht dem Krieg der von Lübeck angeführten wendischen Städte an. Vielmehr arretierten sie aus Unmut über die Sperrmaßnahmen der wendischen Städte im Sund deren Güter in Preußen.

1439

Krieg gegen Dänemark und Holland | Im Frühjahr des Jahres 1439 brach ein völlig neuer Abschnitt für die Beziehungen der Hanse mit Dänemark an: Die wendischen Städte beschlossen offiziell die Thronbewerbung Christophs zu unterstützen. Im Gegenzug verpflichtete sich Christoph die Hanse im Kampf gegen Holland zu unterstützen, die Städtischen Privilegien zu bestätigen und den Sundzoll aufzuheben. Der abgesetzte König Erich von Dänemark hatte seinerseits noch viele Anhänger in den Bevölkerungsschichten und unterbreitete den Holländern und dem Herzog von Burgund Bündnisverträge, die mit weitreichenden Handelsprivilegien lockten und die Übergabe der Sundschlösser Helsingör und Helsingborg in Aussicht stellten. Durch die massive Unterstützung der Hanse wurde die Position vom jungen König Christoph gestärkt und führte letztendlich zu einer Einnahme der Sundschlösser. In den folgenden Jahren konnte die Hanse ihre anfänglich vorherrschende Position im Ostseeraum nicht weiter ausbauen, im Gegenteil. Die anfänglich hansefreundliche Politik von König Christoph von Dänemark schwenkte unter der ,,Decke der Diplomatie“ stückchenweise in die alte Richtung der vormaligen Politik seines Vorgängers ein und fand Ausdruck in geheimen Abkommen mit Holland.

 

Nach der Eisperiode nahmen im Frühjahr 1439 beide Seiten den Kaperkrieg auf. Im Mittelpunkt stand die Sundpassage, wo sowohl das Geleit der eigenen Handelsschiffe gewährleistet als auch das Aufbringen gegnerischer Schiffe angestrebt wurde.

Zu dieser Zeit traf Christoph, der künftige Herrscher der drei nordischen Reiche, in Lübeck ein. Er erlangte die Unterstützung der wendischen Städte, indem er sich unter anderem verpflichtete, gegen Holland vorzugehen, den Sundzoll aufzuheben und den Ständen ihre Privilegien zu bestätigen. Im Gegenzug bot Christophs Rivale Erich von Pommern den Holländern und Philipp dem Guten ein Bündnis an, um auf den dänischen Thron zurückzukehren.

 

Als im Frühjahr 1440 die Kampfhandlungen wieder aufgenommen wurden, erschien eine holländische Flotte, doch es gelang Christoph zuvor mit Hilfe einer hansischen Flotte, seinen Gegner zu besiegen. Die holländische Flotte lag bei Marstrand vor Anker, wurde aber rechtzeitig gewarnt und konnte sich durch Rückzug retten.

Nachdem Christoph seinen Thron gesichert hatte, rückte er mehr und mehr von der Hanse ab und begünstigte zunehmend die Holländer. Der Kaperkrieg wurde bis Kriegsende von beiden Seiten fortgesetzt.

1440

Windau/Ventspils/ und Goldingen/Kuldiga/ in Kurland (heute Lettland) als Hansestädte gerechnet

1440

Arnhem (kandidierende seit 1380), Roermond und Kampen zur Hanse gerechnet

1441

Frieden von Kopenhagen mit Dänemark | Geschwächt durch Kaperkriege unterzeichneten 1441 in den ,,Kopenhagener Verträgen“ einen auf zehn Jahre befristeten Waffenstillstand, welcher der holländischen Seite im Gegenzug ungehinderte Freizügigkeit auf den Wasserwegen zubilligte. Auf lange Sicht betrachtet hebelte das neue Vertragswerk einen Großteil der verteidigten Privilegien und Stapelrechte der wendischen Städte aus, gleichzeitig öffneten sich allerdings neue Beziehungen zu einstigen Feinden, die später in Städtebeitritten ihren Ausdruck fanden.

 

Mit dem Frieden von Kopenhagen, einem besseren Waffenstillstandsvertrag, endete der Hansisch-niederländische Krieg von 1438 bis 1441.

Der Vertrag wurde im Jahr 1441 in Kopenhagen von den Städten der Hanse unter Führung von Lübecks Bürgermeister Johann Lüneburg und den Holländern unterzeichnet. Der Krieg hatte im Mai 1438 mit der Kaperung von zwölf Salzfrachtern der Hanse auf der Reede von Brest begonnen, was zu einer sofortigen Blockade des Öresunds durch Lübeck und seine Verbündeten führte. Mit dem Friedensschluss wurde das Monopol der Hanse in Schifffahrt und Handel im Ostseeraum aufgeweicht. Durch die Öffnung der Ostsee für die Schiffe der Niederländer, die größer waren als die der Hanseaten, entstand wirksamer Wettbewerb. Im Vertrag verpflichteten sich die niederländischen Städte zum Ersatz beziehungsweise zur Rückgabe von 22 Schiffen der preußischen und livländischen Hansestädte. Die Holländer zahlten weiterhin 5.000 Gulden an König Christoph III. von Dänemark und verpflichteten sich gegenüber den Wendischen Städten der Hanse, allen diesen entstandenen Schaden zu ersetzen.

 

Mit dem Frieden von Kopenhagen endete der Hansisch-niederländische Krieg. Der auf zehn Jahre befristete Vertrag wurde im Jahr 1441 in Kopenhagen von den Städten der Hanse unter Führung von Lübecks Bürgermeister Johann Lüneburg und den Holländern unterzeichnet.

Im Vertrag verpflichteten sich die niederländischen Städte zum Ersatz beziehungsweise zur Rückgabe von 22 Schiffen der preußischen und livländischen Hansestädte. Die Holländer zahlten weiterhin 5.000 Gulden an König Christoph III. von Dänemark und verpflichteten sich gegenüber den wendischen Städten der Hanse, allen diesen entstandenen Schaden zu ersetzen. Andererseits mussten die wendischen Städte den Holländern gegenseitige Verkehrsfreiheit zugestehen und alle einschränkenden Maßnahmen aufheben. Damit war die hansische Monopolstellung im Ostseeraum untergraben.

   
1441 wirtschaftliche Gleichberechtigung der Niederländer im Ostseeraum | Eine weiter schleichende Schwächung der Städtehanse stärkte im Gegenzug die Widersacher der Hanse und führte im August des Jahres 1441 zum Handelsbündnisvertrag zwischen Holland und König Christoph III. von Dänemark, der für 5000 rheinische Gulden holländischen Händlern umfassende Privilegien einräumte.

1441

Hansetag | 33 Städte erschienen

1442

Zaltbommel als Hansestadt genannt

1442 Erste Auflösungserscheinungen führten 1442 für eine Doppelstadt wie Berlin-Kölln zu einer Unterwerfung und schließlich dem Austritt aus dem Städtebund.

1442

Übernahme der Kontrolle über das Nowgoroder Kontor von Lübeck durch Dorpat/Tartu/ und Reval/Tallinn/

1443

Schlawe/Sławno/, Greifenhagen/Gryfino/, Kammin/Kamień/ und Köslin/Koszalin/ zur Hanse gerechnet; Braunsberg/Braniewo/ und Kulm/Chełmno/ haben aus der Hanse zurückgezogen

1447

Hansetag | 39 Städte erschienen

1447 Die Missachtung geschlossener Verträge gegenüber der Englischen Kaufmannschaft im Ostseeraum veranlasste die Englische Krone 1447 der Hanse ihre Privilegien zu streichen.
1447-05-18

Lübecker Hansetag und Tohepesate | Auch und gerade während der Soester Fehde (1444-1449) besuchen Vertreter westfalischer Städte den Hansetag in Lübeck vom 18.05.1447. So sind Münster, Paderborn und Lemgo vertreten, während das in die Kriegsangelegenheiten verwickelte Soest den Gesandten von Münster und Paderborn mit Datum vom 11.05.1447 eine Vollmacht gibt. Der Hanserezess verzeichnet als Ergebnis der Verhandlungen u. a. die Verlängerung der "vruntliken tohopesate" von 1443, einem Bündnis von Hansestädten, dem nun auch die westfälischen Städte beitreten. Die hansische Tohopesate wird 1451 nochmals um sechs Jahre verlängert.
Das Städtebündnis der Hanse tritt damit flankierend zu den innerwestfälischen Bündnissen auf. Es sei an den Hammer Bund der Vierstädte von 1443 erinnert und an die Bündniserneuerung vom 23.10.1445. Am 18.11.1447 desselben Jahres schließen sich die Städte des Hochstifts Münster zusammen, u. a. Münster, Coesfeld, Warendorf, Borken, Rheine und Haltern.

1448 faktisches Ende der Kalmarer Union, durch Ausscheiden Schweden-Finnlands

1448

Die Hansestadt Hamburg fordert nun das Stapelrecht für Waren ein, die die Elbe abwärts transportiert wurden.

1448

Doesburg und Warendorf als Hansestädte genannt

1449 Ein immer aggressiver geführter Kaperkrieg zwang die Städte nach diversen Großverlusten (zuletzt im Mai 1449 der Verlust einer Baiensalzflotte von 30 Großschiffen) an den englischen Verhandlungstisch zurückzukehren.
1450 Hansetag | Bremen

1450

Gollnow/Goleniów/ zur Hanse gerechnet

1450 Norwegen | Union von Bergen

1451

Hattem in der Hanse; Utrecht noch ein Mal abgewiesen

1451-1457

Letzte Handelssperre gegen Flandern | die letzte Verlegung des Hansekontors von Brügge - nach Deventer und Utrecht

1452 Während über die an der Wende zum 14. Jahrhundert einsetzenden Regionaltage des westfälischen Hansestädte fast nichts bekannt ist, beginnen mit dem 05.06.1452 im geldrischen Nijmwegen die von der Hansestadt Köln angeregten Dritteltage des westfälischen Hansedrittels.

1452

Berlin-Kölln ausgeschieden aus der Hanse, auf Verlangen ihres Territorialherrn - Kurfürsten, ist trotzdem aber später noch zur Hanse gerechnet worden

1454 Abfall des Preußischen Bundes, nachdem sich die Opposition der großen Handelsstädte verschärft hatte

1454

Münster ausgeschieden infolge einer Stadtrevolte

1456

Lippstad als Hansestadt genannt

1456 Unterschiedliche Positionen der einzelnen Städte erschwerten allerdings eine Kompromisslösung und führten erst 1456 zu einem achtjährigen Waffenstillstand, in dem Schadensersatzansprüche der Lübecker zurückgestellt wurden und die hansischen Privilegien verlängert wurden.

1463

Usedom zur Hanse gerechnet

1465 Eine weiterhin uneinige Städtehanse schaffte es trotz weiterer empfindlicher Verluste durch Kaperung nicht ihre Interessen auf ein gemeinsames Ziel zu bündeln. Erneute Friedensverhandlungen 1465 in Hamburg liefen durch die gegensätzliche Meinungen in die Leere. Lübeck beharrte auf seine Entschädigungsansprüche und konnte mit seinen verbündeten Städten Wismar, Rostock und Bremen die anderen Hansestädte nicht zu einem gemeinsamen Handeln überzeugen. Die schleppende Uneinigkeit führte zu einer Eskalation des Kaperkrieges und der Repressalien der Englischen Krone. Eine wendisch-preußische Städtekoalition nahm den Kampf gegen England auf und forderte die befreundeten Nationen Burgund, Dänemark, Frankreich und Polen auf dem diplomatischen Weg dazu auf, gegen England Stellung zu beziehen.
1466 Hansetag | Lübeck
1467 Es folgen bis 1467 Dritteltage u. a. im klevischen Wesel, bis sich 1469 auf Grund des Kölner Verhaltens im Londoner Hansekontor die westfälischen Hansestädte von der rheinischen Metropole distanzieren. In diesem Zusammenhang kommt es zu einer Regionaltagfahrt der Städte Rüthen, Werl, Arnsberg, Attendorn und Lippstadt in Soest. In diesen Zusammenhang gehört auch die Ausbildung von westfälischen Hansequartieren: Jeweils eine größere Hansestadt bildet mit einem Kreis benachbarter Städte solch ein Quartier. Quartiervororte sind: Dortmund mit den märkischen Städten Hamm, Unna, Kamen, Schwerte, Iserlohn usw., Soest mit den Städten Geseke, Werl, Arnsberg, Attendorn u. a., Münster mit den Beistädten Coesfeld, Dülmen, Haltern, Warendorf, Bocholt, Telgte usw.
1468 1468 führten Übergriffe gegen das dänisch Island zu einem Kaperkrieg und dem Aufbringen englischer Schiffe im Sund.
1469 Am 25. Sept. 1469 wird Haltern auf einer, von Köln aufgestellten Liste, als zur Hanse gehörige Stadt bezeichnet.

1469

Städte Brekerfeld, Brilon, Geseke, Werl, Rüthen, Korbach i Halten oraz Ratingen, Düsseldorf, Solingen, Lennep i Wipperfürth als Hansestädte gerechnet

1469

das Brügger Kontor berichtet über: die Hanse die 72 Städte enthalt, außer allem dieser, die von ihnen abhängig sind

1469

Die gewaltsame Schließung des Stalhof zu London 1469 und der Einkerkerung der Kaufleute. Eine Erpressung seitens König Edwards von England gegen einzelne Kaufleute ist durch einen erhaltenen Brief eines gefangenen deutschen Kaufmann dokumentiert, in dem er davon berichtet, dass ihm die Freilassung gegen die Zahlung von 4000 Nobeln und Hinterlegung des beschlagnahmten Gutes in Aussicht gestellt werde.

Die Beschlüsse vom April 1469 formulierten ein gemeinsames Vorgehen gegen England mit Kaperschiffen und ein Einfuhrverbot englischer Waren. Köln, Arnheim und Wesel klammerten sich von den neuen Verträgen aus.

Im Juni / Juli des Jahres 1469 scheiterten die letzten Schlichtungsversuche, die unter der Vermittlung des Herzog von Burgund geführt wurden und ebneten den Weg für einen schleppend geführten Kaperkrieg, in dem die Hanse nur sehr zurückhaltend kriegerische Anstrengungen unternahm. Danzig kann als die einzige Stadt bezeichnet werden, die seit Kriegsbeginn massiv gegnerische Schiffe attackierte. England war auf Grund seiner geographischen Lage der Hanse gegenüber im Vorteil, weil es sehr kurze Seestrecken zurücklegen musste, weiterhin zählte England neben Frankreich zu den Seegroßmächten.

1470

Einem Mahnschreiben der Stadt Lübeck vom Mai 1470 ist eine umfangreiche Liste münsterischer Beistädte zu verdanken. Die kleinen Städte wurden darin aufgefordert, zu den Kosten der Gemeinschaft selbst dann beizutragen, wenn sie kein Recht hätten, selbst „Tragfahrten“ zu beschicken. Schließlich würden‘ die kleinen Städte durch ihre Prinzipalstädte vertreten und ja auch sämtliche Hanseprivilegien in Anspruch nehmen. | Städte:  Hamm, Dülmen, Werne, Bocholt, Borken, Beckum, Ahlen, Telgte, Ahauss, Vreden, Billerbeck, Borghorst, Rheine, Meppen, Haselüne i Friesoythe als Hansestädte gerechnet

1470-1474

Krieg gegen England und Frankreich | Innerpolitische Unruhen bereiteten König Edward von England immer größere Probleme, so dass er 1470 vorübergehend dazu gezwungen war mit 700 bis 800 Soldaten an Bord von drei Schiffen in das befreundete Holland zu flüchten. Das Übersetzen auf das Festland hätte fast ein tragisches Ende gefunden, weil der kleine Schiffsverband von 7 bis 8 hansischen Kaperschiffen vor Alkmar angegriffen wurde. Der englische Verband konnte sich nur durch die einsetzende Ebbe retten, dem die größeren Kaperschiffe nicht folgen konnten.

1471-1474

Köln ausserhalb der Hanse, infolge der Interessenstreitigkeit in der Zeit des Konfliktes mit England und Frankreich, in einem Brief nach Köln Lübeck hat geschrieben: dat ed eyn fundament ys der henze, de horsam

1471

Krieg gegen England und Frankreich | Der Krieg der Hanse gegen England hielt auch skurrile diplomatische Schachzüge bereit, die Historiker auch heute noch in Staunen versetzen: So bereitete der im Exil lebende König Edward von England in Flandern 1471 seine Rückkehr nach England vor. Karl der Kühne, Herzog von Burgund, rekrutierte in einem meisterhaften Schachzug vormals dem englischen König feindlich gesinnte Kaperschiffe der Hanseflotte, als Begleitschutz des heimkehrenden englischen Königs. Im Gegenzug wurde den Begleitschiffen der freie Zugang zu flandrischen Häfen für ein Jahr gewährt. Als zusätzliches diplomatisches Geschenk wurden dem König von England Anhänger und Verbündete seiner Feinde, der Warwicks, übergeben, die bei Kaperungen durch hansische Schiffe gefangengenommen wurden. König Edwards Beziehungen zu der Hanse entwickelten sich zusehend neutral, allerdings nicht freundschaftlich.

Der Kaperkrieg wurde fortgesetzt und gleichzeitig kaperte der Danziger Kapitän Paul Beneke die Fluchtschiffe der Feinde des Königs, ,,Schwan von Caen“ und ,,Magdalena von Dieppe“, wobei der Lord Mayor von London gefangen genommen wurde.

1472

Krieg gegen England und Frankreich | 1472 veränderte sich für England dahingehend die Lage, dass Frankreich als neuer Gegner in einen zusätzlichen Krieg eintrat und gleichzeitig mit großen Flottenverbänden operierte, was einen entsprechenden Gegeneinsatz von englischen Flottenverbänden nach sich zog. Transportfahrten der beiden Kriegsparteien wurden durch große Konvois geschützt, die gleichzeitig zu einem Umdenken innerhalb der Hanse führten.

Die Hanse reagierte auf die veränderte Lage mit zwei Großverbänden, die durch Hamburg und Lübeck angeführt wurden. Das Hamburger Geschwader setzte einen massiven Flottenverband in See, dem unter anderen bekannte Schiffe wie die ,,Große Marie“ und der ,,Fliegende Geist“ angehörten. Dem Lübecker Geschwader gehörten der ,,Mariendrachen“ und der ,,Georgsdrachen“ an. Den Anfang einer großangelegten Kaperfahrt machten im Januar 1472 Schiffsgruppen der Danziger Schiffshauptleute Michael Ertmann sowie Jacob Heymann.

Die aus dem Zwin in die Straße von Dover ausgelaufenen Flotten kreuzten erfolglos acht Tage als Verband und wurden durch nordöstliche Winde südöstlich an Plymouth vorbeigeführt. Ein Kurswechsel bei aufklarendem Wetter führte den Verband an die bretonische Küste an die Insel Quessant. Ein starkes mit Hagel und Schnee vermischtes Unwetter trennte einen Teil der von Michael Ertmann geführten Schiffe von der Flotte vermutlich in Richtung Westen ab. Der verbliebene Verband dreht nach Wetterbesserung in Richtung Brest ab, um seinen Proviant zu ergänzen. Die Kaperflotte kreuzte erfolglos vor der Küste und ging schließlich vor St. Matthieu vor Anker, wo sie ein Französisches Schiff sichtete welches gekapert wurde. Das von der Besatzung abgetakelte und vor dem verlassen angebohrte Schiff wurde wieder seetüchtig gemacht und der Flotte zugefügt. Nach vier bis fünf Tagen nahm der Verband Kurs auf den Kanal um Feindschiffe aufzuspüren und zu kapern. Im Folgenden wurden 6 neuartige wesentlich schnellere Karaweelschiffe des Vawiker-Typ gesichtet und erfolglos verfolgt.

Die Englische Seite versuchte durch häufiger vor der Hanseflotte kreuzende Karaweelschiffe offensichtlich die Kaperflotte wegzulocken, was letztendlich für eine große Karweele ein tragisches Ende fand, weil sie leckgeschlagen und manövrierunfähig auf eine Untiefe zu trieb. Der umsichtige Einsatz hansischer Seeleute rettete Besatzung und Schiff in den Zwin.

Mangelnde Absprachen und zu klein zersplitterte Flottenkräfte brachten der Hanse weiter betrachtet große Verluste. So brachte Frankreich immer größere und stärker bewaffnete Kampfschiffe in die Kampfhandlungen ein, dass die Hanseflotte technisch immer häufiger unterlegen war. Ein kleiner Verband von überwiegend Lübecker Schiffen wurde von einer 18 Schiffe zählenden Französischen Flotte in die Wielinge bei Vlissingen zurückgedrängt und schließlich von einem starken Englischen Geschwader unter dem Kommando von Lord Howart aufgebracht.

1473

Städte Dorsten, Arnsberg, Bielefeld, Ommen, Hasselt und Belgard/Białogard/ zur Hanse gerechnet

1474

Oldenzaal als Hansestadt genannt

1474

Breslau/Wrocław/ hatte seinen Austritt aus der Hanse angesagt

1474

Frieden von Utrecht | Abschließend betrachtet gewann die Hanse den Krieg gegen England nicht alleine durch den Einsatz von Kaperschiffen, die in empfindlichen Maße den englischen Handel störten, sondern auch durch das diplomatische Verhandlungsgeschick seiner Verbündeten, die ihre Eigeninteressen mit den Hansischen Forderungen verquickt hatten. Karl der Kühne strebte als Herzog von Burgund einen gefestigteren Staat zwischen Frankreich und der Deutschen Hanse an. Der Utrechter Frieden von 1474 stellte die Privilegien der Hanse wieder her, führte den Stalhof und die Niederlassungen in Boston und Lynn wieder in den Besitz der Hanse zurück. Der Hanse wurden zusätzlich 10.000 englische Pfand als Entschädigung zugesprochen.

1475

Neuß durch Kaiserliches Privileg zur Hansestadt ernannt

1476 Hansetag | Lübeck
1476 Hansetag | Bremen

1476

Städte Unna, Schwerdte, Kamen, Lünen, Iserlohn und Bochum zur Hanse gerechnet

1479 Hansetag | Lübeck

1479

Halle ist, gezwungen durch seinen erzbischöflichen Herrn, aus der Hanse ausgeschieden

1483

der ewige Frieden mit Frankreich

ok. 1480

Krakau/Kraków/ ausserhalb der Hanse

1486 Brügge drei statt sechs Oldermänner, neun statt achtzehn Beisitzer | Ergebnis des Niedergangs des Kontors (nachdem der größere Teil der Hansen nach Antwerpen umgezogen war)
1487 Hansetag | Lübeck

1487

Stadt Venlo zur Hanse gerechnet

1490 Hansetag | Lübeck
1494 Hansetag | Bremen

1494

Ausschließung des Kontors in Nowgorod | Mit der Ausschließung des Kontors in Nowgorod durch den Großfürsten Iwan III. von Moskau setzte der Niedergang der Hanse ein.

1494

Städte Essen, Recklinghausen, Warburg, Scheperode, Duderstadt und Tiel zur Hanse gerechnet

1494 Anschluss an Köln finden die westfälischen Hansestädte wieder seit 1494. Am 2. August dieses Jahres kommt es zu einem Dritteltag unter Kölner Leitung und westfälischer Beteiligung in Wesel.
1496 Im Jahre 1496, erlebte Haltern einen hansischen Höhepunkt. Das (rheinisch-) westfälische Quartier wählte Haltern zum Tagungsort. Die Versammlung fand am 11.August statt. Von da an bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts haben wir keine urkundliche Nachricht über hansische Aktivitäten der Stadt Haltern. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß die Zugehörigkeit zur Hanse und deren Probleme nur ein Aspekt für die Stadt war, den sie zu berücksichtigen hatte.
1498 Hansetag | Lübeck
1498 Hansetag | Bremen
   

1500

1500 - 1502 Abfassung von 6 Bänden über die Historie des norddeutsch-hansischen Gesamtraumes durch Dr. Dr. Albert Krantz
1501 Hansetag | Lübeck
1501 Hansetag | Lübeck
1503 Vertragsvermittlung von A. Krantz zwischen Johann I. von Dänemark und sechs wendischen Städten.
1504 Nachtrags- und Ergänzungsaufsätze Krantzs zur Historie des norddeutsch-hansischen Gesamtraumes.
1506 Hansetag | Lübeck
1507 Hansetag | Lübeck

1507

König Louis XII. in seinem Brief nach der Hanse adressiert schriebt: 72 Städte des eucher Bündnis und Konföderation

1509 weiter Nachtrags- und Ergänzungsaufsätze Krantzs zur Historie des norddeutsch-hansischen Gesamtraumes.
1509–1512

Krieg gegen Holland und Dänemark | Ein besser entwickeltes Bürgertum machte die nordische Union überflüssig und sprengte zugleich die dänische Vorherrschaft im Ostseeraum. Die verlorene Vormachtstellung der dänischen Krone innerhalb der nordischen Union zog für Dänemark erhebliche Konsequenzen nach sich, weil das lange unter dänischer Vorherrschaft stehende Schweden gewaltsam die Fremdherrschaft abschüttelte. Die Hanse nutzte die Vormachtkämpfe durch die Unterstützung der für sie jeweils interessantere Seite aus. Lübeck bekleidete wie in vielen vorangegangenen Situationen eine entscheidende Position in den weiteren diplomatischen Verwicklungen, indem es sich der anfänglichen Unterstützung Kaiser Maximilians versicherte. Verhandlungsversuche zwischen Lübeck und König Johann von Dänemark, für die sich polnische Gesandte anboten wurden von Lübeck mit dem Hinweis auf die bereits im Frühjahr 1509 ausgebrochenen Kampfhandlungen abgelehnt.

Im September 1509 lief ein Verband von 18 hansischen Schiffen Bornholm sowie Gotland an, worauf bewaffnete Einheiten Schlachtvieh und Versorgungsgüter requirierten, die von den schwedischen Verbündeten dringend benötigt wurden. Die Schiffsflotte lief Stockholm an und übergab dem Anführer der schwedischen Aufständischen Sten Sture die zuvor erbeuteten Versorgungsgüter. Die holländische Seite versuchte währenddessen Dänemark von der Nordseeseite (trotz des Kaiserlichen Erlasses) zu unterstützen. Hansische Auslieger versperrten die Ostseezugänge und nahmen Kaperfahrten gegen holländische Schiffe wieder auf.

Eine große dänische Invasionsflotte landete bei Travemünde, griff Lübeck an und verwüstete in großem Umfang das Land bis Bad Oldesloe. Ein Großteil der zurückgelassenen Landungsschiffe wurde durch Travemünder Einheiten aufgebracht und verbrannt. Die von König Johann aus dem Dienst entlassen Söldner verloren sich in der Fläche.

König Johann von Dänemark nahm in einem Schreiben vom 13.07. 1509 Beziehungen zu Kaiser Maximilian auf und erläuterte sein Vorgehen gegen die Hansen und warb um Unterstützung, gleichzeitig bat er König Jakob IV. von Schottland um militärische Hilfe, die er im Frühjahr 1510 erneuerte und um die Entsendung von 2000 Bewaffneten bat. Nach nur 5 Monaten bat er um die Inhaftierung von lübischen Bürgern in Schottland und gleichartige Vermittlung beim englischen Königshaus. König Heinrich VIII. von England wurde in gleicher Angelegenheit in einem persönlich gerichteten Brief um Mithilfe gebeten. König Sigismund von Polen verstand der dänische König für seine Interessen einzubinden und erwirkte einen Erlass über das Verbot von Handelsbeziehungen zwischen preußischen Städten und der Hanse.

1510

Krieg gegen Holland und Dänemark | Lübeck trat im September mit dem schwedischen Reichsrat durch die Lübecker Ratsherren Bernd Bomhower und Herrmann Maßmann in Verbindung und handelte einen Bündnisvertrag mit Schweden aus, in welchem Stralsund, Lübeck, Wismar, Rostock und Lüneburg umfangreiche Mengen an Kriegsmaterial und Versorgungsgüter liefern sollten. Im Gegenzug wurde die Hanse durch Schweden unterstützt. Sowohl Ende Oktober wurden durch Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein Vermittlungsversuche unternommen, als auch am 23. Januar 1510 und Ende März 1510 durch die wendischen Städte eingeleitet, die alle an König Johann von Dänemark scheiterten.

Die Unterstützung durch Kaiser Maximilian währte offiziell nur bis Januar 1510 mit der Begründung, dass Brabant, Flandern, Holland, Seeland, Waterland und Friesland König Johann von Dänemark nicht unterstützen wollen.

Die Kriegsplanungen auf lübischer Seite gingen weiter und fanden im August 1509 eine erste Vorplanung. Man war sich darüber einig geworden, dass die dänischen Ausliegerschiffe vernichtet werden mussten und eine im Vorwege zusammengestellte bewaffnete Handelsexpedition nach Schweden in See stechen solle um den Schwedischen Bündnispartner gegenüber Dänemark zu stabilisieren. Ein einheitliches Vorgehen gegen Dänemark fand allerdings auf dem Städtetag im August 1509 ein jähes Ende, indem Danzig, viele preußische Städte, diverse wendische Städte und Hamburg ihre direkte Unterstützung durch Truppen und Kriegsmaterial verweigerten. In fortlaufenden Verhandlungen auf dem Städtetag erreichte Lübeck die Formulierung eines bindenden Beschlusses, zur Bildung einer Flotte bis zum 10.03. mit 4700 Söldnern. Lübeck stand die Aufgabe zu 1200 Mann anzuwerben, 3500 Mann sollten der Satzung der Tohopesate (Satzung der Städteverbindung) entsprechend verteilt von anderen Städten angeworben werden.

1510-Frühjahr Ein im Frühjahr 1510 in See gestochener lübischer Verband mit 6 großen Kampfschiffen sichtete südlich vor Moen einen dänischen Schiffsverband, der vor dem hansischen Flottenverband in Richtung Sund abdrehte. Die erfolglose Hanseflotte brach ihre Verfolgung ab und änderte ihren Kurs in Richtung Fehmarn Belt und landete schließlich nach der Durchquerung der Meerenge auf Langeland. Erfolgreicher war ein anderer hansischer Kaperverband von 14 Schiffen, die nach dem passieren der Insel Moen schließlich vor Helsingör einen holländischen Handelskonvoi von 11 Frachtschiffen aufbrachte und nach Lübeck als Prisen überführten. Die vorgenannten Auseinandersetzungen können im Vergleich mit den im Sommer auslaufenden 36 schwer bewaffneten Schiffen als Scharmützel betrachtet werden.
1510-03-27 Kaiser Maximilian unterstützte Lübeck durch weitere Schreiben, so forderte er den Grafen von Nassau in einem Schreiben vom 27.03. 1510 dazu auf, Lübeck mit allen rechtlichen Möglichkeiten zur Seite zu stehen und dass zwei Unterhändler für diesen Zweck entsandt worden seien. Zusätzlich erneuerte er seinen Erlass des Verbots jeglicher Unterstützung der dänischen Seite.
1510-04-21 Fortwährend aufkeimende Aufstände von schwedischer Seite gegen dänische Besatzungskräfte, wurden seitens der Hanse zum Anlass genommen, dem Dänischen Königreich offiziell am 21.04. 1510 den Krieg zu erklären.
1510-05-22 Auf dem folgenden Städtetag zu Lübeck wurde gemäß der Tohopesate ein umfassender militärischer Gegenschlag gefordert, der am 22.05. 1510 nachverhandelt werden sollte. Der recessus (Rezeß) des Hansetages gibt hierzu leider keine Aufzeichnung.
1510-07-16 Am 16.07 1510 lief ein starker Verband von 36 Schiffen und einem großen Aufgebot von Söldnern die Insel Bornholm an und erzwangen wie bereits zuvor im September 1509 die Bereitstellung von Lebensmitteln und Versorgungsgütern. Ein Vertrag zwischen den Inselbewohnern und den Lübecker Hauptleuten Bernd Bomhower, Klaus Hermelin und Hermann Falk gibt Aufschluss über die hohen Forderungen von 8000 Lot Silber als ,,Reparationszahlungen“, von denen 4000 Lot Silber sofort unter den Söldnern verteilt wurden. Die hansische Flotte nahm Kurs auf Gotland und formierten sich im Kalmarsund mit 9 schwedischen Schiffen. Als eine beachtliche hansisch-schwedische Flotte von nunmehr insgesamt 45 Schiffen griff die alliierte Flotte die Blekinger Küste an und plünderten die Insel Laaland. Eine geplante Landung auf Fünen musste auf Drängen der Söldner aufgegeben werden. Wiederholte Zwischenfälle bei der Abmusterung der Söldner, veranlasste den Lübecker Rat zu einem allgemeinen Aufruf an die Bürger sich zu bewaffnen. Ein weiterer wichtiger Zwischenfall ereignete sich im Jahr 1510, als 8 lübische Orlogschiffe ein schwedisches Geschwader in ihren schwedischen Heimathafen begleiteten wollten und bei Bornholm einem dänischen Truppentransporterverband nachstellte, der Entlastungstruppen für die dänische Festungsanlage ,,Bornholm“ auf der Insel Oeland transportierte. Zur gleichen Zeit wurde die Festungsanlage ,,Bornholm“ von schwedischen Truppen belagert.
1510-09-17 Gesandte des schwedischen Reichsrates erschienen zum wendischen Städtetag und unterzeichneten den Schwedisch – Hansischen Bündnisvertrag am 17.09. 1510 und beschlossen gleichzeitig als Seebündnis eine neue hansisch-schwedische Flotte aufzustellen, die zum wendischen Städtetag erstmals zusammenfand.
1511 Hansetag | Lübeck
1511-02 Krieg gegen Holland und Dänemark | Das Jahr 1511 wurde seitens Kaiser Maximilians am 3.02. durch eine völlige politische Kehrtwendung eingeleitet, indem er jeglichen Erlass zurücknahm und sich als ,,schlechtunterrichteten Kaiser“ bezeichnete, welcher der Hanse unwissentlich einen Vorteil verschafft hätte, welchen die Hanse missbraucht hätte.
1511-03 Krieg gegen Holland und Dänemark | Der März 1511 läutete die Winterpause aus. Binnen weniger Tage brachte eine kleine Lübecker Kaperflotte 40 dänische Handelsschiffe auf.
1511-06-01 Krieg gegen Holland und Dänemark | Als dänische Reaktion kreuzte am 01.06. 1511 eine dänische Angriffsflotte von 20 Schiffen vor Travemünde und griff sowohl Befestigungsanlagen als auch die Küste an. Eine zwischenzeitig hochgerüstete Küstenverteidigungsanlage, die zusätzlich mit einer schwimmenden Batterie versehen war, ließen die dänischen Angriffe bei Travemünde in die Leere laufen. Im Wismarer Raum wurden hingegen einige Dörfer geplündert und gebrandschatzt, zusätzlich wurden im Wismarer Seegebiet 14 Schiffe aufgebracht oder versenkt. In Warnemünde wurde die dänische Streitmacht durch bewaffnete Rostocker Bürger vertrieben. Die vertriebenen dänischen Truppen wandten sich plündernd und brandschatzend Stralsunder Besitzungen auf Rügen zu. Um weitere Angriffe der Dänischen Flotte zu See abzuwenden, stach ein Verband von 18 Orlogschiffen unter dem Oberbefehl der Lübecker Ratsherren Fritz Grawert und Herrmann Falke in See, die mit der Vernichtung der gegnerischen Schiffe betraut waren. Weiterhin sollte die hansische Flotte einen Großverband von holländischen Handelsschiffen aufbringen, der bisher in dem östlichen Ostseeraum Handel getrieben hatte.
1511-08

Der in das Operationsgebiet laufende Hanseverband sollte durch 3 Stralsunder Kampfschiffe verstärkt werden, der Zufall ließ allerdings den hansischen Kampfverband am 09.08. 1511 auf den dänischen Verband stoßen. Der Verlauf der Kampfhandlungen sind umstritten, es lässt sich nur soviel feststellen, dass massive Kampfhandlungen sich bis zum Abend hinzogen und hauptsächlich nur mit Schiffsgeschützen ausgetragen wurden. Laut hansischen Chroniken soll die Hanseflotte keine nennenswerten Verluste verzeichnet haben, die sich offensichtlich nur auf das Material beschränkten. Die dänische Seite soll ihr Flaggschiff ,,Engel“ durch einen Artillerietreffer im Ruderblatt verloren haben, der durch das lübische Flaggschiff ,,Maria“ abgeschossen wurde. Die hervorragende Bewaffnung der hansischen Schiffe, insbesondere des lübischen Flaggschiffs ,,Maria“ nötigte die Dänische Flotte zum abdrehen. Fritz Grawert ließ Kurs auf den holländischen Konvoi aufnehmen, der sich zwischenzeitig auf 250 Frachtschiffe verstärkt hatte und aus Dänischen, Friesländischen, Holländischen und Hamburger Schiffen zusammensetzte, die nur von vier Orlogschiffen gesichert wurden.

1511-08-12 Am 12.08. 1511 sichtete die hansische Flotte nördlich der Halbinsel Hela den Holländischen Verband und griffen ihn an. Die Bilanz des Angriffs waren einige versenkte Schiffe, 18 mit Roggen, Wachs und Kupfer gekaperte Schiffe, die als Prise überführt wurden und einige gestrandete Schiffe. Für Stralsund verlief die ,,Seeexpedition“ weniger glimpflich. 2 von den 3 Schiffen, die zu dem hansischen Kampfverband stoßen sollten, wurden von den Dänen aufgebracht. Das dritte Schiff konnte mit samt der Hauptleute flüchten.
1511-08-14 Holländische Handelsschiffe, denen die Flucht vor der Hanseflotte gelungen war, nahmen Kurs auf die verbliebene Dänische Flotte und erbaten militärischen Beistand, die ihren Kurs auf die hansische Flotte änderte. Am 14.08. 1511 griff die Dänische Flotte den Hanseverband an und versuchte, die gekaperten holländischen Schiffe von den Orlogschiffen der Hanse abzutrennen. Die Hauptleute der Hanseschiffe erfassten die Situation und splitteten ihren Verband in einen Orloggeschwaderverband von 11 Schiffen, die ausschließlich mit der Aufgabe betreut wurden, die gegnerischen Schiffe mit ihrer Schiffsartillerie auf Distanz zu halten, während 7 Schiffe als Sicherungsschiffe die gekaperten Schiffe sicher in den Hafen geleiteten. Nur zwei Wochen später stach erneut ein Lübecker Versorgungskonvoi für ihre schwedischen Verbündeten in See.
1512 16 reiche Lübecker Bürger erklärten sich vor dem Rat der Stadt Lübeck zu der Finanzierung des neuen Flaggschiffes bereit. Das neue Flaggschiff wurde im Frühjahr 1512 fertig gestellt und zu Ehren des schwedischen Reichsverwesers auf den Namen ,,Gubernator“ getauft.
1512-04-23 Ein allgemeiner Stimmungsumschwung, der durch den Tod des schwedischen Reichsverwesers Svante Stures gestärkt wurde und eine Annäherung Schwedens zu König Johann von Dänemark förderte, ließ für die Städte der Hanse die Schließung eines Friedensvertrages als notwendig erscheinen, auch wenn die Hanse hierfür einen hohen Preis zu entrichten hatte. Der am 23.04. 1512 geschlossene Friedensvertrag zwischen Dänemark und Lübeck als Haupt der Hanse wurde in Malmö geschlossen und beinhalteten geradezu unerhörte Reparationszahlungen, die auf 12 Jahre gesplittet wurden und die Städte zu einer jährlichen Zahlung von 2500 rheinischen Gulden verpflichtete um eine Wiederherstellung der Privilegien zu erreichen. Weiterhin war die Aufrechterhaltung von Handelsbeziehungen mit Schweden nur unter der Bedingung gestattet, dass wenn der von dänischer Seite mit Schweden geschlossene Waffenstillstandsvertrag gebrochen wurde, jegliche Verbindung mit Schweden abzubrechen sei. Neu war, dass die dänische Händlerschaft sich in dem Vertragswerk das Recht auf ungestörten Handel einräumen ließ (,,des Königs Untertanen … auch alle ihre Rechte in den Städten genießen sollen“).
1514 Hansetag | Lübeck | Wendischer Städtetag
1514 Wiedereröffnung, aber das Nowgoroder Kontor bleibt bedeutungslos

1514

30 Städte aus der Hanse ausgeschieden infolge ihrer Absenz in Hansetage, jedoch sind auch sie später wieder aufgenommen worden

1515 Hansetag | Lübeck
1515 Hansetag | Stralsund
1516 Hansetag | Lübeck

1518

Austritt aus der Hanse gemeinsam mit Berlin, Brandenburg, Frankfurt und Salzwedel. Die Destabilisierung der Hanse fand ihren Fortgang in den immer häufiger sehr schlecht besuchten Hansetagen. 1518 wurden 31 Städte aus dem Hansebund ausgeschlossen, wozu Halberstadt, Stavoren, Groningen, Arnhem, Roermond, Stettin, Halle, Krakau, Breslau, Frankfurt an der Oder und diverse andere Städte zählten.

1518

Die Zeit der Hanse für Salzwedel endet, als die Stadt, auf kurfürstlichen Druck hin, die Hanse verlassen musste.

1520 Der Onkel von König Christian II., Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein, bemühte sich im März 1520 um einen Friedensvertrag, der in Segeberg geschlossen wurde. Dänemark verzichtete in dem Vertrag auf die neu erhobenen Abgaben, wogegen die Hanse für ein Jahr die Handelsbeziehungen mit Schweden einstellte.

1521

Der geschlossene Vertrag war nur von kurzer Dauer, bereits im Jahr 1521 erhob Dänemark erneut Abgaben und ließ sich auch vom Bischof von Ratzeburg hiervon nicht abbringen, der vom Kaiser als Vermittler bestimmt war. Die Hanse nahm als Konsequenz den Handel mit Schweden wieder auf, worauf die Dänen mit dem Kapern von hansischen Handelsschiffen antwortete.

1521-07-21 Die wiederholten Niederschlagungen der schwedischen Aufstände und der kostspielige Lebenswandel des dänischen Könighauses zwangen König Christian II. von Dänemark dazu, neue Geldquellen aufzuschließen. In einer Bittschrift an seinen Schwager, Kaiser Karl V., erbat er eine früher zugesagte Mitgift seiner Frau, sowie das Lehnen Holstein und wichtige lübische Güter. Die am 21.07. 1521 ausgestellte kaiserliche Urkunde, die dem dänischen König die vorgenannten Wünsche zusprach, zog einen Aufschrei der Entrüstung innerhalb des Lübecker Rat nach sich, der zur Klärung der misslichen Verhältnisse im Oktober 1521 Bürgermeister Nikolaus Brömse und den Ratsherrn Lambert Wittinghof an den kaiserlichen Hof entsandte. Als Reaktion auf die Vorsprache der lübischen Gesandten zog Kaiser Karl V. die Lehnvergabe der lübischen Güter zurück und forderte seinen Schwager zu der Herausgabe der gekaperten Schiffe, der Erstattung der Waren und Güter auf. Unter dem Verweis auf den Vertrag von Segeberg, forderte der Kaiser die Wiederherstellung der alten Privilegien ein und die Streichung der Auflagen.

1522 – 1524

Dänisch-hansischer Krieg  | Die offene Ignorierung der kaiserlichen Forderungen seitens des Dänischen Königs trieben die bisher zum gemeinsamen Krieg unschlüssigen Hansestädte an den Bündnistisch. Die altbekannte Zaghaftigkeit der Städte ließ das Bündnis gegen Dänemark bröckeln. Lüneburg und Hamburg bekundeten beiden Seiten gegenüber ihre Neutralität. Die preußischen Städte bekundeten Lübeck gegenüber ihren Beistand, setzten allerdings den Handel mit Dänemark unbeeindruckt fort und beteiligten sich nicht an den Kriegsanstrengungen und traten von versprochenen Kriegsanteillasten zurück. Danzig und Lübeck bauten zusammen im Alleingang eine gut ausgerüstete Kriegsflotte auf und bemannten sie mit 2000 Kriegsknechten. Lübeck ließ zu diesem Zweck bis vor die Tore von Hamburg ihre künftigen Seesoldaten anwerben und zahlte ihnen 6 Mark bei Kriegseinsatz im Feindesland, 5 Mark in der Stadt und 4 Mark während der Verschiffung zur See. Handelsschiffe einschließlich ihrer Besatzungen wurden von den Hansestädten wie üblich gechartert und entsprechend den individuellen Bedürfnissen aufgerüstet.

1522-02-07
1522-03-18
Dänisch-hansischer Krieg  | Verhandlungen, die am 07.02. 1522 begannen, mündeten am 18.03. 1522 in einem Bündnisvertrag der wendischen Städte mit Danzig.
1522-04-14 Dänisch-hansischer Krieg  | Parallel zu den Kriegsvorbereitungen informierte sich Lübeck bei befreundeten Städten über die Kriegsvorbereitungen Dänemarks und erfuhr von Stralsund am 14.04. 1522 von dänischen 28 bis 30 kreuzenden Kriegsschiffen vor Rügen.
1522-05 Dänisch-hansischer Krieg  | Im Mai 1522 lief ein Schiffsverband von 10 Schiffen auf Bitten des schwedischen Reichsrates aus Lübeck aus um die Belagerung des dänisch besetzten Stockholm zu unterstützen. Die lübische Kernflotte wurde weiter aufgerüstet und sollte dem Vorausverband in Kürze folgen, der 23.06 1522 bildete diesbezüglich allerdings einen herben Rückschlag. 5 voll ausgerüstete Orlogschiffe fielen einem Großbrand im Travemünder Hafen zum Opfer, wobei der Hafen und die gesamte Stadt vernichtet wurde.
1522-08-03 Dänisch-hansischer Krieg  | Unter dem Kommando von Hermann Falke und Joachim Gerken stach am 03.08. 1522 eine lübische Flotte von 13 Orlogschiffen und 4 kleinen Schiffen Richtung Schweden in See. Im Verlauf der Anfahrt in das schwedische Operationsgebiet wurden 4 Schiffe aus Stralsund und Rostock, sowie ein schwedisches Geschwader von 13 Kriegsschiffen dem Verband eingegliedert. Der schwedisch-hansische Verband landete in Bornholm und verwüstete die Insel und setzte die Festungsanlage Hammershus außer Funktion. Ungünstige Witterungsverhältnisse zwangen die Flotte vor Bornholm besseres Wetter abzuwarten.
1522-08-23 Dänisch-hansischer Krieg  | Danzig war auf Anfrage des lübischen Flottenkommandos erst ab dem 23.08. 1522 zur Entsendung von 11 Schiffen in der Lage, weil ein Mangel an Söldnern bestanden hätte.Die alliierte Flotte steuerte Kopenhagen an und brandschatzte das benachbarte Helsingör mit den 11 frisch eingetroffenen Danziger Orlogschiffen. Als weitere Angriffsziele wurden Moen und Schonen angesteuert. Vom Angriff auf Kopenhagen wurde auf Grund der fortgeschrittenen Herbstzeit abgesehen und auf das nächste Jahr verschoben. Ausschließlich acht lübische Schiffe wurden zur Verstärkung der Belagerung von Stockholm unter dem Kommando der Lübecker Ratsherren Hermann Plönnies und Bernd Bomhower entsandt, die restlichen Schiffe steuerten zum überwintern ihre Heimathäfen an.
1522-09-01 Dänisch-hansischer Krieg  | Das durch innere Unruhen stark geschwächte Wismar konnte nur mit einigen Ausliegerschiffen Lübeck gegenüber seine Sympathien bekunden und der Herzog von Schleswig-Holstein schloss am 01.09. 1522 mit Lübeck einen Neutralitätsvertrag.
1522-11-29 Dänisch-hansischer Krieg  | Eine immer schlechtere Versorgungslage in Stockholm zwang die dänische Admiralität am 29.11. 1522 zur Entsendung einer Versorgungsflotte, die Entsatzkräfte und dringend benötigte Güter transportierte. Von der unter Admiral Sören Norby kommandierten Schiffen wurden 31 dänische Transportschiffe aufgebracht und 600 Gefangene gemacht, die an Händen und Füßen gefesselt ertränkt wurden – Dieses stellte auch gleichzeitig einen traurigen Rekord des damals leider üblichen Umgangs mit Gefangenen dar! Nach Angaben des dänischen Admirals Sören Norby, der dem Angriff mit 9 Schiffen entkommen konnte, soll die schwedisch-dänische Flotte während des Ertränkens der Gefangenen ,,… trummeten, trumeln und pfeiffen, auch all ir geschütz losz gehen lassen, damit ir jemerlich geschrey, so lang bisz sie ertrunken und zu grunth gesunken, nit gehort wurde“ (… trommelten / trompeteten, trampelten und pfiffen und ließen auch ihre Geschütz losgehen, damit ihr Gejammer und Geschrei so lange nicht zu hören war, bis sie ertrunken waren und auf den Grund gesunken waren).

1523

Dänisch-hansischer Krieg  | Ein Kaiserliches Gebot forderte Lübeck bei einer Strafandrohung von 2000 Lötigen Goldes zur Einstellung aller Feindseligkeiten gegenüber Dänemark auf. Weiterhin wurde Lübeck dazu angewiesen, den Bündnisvertrag mit Schweden aufzulösen. Lübeck untermauerte sein Vorgehen mit Argumenten und setzte die Kriegsvorbereitungen unbeirrt fort. König Christian II. suchte währenddessen mit seinem Hofstaat auf 20 Schiffen Schutz in Holland. Bei seinem Bündnispartner angekommen, rüstete er eine Flotte aus, die auf ihrer Fahrt weitere Kräfte aus Seeland, Fünen binden sollten und dem dänisch besetzten Stockholm die lang ersehnten Entsatzkräfte und Güter bringen sollte. Weiterhin sollten feindliche Flottenkräfte aufgebracht, oder vernichtet werden. Die Gerüchte nahmen sprichwörtlich überhand und überschlugen sich in ihrer Informationsvielfalt und fanden ihren Höhepunkt in der Aussage, dass König Christian mit 20.000 Kriegsknechten und 5.000 Pferden auf 150 holländischen Schiffen durch den Sund in die Ostsee aufbrechen wolle. Der lübische Rat richtete aus Besorgnis ein Schreiben an Danzig mit dem Hinweis, dass eine mögliche Dänische Flotte schwere Schäden der Ostseeküste nach sich ziehen könne. Der Einfluss von König Christian II. auf Dänemark wurde mit dem fortschreitenden Einmarsch feindlicher Truppen in Süddänemark immer stärker geschwächt. Der spätere Dänische König Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein hatte laut einem historischen Briefwechsel mit Lübeck, häufiger Probleme in der Einsatzbereitschaft der von Lübeck gestellten Söldner zu lösen. Doch trotz aller Querelen innerhalb des schwedisch-hansischen Heeres konnte Dänemark mit den zersplitterten Heeren den Vormarsch der alliierten Truppen nicht stoppen. Der dänische Admiral Norbys zog sich mit den Resten der dänischen Flotte nach Gotland zurück und bezog die Burg Wisborg (vor Visby). Fast zeitgleich landete König Gustav Vasa von Schweden mit hansischer Unterstützung auf Gotland, was die Einnahme der Insel erleichterte und Admiral Norby von der Außenwelt abschnitt und die letztendliche Kapitulation des Admirals nach sich zog. Die sich in Auflösung befundenen Truppen der dänischen Krone zersplitterten sich immer weiter und machten in ihrem geschwächten Zustand eine erneute Durchsetzung der Machtansprüche von Christian II. unmöglich. Den weit verzweigten adligen Verbündeten des entmachteten dänischen Königs gelang es trotz des Einsatzes von schwergewichtigen Druckmitteln wie Reichsacht, Bann und Exkommunikation nicht die Hansen zu beeindrucken.

1523-01-08 Dänisch-hansischer Krieg  | Während der Wintermonate wurde Dänemark durch innere Unruhen destabilisiert und machte eine Absplittung Jütlands vom Herrschaftsgebiet Christian II. einfach, das sich an Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein wandte und um Unterstützung bat. Der Schleswigholsteinische Herzog wandte sich in einem Brief bereits am 08.01. 1523 an Lübeck und stellte seine gegen Dänemark gerichteten Anstrengungen dar und berichtete von umfangreichen Söldneranwerbungen.
1523-02-05 Dänisch-hansischer Krieg  | Schleswig-Holsteins Herzog besiegelte am 05.02. 1523 einen umfassenden Bündnisvertrag mit Lübeck, der ihm 2000 bewaffnete Kriegsknechte, eine Geldanleihe von 4000 Mark, 200 Pferde und die Bereitstellung von einer Last Pulver (ca. 1880 Kg.) zusicherte. Im Gegenzug verpflichtete sich der Herzog Lübeck bei einem feindlichen Angriff auf die Stadt beizustehen.
1523-02-06 Dänisch-hansischer Krieg  | König Gustav Vasa I. von Schweden setzte fast parallel zur Überquerung des Kleinen Belt durch die Truppen von Herzog Friedrich am 06.02. 1523 aus Jönköping ein Bauernheer von 10.000 Bauern, 1.500 Pferden, 3 Fähnlein (ca. 1.500 Mann) des Reiches Schweden nach Schonen in Marsch.
1523-03-26 Dänisch-hansischer Krieg  | Nach dem 26.03. 1523 setzte Herzog Friedrich ein Heer unter dem Kommando des holsteinischen Ritters Johann von Rantzau in Marsch, das durch Lübecker und Hamburger Söldnertruppen verstärkt war.
1523-05-29 Dänisch-hansischer Krieg  | Am 29.05. 1523 erbat Herzog Friedrich von Lübeck 2 ,,Scharffemetzen“ und 4 großkalibrige Kartaunen.
1523-06-10 Dänisch-hansischer Krieg  | Die hohen Investition in die Kriegsführung machten sich für die Hansen bereits durch die am 10.06. 1523 mit König Gustav Vasa von Schweden unterzeichneten Handelsprivilegienverträge bezahlt. So wurden den Hansen der zollfreie Verkehr in den vier wichtigsten schwedischen Handelsstädten Stockholm, Abo (schw. A, Turku), Söderköping und Kalmar eingeräumt. Ein zusätzliches Privileg räumte Lübeck das Recht des direkten Handels mit Prälaten und Rittern des Reiches ein und ermöglichte den für die damalige Zeit ,,exklusiven“ Handel mit erlesenen Waren (Scharlachtuch, Edelsteine, Gold, Silber, Perlen …). Ein weiteres nie dagewesenes Privileg war der Ausschluss von ausländischen Nichthansekaufleuten vom Handelsplatz Schweden.

1523-06-20

Dänisch-hansischer Krieg  | Die dänische Besatzung von Stockholm übergab am 20.06. 1523 die Schlüssel der Stadt gegen freies Geleit den hansischen Flottenführern Plönnies und Bomhower, die König Gustav Vasa von Schweden in seine neue Hauptstadt geleiteten und ihm die Schlüssel der Stadt überreichten.

1523-09-29 Dänisch-hansischer Krieg  | Am 29.09. 1523 unterbreitete Lübeck als das Haupt der Hanse eine Forderung in Höhe von 116.482 Mark dem schwedischen König und dem Reichsrat.
1524-01-06 Dänisch-hansischer Krieg  | Am 06.01. 1524 fiel nach langer Belagerung durch alliierte Truppen Kopenhagen als das letzte feindliche Bollwerk, welches bis zu letzt verbissen Widerstand zu Wasser und Land geleistet hatte. Auf geschickte Weise wurde durch die Versenkung von Sperrschiffen das Revesgatt als eine Zufahrt versperrt. Der letzte kriegerische Angriff von dänischer Seite, wurde durch Admiral Norby eingeleitet, indem er in Schonen einfiel. Friedrich der I. von Dänemark vernichtete in einem letzten Akt die die gegnerischen Flottenkräfte.
1524-03-06 Dänisch-hansischer Krieg  | Nach fast 6 Monaten folgte eine weitere astronomische Forderung: Am 06.03. 1524 wurden 120.817 Mark gefordert.
 

Dänisch-hansischer Krieg  | König Friedrich I. von Dänemark kaufte sein Land gegenüber den Hansen durch eine Erneuerung der alten Hanseprivilegien ,,frei“. Zusätzlich wurde in dem Vertragswerk Lübeck das 50 jährige Pfandbesitzrecht der Insel Bornholm und für 4 Jahre die Einkünfte der Insel Gotland zugesichert. Der bornholmer Verwaltung wurde ein Lübecker Vogt vorgestellt. Die Hansen konnten im Nachhinein nicht ihre vollen Interessen durchsetzen, sondern mussten aus diplomatischen Gründen einer Handelsgenehmigung der Holländer in Dänemark und Norwegen zustimmen (einerseits war der Kaiser auch der Landesherr der Holländer, anderseits führte Danzig intensiven Handel mit Holland ).

1527

Nowgorod-Fahrer Flandern-Fahrer Bergen-Fahrer

Wappen | Wappen der Nowgorodfahrer (links) und der Flandernfahrer (mitte) und der Bergenfahrer (rechts).

Coat Of Arms |

1530 Hansetag | Lübeck | Versuch zur Instrumentalisierung des Hansetages in der Gegenreformation durch das Patriziat
1531-10-26 Der 1523 gestürzte Christian II. stach am 26.10. 1531 mit einer holländischen Flotte mit Kurs auf Skagerrak und Kattegatt in See. Ein aufkommender Sturm bereitete den Expansionsideen von Christian II. ein jähes Ende und zerstreute seine Flotte auf die unvorstellbare Entfernung von 150 Seemeilen an der norwegischen Küste.
1532-02 Das zusammenziehen der verstreuten Schiffe zu einer Flotte zog sich bis Ende Februar 1532 hin. Eine erneute Kursaufnahme zu einer schnellen Einnahme Kopenhagens schlugen durch massive hansische Sperrschiffverbände fehl. Hansische und dänische Kampfschiffe drängten die Flotte von Christian II. nach Ekeberg bei Oslo zurück und zerstörten diverse Schiffe schwer. Der angelandete Verband wurde seeseitig ,,eingekesselt“ und im laufe von weiteren Scharmützeln aufgerieben. An Land schlug Christian II. sein Lager auf und konnte sich noch bis zum Sommer halten. Bei Verhandlungen wurde Christian II. in Kopenhagen trotz der Zusicherung auf freies Geleit von Friedrich I., mit Zustimmung der Hansen, festgesetzt und bis zu seinem Ableben noch 27 Jahre gefangen gehalten.

1532


A German Merchant In London | Georg Gisze, a German merchant in London by Hans Holbein. Painted in 1532, Oil on wood, 96.3 x 85.7 cm. Currently held in the Gemaldegalerie, Staatliche Museen, Berlin.

1532 Verhandlungen der Hanse im Jahre 1532, die mit dänischen Vertretern in Kopenhagen geführt wurden, legten völlig gegensätzliche Positionen offen, die letztendlich zu einer Angliederung Dänemarks an Holland, Schweden, Preußen und Schleswig Holstein führten. Die gescheiterte lübische Außenpolitik zog ihrerseits erhebliche Konsequenzen und den vollständigen Rücktritt des Rates im Rathaus von Lübeck nach sich und machte den Weg für die bürgerliche Opposition von Jürgen Wullenwevers frei. Der neue bürgerlich regierte Rat forcierte die lübische Außenpolitik und stieß den alten Verbündeten durch seine schroffe ,,Verhandlungspolitik“ vor den Kopf und machte sich sprichwörtlich aus alten Freunden neue Feinde. Das mangelnde Einfühlungsvermögen des neuen lübischen Bürgermeisters Wullenwever gipfelte in der offenen Drohung den entmachteten König Christian II. zu befreien und alte Machtverhältnisse wieder herzustellen. Der Drohung ließ Wullenwever durch die die Entsendung von 6 Orlogschiffen, die er im übrigen bereits vorsorglich vor Kopenhagen auf Reede positioniert hatte, sofortige Taten folgen.

1533

Das Bündnis Lübecks mit den Grafen Christoph von Oldenburg und Johann von Hoya offenbarte für Friedrich I. von Dänemark 1533 die Notwendigkeit eines Bündnisschlusses mit Schleswig-Holstein. Das Jahr 1533 bescherte dem Lübecker Rat durch das dahinscheiden von Friedrich I. eine neue Situation, die Wullenwever als Vorteil interpretierte, welches er bei den Verhandlungen mit Dänemark und seinen Verbündeten ausnutzen wollte.

1534 Hansetag | Hamburg
1534 Die Holländische Gewichtung auf dem europäischen Kontinent ging sogar soweit, dass 1534 von einem Kaiserlichen Beamten verzeichnet wurde, dass jedes Jahr zwischen 200 und 300 holländische Schiffe Danzig anliefen und im Großformat Getreide kauften.
1534 – 1536 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Lübecks Bestrebungen seine Vormachtstellung im Ostseeraum weiter zu festigen führte zwangsläufig zu Konflikten mit Holland und Dänemark. Aufkeimende Konfessionsstreitigkeiten in Dänemark und einzelnen Hansestädten bildeten zusätzliche nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten.

1534-02

Krieg gegen Schweden und Dänemark | Im Februar 1534 erweiterte Dänemark seine Bündnispolitik durch ein Schutzbündnis mit Schweden. Wie bereits vorauszusehen war, isolierte sich Lübeck durch seine aggressive Politik. Sowohl die von Lübeck gestellten Forderungen waren für Dänemark unerfüllbar, als auch erneute finanzielle Belastungen die durch einen neuen Krieg anstehen würden führten zu einer inneren Zersplittung der Hanse. Hamburg, Bremen und Danzig, die von natur aus intensive Handelsbeziehungen mit Holland führten, unternahmen erschöpfende Unterhandlungen zwischen den Streitparteien. Zum ,,Wohlgefallen“ des Lübischen Rates schalteten sich den Verhandlungen burgundisch-holländische, polnische und kaiserliche Gesandte zu, was für den Lübecker Bürgermeister Jürgen Wullenwever einen Zeitaufschub für parallele Gegenaktivitäten verschaffte.

1534-02-13
1534-03-30
Krieg gegen Schweden und Dänemark | In Verhandlungen in Hamburg, die am 13.02. ihren Auftakt fanden, wurde am 30.03. 1534 ein vierjähriges Waffenstillstandsabkommen ratifiziert, das Lübeck zum schüren von Unmut gegen Dänemark und seine Verbündeten nutzte.
1534-Frühjahr Krieg gegen Schweden und Dänemark | Lübeck erreichte bereits im Frühjahr 1534 eine Übereinkunft mit Ditmarschen, in der sich die Ditmarscher Bauernschaft dazu verpflichtete Lübeck mit 12.000 Mark und 10.000 bewaffneten Männern zu unterstützen. In Dänemark unterminierte Lübeck geschickt die dänische Bürgerschaft und destabilisierte so die Position des Herrscherlosen Dänemarks. Wie bereits erwähnt war Friedrich der I. bereits 1533 verstorben. Dem Reich fehlte bis zum August 1534 sozusagen eine ,,Galionsfigur“, die alleinentscheidend die Geschicke des Reiches lenkte. Die bei Kriegsauftakt günstige Position von Lübeck erleichterte Wullenwever die Durchsetzung seiner Forderungen gegenüber anderen Hansestädten, insbesondere weil er einzelnen Städten die Ausklammerung aus den schwedischen Handelsprivilegien von 1523 androhte. Der Kriegsauftakt wurde im Frühjahr 1534 durch Marx Meyer geführt, der als hansischer Kaperkapitän das uneingeschränkte Vertrauen von Bürgermeister Jürgen Wullenwever genoss und vom Englischen Königshaus zum Ritter geschlagen worden war. Marx Meyer besetzte Holstein und hebelte somit einen ersten Verbündeten aus dem Dänischen Lager, gleichzeitig stürmte die Bürgerschaft in Malmö das Schloß.
1534-06-19 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Christoph von Oldenburg schiffte in Lübeck ein 3.000 Mann starkes Söldnerheer in 21 lübische Schiffen ein und landete am 19.06. 1534 bei Kopenhagen. Unterstützt durch dänische Bürger und Bauern nahm das Söldnerheer Kopenhagen und benachbarte Städte. Weiterhin dehnte Christoph von Oldenburg als Statthalter Christians II. das eroberte Territorium auf Falster, Laaland, Fünen und Langeland aus. Die dänische Flotte kapitulierte, als Konsequenz hatte Lübeck die Seeherrschaft in der Beltzone und im Sund erlangt.
1534-08 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Der dänische Adel sah sich gezwungen schnellstmöglich einen neuen Herrscher auszurufen. Im August 1534 wählte der Adel Christian von Holstein als neuen König von Dänemark. Der neu gekrönte König Christian III. von Dänemark (Sohn von Friedrich I.) proklamierte umgehend Aushebungen zur Verstärkung der Truppen, die Graf Johann von Rantzau als holsteinischer Ardelsmarschall erfolgreich anführte. In der Folgezeit zerstörten Graf von Rantzaus Truppenverbände die von den Dänen gefürchtete Kanonenbatterie ,,Eiserner Heinrich“ und besetzten Travemünde einschließlich des Hafens.
1534-07-08 Krieg gegen Schweden und Dänemark | In der Folgezeit bildete die Einnahme von Travemünde und des Travemünder Hafens das Grundfundament für Anlandungen dänischer Truppenverbände und den Vorbereitungen der Einkesselung von Lübeck. Dänische Truppen drängten Lübische Truppenverbände in die Festungsmauern Lübecks zurück und schwächten in erheblichen Umfang die Bodenhoheit von Lübeck. Die anfängliche Vorherrschaft Lübecks zu See, wendete sich durch die bereits am 08.07. von König Gustav Vasa versprochene Verstärkung der dänischen Flottenverbände mit 10 großen schwedischen Orlogschiffen.
1534-09-25 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Danzig kristallisierte sich unter den abtrünnigen Städten als Hardliner heraus, so dass der wendische Städtetag in einem offiziell verfassten Brief vom 25.09. 1534 Danzig zur sofortigen Einstellung aller Handelsbeziehungen mit Schweden aufforderte. Gleichzeitig führte Lübeck mit Herzog Albrecht VII. von Mecklenburg intensive Verhandlungen, in denen ihm die Dänische Krone angeboten wurde und bei der Unterstützung zum Sturz Schwedens gleichsam der schwedische Herrschaft offeriert wurde. Die großzügige Entlohnung sicherte Lübeck einen mit Fußtruppen und Waffen gut gewappneten Verbündeten, der in der Folge eine Wichtige Rolle spielen sollte.

1534-10-10

Krieg gegen Schweden und Dänemark | In den letzten Septemberwochen 1534 zogen die Dänen weitere Verbände vor den Toren Lübecks zusammen und schlugen einen Brückenkopf ca. 1,852 Kilometer (1/4 Meile zu Land = 1 Seemeile) nördlich der Stadt Trems und kesselten Lübeck ein – nach Erzählungen und Chroniken wird der 10.10. als vollständiger Blockadetermin der Stadt Lübeck benannt. Die große Anzahl von 5000 Kriegsknechten und 2000 Reitern auf dänischer Seite unterstrich eindrucksvoll die hoffnungslose Unterlegenheit der Lübischen Seite mit knapp 2000 Kriegsknechten und der mager ausgestatteten Reiterei von weniger als 400 Reitern. Lübeck hatte nach einzelnen Scharmützeln bald erkannt, dass es die dänischen Verbänden nur mit Raffinesse bekämpfen konnte. Zu diesem Zweck wurden zwei stabile Prahme und ein Boot mit schweren Geschützen ausgerüstet und zur Zerstörung der dänischen Behelfsbrücke entsandt. Graf Johann von Rantzau hatte zwischenzeitig erfolgreich an der Trave dänische Stützpunkte mit einzelnen Batterien eingerichtet, die das kleine lübische Kampfgeschwader auf eine Prahme mit 8 Mann Besatzung reduzierte.

1534-10-16

Krieg gegen Schweden und Dänemark | Am 16.10. 1534 wurden 8 Handelsschiffe und 6 Orlogschiffe von Holsteiner Verbänden aufgebracht, die vor Schlutup lagen. Zusätzlich berichten zeitgenössische Chroniken von der völligen Zerstörung einer großen Zwingeranlage mit 60 Geschützen, sowie eines massiven Turms in Schlutup bei Lübeck. Die für König Christian III. positive Machtverschiebung im Raum Lübeck, befähigten ihn zu einem Diktat der Bedingungen für einen Friedensvertrag mit den Hansen. Geschickterweise setzte er die Forderungen für einen Frieden so hoch, dass den Hansen und insbesondere Lübeck, die Forderungen als eine Provokation ungeahnten Ausmaßes erschienen. Die Auslieferung des Grafen Christoph von Oldenburg als gefährlichsten Gegner von Christian III., der bei Kaiser Karl V. um Unterstützung zur dänischen Thronbesteigung warb und enger Bündnispartner Lübecks war, verfehlte seine provokante Wirkung nicht. Die Rückgabe von Beutegut und das Befreiungsverzicht von Christian II. waren weitere Eckpunkte der Forderungen. Eine sehr kurz gesetzte Frist von nur einem Tag rundeten den Forderungskatalog ab. Die Hansen stellten ein Gegenangebot auf, dem sie vermeintliche Druckmittel beifügten. Dänemark wurde die Landung von Truppen unter der Führung des Herzogs Albrecht von Preußen, sowie der Angriff auf Holstein, als Dänemarks Verbündeter, durch Dithmarscher Truppen angedroht.

1534-11-17 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Der als ,,Stockelsdorfer Frieden“ in den Chroniken verzeichnete Friedensvertrag vom 17.11. 1534 sollte sich als der größte Misserfolg der hansischen Diplomatie herausstellen. Die durch den Friedensvertrag freigesetzten dänischen Truppen in der beträchtlichen Stärke von über 9000 Kriegsknechten und 2500 berittenen Kavalleristen folgten den bereits im Vorwege unter der Führung des Adelsmarschalls Rantzau freigesetzten Truppen nach Jütland. Die plötzliche Erstarkung der dänischen Truppen machten den Bauernaufstand in Dänemark chancenlos und brachte zusätzlich auch die Truppen des Grafen von Oldenburg immer weiter ins hintertreffen.
1534-12 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Als Gegenreaktion auf die forcierte Kriegsführung der Dänen setzte im Dezember 1534 Herzog Albrecht von Mecklenburg Truppenabteilungen unter dem Kommando des Grafen Hoya, sowie des bekannten Kaperkapitäns Marx Meyer in Marsch.
1535-01-13 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Bereits am 13.01. 1535 wurde Marx Meyer mit seinen Truppen gefangengenommen. Bei der Inhaftierung von Marx Meyer in der Festungsanlage Varberg (Sundschloss) gelang es Meyer, die Festung unter Kontrolle zu bringen.
1535-03 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Eine kreuzende lübische Flotte im Kleinen Belt konnte das im März 1535 strategisch wichtige übersetzen eines Heeres des Adelsmarschalls Johann von Rantzau von Alsen nach Fünen nicht verhindern. Diesem weiteren für Dänemark wichtigen Erfolg, schlossen sich in immer kürzeren Abständen Einzelsiege für Dänemark an, welche die aussichtslose hansische Lage offenbarte. Großteile des Herzoglichen Heeres, die unter dem Kommando des Grafen Hoya standen, wurden am Ochsenberg auf Fünen vernichtend geschlagen – Fünen war somit wieder fast vollständig unter dänischer Kontrolle und wurde nur von wenigen zersplitterten gegnerischen Söldnern ,,gestichelt“.

1535-06-09

Krieg gegen Schweden und Dänemark | Dänemarks Admiral Peter Skram (Peder Skram)  formierte in Gotland eine alliierte Flotte, die aus 10 Sonderburger, 6 preußischen, 5 gotländischen, 9 schwedischen und 3 norwegischen Schiffen bestand. In den ersten Junitagen 1535 stach der gut gerüstete Schiffsverband in See und kaperte 4 holländische Schiffe, die dem Verband zugeführt wurden. Admiral Skram griff am 09.06. 1535 ein hansisches Geschwader bei schwerer See an und lieferte sich ein erbittertes Gefecht. Die hohen Verluste des dänischen Flaggschiffs ,,Schwedische Kuh“ mit verzeichneten 74 Verletzten und Toten sind beispielhaft für die Schwere des Kampfes. Mit nur 12 Schiffen ergriffen die Hansen die Flucht in den Sund. Das fehlen, heute üblicher Kommunikationstechniken in der damaligen Zeit, führte zu einer weiteren kriegsentscheidenden Verzögerung. Der Auslaufbefehls der vor Fünen liegenden hansischen Flotte, die sich mit den übriggebliebenen 12 Schiffen des vorangegangenen Seegefechts vereinigen sollte erreichte die Flotte nicht mehr rechtzeitig. Während die lübische Flotte noch vor Fünen lag, verstärkte Norwegen Admiral Skrams Flottenverband um weitere Schiffe, die eine effektive Abschottung des kleinen Belt bei Middelfahrt gewährleistete. Admiral Skrams Hauptflottenverband drängte die lübische Flotte in den Svenborgsund.

1535-06-11 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Am 11.06. 1535 vernichtete Johann Rantzau am Ochsenberg die Verbände des Grafen Christoph.
1535-06-16 Krieg gegen Schweden und Dänemark | Der aussichtslosen Lage bewusst steckten die lübischen Schiffsbesatzungen am 16.06. 1535 ihre Schiffe in Brand, was den Besatzungen bis auf ein einzelnes kleineres Schiff nicht gelang – neun hansische Schiffe wurden mit nur verhältnismäßig geringen Schäden erbeutet, das Flaggschiff des lübischen Verbandes wurde später das Admiralschiff von Christian III.. Die an Land flüchtenden Schiffsbesatzungen sollen erfolgreich bekämpft worden sein. Die gestärkten Bündnisverhältnisse der Dänen offenbarten immer mehr die unterlegene Position der Hanse. Die Tatsache, dass einstige Partner der Hanse wie zum Beispiel Preußen der Hanse gegenüber erst ein ablehnende Position und später eine feindliche Stellung bezogen war in der unorthodoxen Politik begründet, die Wullenwever mit viel Druck betrieb. Das burschikose Auftreten Wullenwevers erschwerte in erheblichem Umfang diverse Verhandlungsversuche.
1535-08-19

Rücktritt des Bürgermeisters von Lübeck | Der Lübecker Bürgermeister Jürgen Wullenwever versuchte durch eine aggressive Außen- und Innenpolitik den Status der Hanse und insbesondere die lübische Vormachtstellung innerhalb der Hanse auszubauen. Hierbei war unter anderem auch das Bekenntnis, des durch Wullenwever gesteuerten Rat der Stadt Lübeck zum Protestantentum eine entscheidende Gegebenheit, die den katholischen Klerus, das Lübecker Patriziertum, diverse Landesfürsten und den Kaiser brüskierten. Eine immer aussichtslosere Situation, bei der Lübeck zusehends politisch isoliert wurde, führte zuerst zur Entmachtung und von Wullenwevers Ratsmitgliedern und am 19.08. 1535 zum Rücktritt des Bürgermeisters. Wullenwevers Feinde vergaßen ihrerseits nicht die Entmachtung der katholischen Kirche und nutzten seine Durchreise durchs Land des Erzbischof von Bremen zur Verhaftung des entmachteten Bürgermeisters und anschließenden Abschiebung an den Herzog von Braunschweig, wo er einer peinlichen Befragung unterzogen wurde.

1535 Hansetag | Lüneburg | Die Politik Lübecks wird vom Hansetag missbilligt.
1535 Hansetag | Lübeck | Friede von Hamburg (1536) zwischen Lübeck und Christian III.
1536-02-14 Niederlage Lübecks | Am 14.02. 1536 musste Lübeck in Friedensverhandlungen, die im Oktober 1535 begonnen hatten, seine Niederlage eingestehen und Christian III. endgültig als König von Dänemark anerkennen. Lübeck konnte seine Forderungen nicht durchsetzen, als Zugeständnis wurden die alten Handelsprivilegien anerkannt, sowie den in Kopenhagen belagerten ein freier Abzug gewährt.
1536-07 Juli 1536 kapitulierte das besetzte Kopenhagen und wurde wie vertraglich vereinbart durch dänische Truppen eingenommen.
1536-03

Folterungen an Jürgen Wullenwever | ehem. Bürgermeister von Lübeck | Unter der Folter gestand Wullenwever im März 1536 diverse fragwürdige Verbrechen, unter anderem auch einen geplanten Streich gegen den neuen Rat von Lübeck.

1537-09-24 Hinrichtung des Jürgen Wullenwever | ehem. Bürgermeister von Lübeck | Wullenwever wurde am 24.09. 1537 in Wolfenbüttel hingerichtet.

1537


Hinrichtung von Seeräubern | Hinrichtung von Seeräubern 1573 in Hamburg (Ausschnitt)

1539

1539

Marine map | A Marine map and Description of the Northern Lands and of their Marvels, most carefully drawn up at Venice in the year 1539 through the generous assistance of the Most Honourable Lord Hieronymo Quirino.

1540 Hansetag | Lübeck
1545 Brügge hatte 1545 als Unterstützung des hansischen Handels mit der Stadt Antwerpen einen förmlichen Vertrag geschlossen, der allerdings den Status der Hanse nicht wesentlich verbesserte, allerdings innerhalb des Geheimen Rates der Stadt das Verlangen einer festen hansischen Handelsniederlassung weckte.
1545 Das rechtlich als juristische Person selbstständige Hansekontor in Brügge vereinbarte im Jahr 1545 mit Antwerpen die künftige Niederlassung der Hanse an der Schelde, die nicht die Versandungsprobleme des Zwin aufwies.
1546 Jesus von Lübeck
1550 Hansetag | Lüneburg
1550 Etwa um 1550, tagten die kleinen Hansestädte des Münsterlandes regelmäßig untereinander. War es früherer die Regel gewesen, Beiträge nur dann zu erheben, wenn ein Grund vorlag, wie etwa die Ausrüstung eines Kriegsschiffs zum Schutz gegen Piraten oder der Neubau eines Kontors im Ausland, so hatten sich jetzt feste Beiträge durchgesetzt. Die Höhe dieser Beiträge, Kontributionen genannt, und deren Verteilung untereinander war das Hauptthema auf jeder Zusammenkunft. Die Städte des Braemquartiers tagten in der Regel auf der sogenannten „Borger Hegge“, einem Gebäude auf der Strecke zwischen Borken und Ramsdorf.
1552 Bereits 1552 hatte König Eduard VI. die im Frieden von Utrecht (1474) bestätigten Handelsprivilegien der Städte widerrufen.
1553 Seine Nachfolgerin Königin Maria I. bestätigte diese zwar wie erwartet 1553 erneut, aber die einheimische Wirtschaft setzt eine alsbald wieder Einschränkungen durch, so dass die Hoffnung hansischer Diplomatie bald auf der absehbaren Nachfolgerin Königin Elisabeth I. ruhte. Allein diese Hoffnung wurde enttäuscht, die repressive Handelspolitik Elisabeths bedeutete schließlich allen diplomatischen Missionen Sudermanns zum Trotz das Aus für eine privilegierte Stellung deutscher Kaufleute im Englandhandel. Dieser Umstand wurde durch einige der Hansestädte selbst begünstigt, die die englische Konkurrenz, ohne Reziprozität erlangt zu haben, mit Stapelrechten in deutschen Häfen begünstigten. Das sich verschlechternde Verhältnis Englands zu den Niederlanden brachte zwar eine Annäherung zwischen der Hanse und den Niederlanden, aber auch hier scherten einzelne Städte der Hanse um ihres eigenen Vorteils willen aus, so dass es zu keiner effizienten Handelsblockade gegen England kommen konnte.

1554/55

Bitten Salzwedels, um Wiederaufnahme in die Hanse, werden abgelehnt.

1555 Hansetag | Lübeck
1556 16th CenturyHansetag | Lübeck  Heinrich Sudermann wird rückwirkend Syndikus der Hanse.
1556

Das 1556 geschaffene Amt des Syndicus stellt geschichtlich betrachtet die einzige greifbare personengebundene Repräsentanz der hansischen Städtegemeinschaft dar. Aus gutem Grund baute sich die Städtegemeinschaft einen unangreifbaren, im weitesten Sinne betrachtet, nichtjuristischen Status auf. Dieses drückte sich durch die Tatsache aus, dass die Hanse kein eigenes Siegel führte, bis 1556 durch keinen offiziellen Vertreter repräsentiert wurde und keine Beschäftigen hatte.

Bis 1556 vertrat anfänglich der Rat und später der Syndicus von Lübeck die Interessen der Hanse, dieses allerdings nur in einem sehr eingeschränkten Umfang und unter Einbeziehung der lübischen Standpunkte. Mitte des 16. Jahrhunderts zeichnete sich eine immer größere Zersetzung des hansischen Einflusses bei seinen Handelspartnern und Kritikern ab.

1565/57 Die Hansetage 1556 und 1557: Soest kontra Hansekonvent
1557 Hansetag | Lübeck | 63 Städte | Reorganisation des Bündnis: Statut der kontinuierlichen Konfederation.
1557 1557 fasste die Hanse unter der Leitung Sudermanns und des Brügger Kontors die Idee einer großen Brügger Niederlassung in Antwerpen auf und band sie gleichzeitig an die Bedingung einer Privilegienbestätigung. – Die Pläne für ein großes Handelshaus waren geboren.
1558 Das offene Desinteresse des Hansebundes, das auf massive Weise durch den ignorierten Hilferuf Revals im Jahre 1558 zum Ausdruck kam, führte zu einer schleichenden Zersetzung des hansischen Einflusses im östlichen Raum. Die Hanse erkannte alsbald in der preußisch-polnischen Annäherung an Russland ein großes Gefahrenpotenzial, die Kontrolle über wichtige Rohstoffe und Handelswaren zu verlieren. Wir erinnern, dass der Deutsche Ritterorden mit seinen Bernsteinregalen im östlichen Raum eine Monopolstellung inne hatte. Ein weiterer Punkt bezog sich auch auf die Tatsache, dass die Hanse ihre kostbarsten Pelzwaren aus dem östlichen Raum bezogen.
1558 Dorpat und Narva von den Russen erobert | Ein weiteres Problem der Hanse sollte in der Folgezeit der Expansionsdrang Russland darstellen, das sein Territorium zuerst 1558 mit Narva und Dorpat auf den Ostseeraum ausdehnte und später auch auf das Gebiet ausdehnte, auf dem Peter der Große das heute weltberühmte Sankt Petersburg nach venezianischem Vorbild mit pfahlabgestützten Fundamenten von einem italienischen Architekten errichten ließ.
1558 Hansetag | Bremen
1559 Hansetag | Lübeck
1562 Hansetag | Lübeck | Die zweite Verurteilung Soests
1562 Verlängerung der Berufung Sudermanns zum Syndicus der Hanse.
1562 Im Januar 1562 entschloss sich der Geheime Rat der Stadt Antwerpen zu einer teilweisen Bestätigung der der hansischen Privilegien, die allerdings nur dem neuen Handelshaus zugesprochen wurden. - Das Brügger Kontor hatte vergeblich versucht sein Stapelrecht in Antwerpen durchzusetzen.
1563

Bremen ausgeschieden nächste Mal - auf kurze Zeit

1563

Im Oktober 1563 kam nach zähen Verhandlungen der Vertragsschluss zum Bau des großen Handelshauses zum Abschluss. Die Gesamtkosten für das Handelshaus wurden insgesamt auf 124.000 Gulden veranschlagt und das Gebäude sollte nach Fertigstellung in den Besitz der Hanse übergehen. Der Anteil den die Hanse zahlte, belief sich auf 60.000 Gulden, die übrigen 64.000 Gulden sollte entsprechend dem Vertrag Antwerpen aufbringen.

Das von dem Architekten Cornelis Floris II. errichtete neue Haus der Osterlinge in Antwerpen wurde von der Stadt Antwerpen 1563 vereinbarungsgemäß bei einer Investitionssumme von 124.000 Gulden mit 64.000 Gulden subventioniert, aber aufgrund der unruhigen Zeit erst 1569 seiner Bestimmung übergeben.

1563-1570 Häufige kriegerische Auseinandersetzungen zu See führten während des Dreikronenkrieges (1563 bis 1570) zu einer rasanten technologischen Entwicklung der Kriegs- und Handelsschiffe.
1563-1570

Nordischer Siebenjährigen Krieg | Die immer stärkere Vertretung von Eigeninteressen innerhalb der Hanse isolierte Lübeck zusehends und führte 1563 bis 1570 zu einem Alleingang Lübecks im Nordischen Siebenjährigen Krieg. Die Schwächung des Deutschen Ritterordens im Baltischen Raum und das direkte Verhandeln von adligen Gutsbesitzern mit Holländischen und Englischen Getreideaufkäufern, sowie der durch die Gutsbesitzer forcierte Ausbau von kleinen Häfen (Klipphäfen) umgingen das übliche Hafenmonopol der Hansestädte. Neustadt in Holstein, welches lübsches Recht hatte, aber nicht dem Hansebund angehörte, ist hierfür ein interessantes Beispiel. Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Holz aus den umliegenden Gütern und Wäldern wurden vom kleinen Neustädter Seehafen verschifft. Landwirtschaftliche Rohstoffe von den Ländereien des Benediktinerkloster in Cismar bei Grömitz, wurden vom Grömitzer Seehafen über Neustadt in Holstein nach Lübeck oder ,,Übersee“ bis nach Schweden verschifft.

Der als ,, Nordischer Siebenjährige Krieg“ in die Geschichte eingegangene Krieg resultierte aus der Umsetzung eines neuen außenpolitischen Stils von Schweden gegenüber der Hanse und Holland. Der im Jahre 1561 gekrönte Sohn von Gustav Vasa, Erich XIV, forcierte wie viele andere Staaten, den Aufbau einer eigenen Kaufmannschaft und solidarisierte sich insbesondere mit Holland. Das erklärte Ziel des jungen schwedischen Königs war eine Unabhängigkeit von der Hanse und eine Ausdehnung seines Machtraums auf ehemalige Gebiete der Hanse. Reval (Tallinn) bildete Schwedens Kontrollstandort für Hansisch - Russischen Handel. Im Jahre seiner Thronbesteigung forderte König Erich XIV. die Abgesandten der einzelnen Hansestädte auf, den Handel mit Russland einzustellen, was von Danzig, Rostock, Stralsund und Hamburg bestätigt wurde. Lübeck lehnte diese Forderung erst 1561 und später erneut 1562 ab. Als Reaktion auf die ablehnende Haltung Lübecks errichteten die schwedischen Admirale Jakob Bagge und Jörns Bonde im schwedischen Meerbusen eine Kette von Ausliegerschiffen, die diverse Handelsschiffe aufbrachten. Niederländische, dänische und englische Schiffe durften nach kurzen Kontrollen Ihre Fahrt ins russische Narva fortsetzen, lübische Schiffe wurden festgesetzt und immer öfter trotz offizieller Proteste beschlagnahmt.

Neben Lübeck fühlte sich Dänemark zusehends durch Schwedens Expansionspolitik in seinen alten Pfründen bedroht, weil es immer mehr seine Vormachtsstellung im skandinavischen Ostseeraum an Schweden abtreten musste. Wichtige strategische Inseln und Häfen bildeten unversöhnliche Streitpunkte zwischen Dänemark und Schweden. Aus Gründen der Staatsraison verbündete sich Dänemark 1563 zu Beginn des Dreikronenkrieges mit seinem Erzfeind Lübeck gegen Schweden.

Lübeck warb zusätzlich, allerdings erfolglos, bei diversen Hansestädten für ein Bündnis gegen Schweden. Rostock erklärte sich als einzige Stadt zur Unterstützung von Lübeck durch Lebensmittellieferungen bereit. Als Gegenleistung erwartete Rostock eine Fürsprache zur Rückabwicklungen von beschlagnahmten Gütern und Schiffen am dänischen Hof. Stralsund erklärte Lübeck gegenüber seine Neutralität und hatte insgeheim Bündnisverhandlungen mit Schweden zu einem positiven Abschluss gebracht. Auf einer noch heute existierenden Straße, die heute teilweise parallel zu einer Bundesstraße verläuft, wurde Schweden ein Nutzungsrecht eingeräumt, das interessanterweise auch heute noch Gültigkeit hat.

Am 13.06. 1563 wurde der Bündnisvertrag zwischen Lübeck und Dänemark ratifiziert, der die Durchsetzung einer 140.000 Mark hohen Forderung enthielt, die bereits unter König Gustav Vasa begründet war. Weiterhin wurden variable Forderungen an Schweden vertraglich fixiert, die sich aus Kriegskosten, Reparationszahlung, Auszahlungen von versenkten und beschlagnahmten lübischen Tonnagen und Schiffen, sowie alten Krediten von lübischen Kaufherren gegenüber Schweden zusammensetzten.

Polen bekundete schon zu früherer Zeit sein Interesse an Livland, Estland und Ostseegebieten des Deutschen Ritterordens und trat am 05.10. 1563 unter vielen Vorbehalten dem Dänisch – Lübischen Bündnis bei. Ein wichtiger Indikator der schwachen polnischen Stellung innerhalb Europas war die Angstbeziehung zu Russland, das sich noch immer auf Expansionskurs befand. Ausliegerschiffe von König Sigismund II. August von Polen brachten in der Anfangszeit des Krieges trotz bestehender Bündnisverträge immer wieder Schiffe verbündeter Hansestädte im Finnischen Meerbusen auf, die das russische Narva anlaufen wollten.

Ein in die Seekriegsgeschichte eingegangenes Seegefecht ist bezeichnend für die einerseits verworrene Situation der damaligen Zeit, als auch für das oftmals kaltblütiges Verhalten von Seemächten und ihrer Admirale, die keinerlei Interesse an einer friedlichen Abklärung hegten. Im Sommer 1563 kreuzte ein schwedischer Verband von 20 Schiffen auf dem Seeweg nach Rostock dänisches Hoheitsgewässer, das durch einen westlich vor Bornholm ankernden kleinen Schiffsverband kontrolliert wurde. Der dänische Admiral Brokenhuus entsandte wie damals üblich 3 Schiffe, die zur Begrüßung einen dreifachen Salut abschossen. Der schwedische Admiral Bagge nahm dieses zum Anlass den kräftemäßig unterlegenen Verband anzugreifen und die Schiffe zu entern – in späterer Zeit wurde der Angriff seitens Schwedens mit der fadenscheinigen Begründung legitimiert, dass nicht drei sondern vier Kanonenschüsse abgegeben worden wären. Die völlig überraschten Besatzungen der 3 dänischen Schiffe erwarteten als Zeichen der Anerkennung der dänischen Seehoheit das Reffen der Topsegel. Die Schiffe wurden wie bereits erwähnt gekapert und die 600 Mann starke Besatzung gefangen gesetzt. Die verbliebenen noch vor Reede liegenden Schiffe konnten durch Flucht der Vernichtung entgehen – spätere Berichte sprechen von 4 bis 8 Schiffen.

Am Tag des 31.07. 1563, der als offizieller Kriegsbeginn gilt, verstärkte Friedrich II. von Dänemark den Druck auf die neutralen Hansestädte durch die Veröffentlichung einer neuen Proklamation, in der er die Aufbringung aller Rostocker und Stralsunder Schiffe befahl, die weiterhin den Handel mit Schweden unterstützten. Innerhalb kürzerer Zeit stellte Dänemark allerdings fest, dass es die hochgesteckten Ziele nicht einmal ansatzweise mit seinen vorhandenen Flottenkräften erfüllen konnte. Anlässlich dieser Tatsache verschärfte Dänemark seine Außenpolitik durch die bedingungslose Unterstützung eines Dänisch-Lübischen Kaperkrieges. Polen schloss sich dem lukrativen Kaperkrieg unter der Prämisse an, den Russlandhandel zu unterbinden.

Die am Schweden- und Russlandhandel beteiligten Städte verzeichneten einen phasenweisen Anstieg von gekaperten Schiffen durch lübische und dänische Auslieger. Als Gegenreaktion wurden größere Handelsverbände zusammengestellt, die besser bewaffnet waren und zusätzlich von Orlogschiffen begleitet wurden.

Am 05.08. 1563 stach ein großer Flottenverband mit 27 Schiffen unter dem Kommando von Admiral Peter Skram von Helsingborg aus in See, dem sich am 29.07. 1563 sechs lübische Einheiten anschlossen. Admiral Skrams alliierter Verband erreichte in den letzten Augusttagen 1563 die nördliche Küste der Insel Oeland und ließ einen Teil von seinen 4.600 Seesoldaten anlanden. Oeland wurde entsprechenden Berichten zufolge erheblich verwüstet und geplündert. Fast zeitgleich befand sich eine kleinere schwedische Flotte in See, wovon der dänische Admiral Peter Skram - HIER KLICKEN erst am 10.09. 1563 Kenntnis erlangte. Skram ließ unverzüglich Kurs auf das Gotland aufnehmen und hatte nach nur einem Tag Feindberührung nördlich von Gotland. Die zaghaft beginnende Seeschlacht entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer ausgewachsenen Seeschlacht, in der die schwedische Flotte schwerste Verluste zu beklagen hatte und nur durch glückliche Umstände der völligen Vernichtung durch Flucht entgingen. Der geschlossene taktische Angriff unter dem Oberbefehl von Admiral Skram brach völlig auf und führte zu den üblichen Kampfhandlungen Schiff gegen Schiff. Die Tatsache, dass das dänische Flaggschiff durch die Kampfhandlungen schwer beschädigt wurde, machte ein Nachstellen der in die Schären flüchtenden schwedischen Flotte aussichtslos. Die alliierte Flotte blieb noch bis November ohne Feindberührung in See.

Das Unvermögen eines geschlossenen taktischen Angriffs führte in der folgenden Zeit zu einer kontroversen Diskussion zwischen Dänemark und Lübeck, die neue personelle Entscheidungen in der Besetzung der Admiralität nach sich zog und ungeahnte historische Bedeutung erlangen sollte.

1564 Hansetag | Lübeck
1564-1568 Bau des Hansehauses in Antwerpen
1564 1564 wird Münster und damit auch Haltern, zur Kostendeckung eines Hansehauses in Antwerpen herangezogen.
1564 Massive Kriegshandlungen zu See führten 1564 zum Aufkommen von reinen Kriegsschiffen, die eine Feuerkraft aufwiesen, welche Gegnerische Schiffe anfänglich um ein vielfaches überstieg (ein erwähnenswertes Beispiel ist das schwedische Flaggschiff ,,Makalös“, welches das größte Kriegsschiff seiner Zeit gewesen sein soll).
1564 Die alliierte Flotte hatte am 31.05 1564 vorübergehend die Seehoheit gewonnen – die zersplitterten Reste der schwedischen Flotte drehten unter dem Kommando von Klaus Flemming nach Dalarö ab.
1564 Klaus Flemming stach im Juli 1564 erneut in See und kaperte am 15.07. 1564 sechzehn von insgesamt 20 lübischen Schiffen, die aus Narva kamen.
1564

Parallel zu vorgeschobenen Friedensbemühungen, die am 21.05. 1564 im Rostocker Friedenskongress gipfelten, dem im übrigen die schwedische Seite nicht beiwohnte, wurden massive Aufstockungspläne innerhalb der kriegführenden Mächte realisiert.

Dänemark warb in Holland 3.000 Seeleute an, die auf Grund von Geldmangel allerdings nicht in Dienst gestellt werden konnten. Aus Gründen der finanziellen Knappheit wurden im Februar auf Seeland und einigen Nachbarinseln rund 840 Seeleute dienstverpflichtet. In dänischen Städten und größeren Ortschaften erfolgte die Werbung zum teil mit großmundigen Versprechen und brachten bis zum 22.03. 1564 weitere 1.780 ,,Freiwillige“. Admiral Peter Skram war bei König Friedrich in Ungnade gefallen und musste den Oberbefehl Admiral Herluf Trolle abtreten. Die neu angeworbenen Männer erweiterten nur sehr bedingt das Truppenkontingent, weil sie vielmehr vorhandene Lücken in der bestehenden Besatzung der dänischen Flotte aufrüstete. Vereinzelte gekaperte Kauffahrer wurden der Flotte zugeführt und bildeten keine nennenswerte Verstärkung der dänischen Seestreitkräfte – ein Grund war hierfür die desolate Finanzlage der dänischen Krone, ein anderer die kriegsbedingte Ausdünnung der Bevölkerung über die vorangegangenen Jahrzehnte.

Lübeck betrieb mit größerem Erfolg die Aufstockung seiner Flotte, weil Lübeck durch seine kartographische Landlage breitgefächerte Möglichkeiten der Söldnerwerbung bis in den Süddeutschen Raum (zum Beispiel Sachsen, Hannover, Thüringen und Westfalen) hatte. Das größere finanzielle Budget der Hansestadt und seiner Kaufleute der damaligen Zeit war bekannt – Das Deutsche Kaiserhaus als Beispiel finanzierte sich zu einem Großteil durch die von die im süddeutschen Raum ansässigen Fugger vergebenen Kredite. Ein weiterer Punkt war die waffentechnische Aufrüstung der Schiffe.

Ein besonders erwähnenswerter taktischer Neuanfang der lübischen Kriegsführung ist unbestritten die erstmalige Einsetzung zweier Admirale zur Flottenführung. Friedrich Knebel wurde als Erster Flottenadmiral der Oberbefehl übertragen, Johann Kampferbeke sollte als Zweiter Admiral bzw. Konteradmiral beratend und unterstützend Knebel zur Hand gehen. Der auf 10 große Einheiten verstärkte lübische Flottenverband wurde durch das Flaggschiff ,,Engel“ zum Treffpunkt mit der dänischen Flotte geführt.

Die dänische Flotte wurde durch den dänischen Admiral Herluf Trolle befehligt, der erstmalig eine Keilgefechtsformation einführte, die allerdings bedingt durch mangelnde Manövriererfahrungen der Schiffsbesatzungen scheiterte. Üblicherweise wurde nur Schiff gegen Schiff gekämpft. Einen weiteren Hinderungsgrund bildete die unterschiedliche technische Ausrüstung der Schiffe, sowie ihre unterschiedliche Manövrierfähigkeit.

Die auf 36 Einheiten angewachsene alliierte Flotte passierte am 18 Mai die Insel Bornholm. Am 30.05. 1564 hatte die alliierte Flotte mit der schwedischen Flotte Gefechtsberührung östlich von Karlskrona. Die von Admiral Herluf Trolle eingeführte Keilangriffstechnik riss in vielen bereichen auf und brachte nur in wenigen Fällen den gewünschten Erfolg. Ein Erfolg der neuen Technik war der konzentrierte Angriff mit Schiffsartilleriefeuer auf das seinerzeit größte Schiff, das schwedische Flaggschiff ,,Makalös“.

1564-1568 Entstehung des hansischen Hauses in Antwerpen | Der Neubau war notwendig geworden, weil sich die Handelsströme von Brügge nach Antwerpen verlagert hatten. Henri Sundermann, der Syndikus der Hanse in Antwerpen, setzten diesen Prachtbau, der leider 1893 vollständig niederbrannte, durch. Sein Ziel war es, für die hansischen Kaufleute einen Komplex zu schaffen, der gleichzeitig als Büro, Clubhaus, Hotel und Lager diente. Das Haus war 80 Meter lang, 62 Meter breit und hatte 113 Zimmer.
1565 Die technologische Entwicklung verlagerte sich von Schiffen, die mit ,,leichten Schiffsgeschützen“ den Charakter von Truppentransportschiffen hatten zu schwer bewaffneten Kriegsschiffen mit großen Schiffsartilleriegeschützen für größere Distanzen. Die Makelös bildete von schwedischer Seite den Anfang der zukünftigen “Großkampfschiffe“. Die neuen Schiffstypen erforderten bei Seegefechten eine große punktuelle feindliche Kräftebindung. Lübeck sah sich nach schweren Flottenverlusten, die ihren Ursprung nicht so sehr durch Kampfhandlungen begründeten, sondern durch einen großen Sturm, bei dem die hansisch-dänische Flotte Großteile ihrer Schiffe verlor, 1565 zu der Auftragserteilung eines Flaggschiffneubaues gezwungen.
1565-05-15 Während der Winterpause rüstete Schweden massiv seine Flotte auf 50 gut bewaffnete Schiffe auf. Die neu gestärkte und besser ausgerüstete schwedische Flotte stach am 15.05. 1565 unter dem Kommando von Admiral Klas Christerson in See, passierte die Stockholmer Schären und nahm Kurs nach Westen auf. Nach nur 6 Tagen sichtete Christersons Flotte neun alliierte Schiffe, die als Sperrauslieger bei Bornholm den östlichen Schiffsverkehr der Ostsee kontrollierten. Angesichts der erdrückenden Übermacht der schwedischen Flotte setzte Peter Huitfeld als der Befehlshaber der alliierten Schiffe, einen Ausweichkurs, der ihn an die Rügener Küste führte. Durch massives schwedisches Schiffsartilleriefeuer liefen 4 Schiffe auf den Rügener Oststrand auf. Bemerkenswerterweise gelang es noch den Besatzungen der ,,Nachtigall“, ,,Jägermeister“, ,,Bär“ und ,,Arche“ diverse schwere und leichte Waffen in Sicherheit zu bringen (15 Hakenbüchsen – schwere Luntengewehre, 8 doppelte Falkonetten – leichtes ca. 300 bis 400 Kilogramm schweres Geschütz, 7 Barsen – Leichtkalibrige Feuerwaffe, 5 Halbschlagen - ?, 1 eiserne Falkonette – exakte Bedeutung?, 2 Sturmhaken - ?, sowie diverser Proviant. Abschließend wurden die 4 Schiffe in Brand gesteckt. Die hart nachsetzenden Schweden drängten Huitfelds restliche 5 Schiffe in den Greifswalder Bodden in neutrales pommersches Gewässer.
1565-05-27 Der Erfolg der schwedischen Flotte bestärkte Admiral Christerson ab dem 27.05. 1565 vor Dargerör einen Sundzoll von allen kreuzenden Schiffen einzufordern, gleichzeitig führte Christerson eine flexible Seeblockade an einigen strategisch wichtigen Punkten ein. Das Hauptaugenmerk legte der schwedische Admiral auf die Blockade der wichtigsten hansischen Seehäfen und der Ostseeküstengewässer. Travemünde wurde als Lübecker Knotenpunkt blockiert, wichtig in diesem Zusammenhang waren den Schweden nicht nur die Blockade der lübischen Handelsseefahrt, sondern auch der Stapellauf und die Indienststellung neuer gegnerischer Schiffe. Dem neu gebaute lübische Flaggschiff ,,Morian“ galt in dieser Strategie ein massiver Schiffsartillerieangriff, dem der Versuch des Enterns vorangegangen war. Letztendlich musste das schwer bedrängte Schiff zur Rettung auf den Strand gezogen werden. Vor Stralsund lag zum aufrüsten eine große Kampfflotte von 45 Schiffen, die in erheblichem Umfang mit Mannschaften verstärkt und mit neuem Proviant ausgerüstet wurden.
1565-06-04 Die schwedische Flotte wurde vor Wismar gesichtet und nahm offensichtlich Kurs auf Fehmarn um kleinere Städte und ihre Seehäfen zu blockieren und somit eine Versorgung der lübischen Flotte zu unterbinden. Admiral Herluf Trolle traf am 04.06. 1565 mit 12 lübischen Schiffen und 13 dänischen Schiffen auf die schwedische Flotte bei Buckow und griff mit seinem Flaggschiff ,,Jägermeister“ das schwedische Flaggschiff an. Die ,,Jägermeister“ soll mit einer 1.100 Mann starken Mannschaft und neuester Waffentechnik ausgerüstet gewesen sein.
1565-06-07 Im laufe des Gefechts wurde Admiral Trolle schwer verletzt und musste sich angesichts der Übermacht am 07.06. 1565 nach Amager zurückziehen und das Kommando übertragen.
1565-06-25 Der dänische Admiral Herluf Trolle verstarb am 25.06. 1565 in Kopenhagen. Der Misserfolg hatte für einige lübische Kapitäne und Bootsleute Folgen: In einem Schauprozess vor dem Rat der Stadt Lübeck wurden die Angeklagten wegen Feigheit zu Kerkerhaft verurteilt.
1565-07-02 Die schwer beschädigte alliierte Flotte wurde in Amager in aller Eile instand gesetzt und auf insgesamt 36 Schiffe verstärkt (14 lübische und 22 dänische Schiffe). Am 02.07. 1565 stach die neu aufgerüstete Flotte unter dem Kommando von Otto Ruds in See.
1565-07-07

Bereits am 07.07. 1565 stießen die feindlichen Flottenkräfte zwischen Bornholmer und Rügener Gewässern aufeinander. Der dänische Kommandeur Otto Ruds sah sich mit einer immer noch gut gerüsteten schwedischen Flotte gegenüber, die mit 46 Schiffen eine ernste Gefahr darstellte. Die Kämpfe gestalteten sich für die überlegene schwedische Flotte erfolgreicher als für die alliierte Seite. Es wurden von Verbündeter Seite zwar 5 schwedische Schiffe vernichtet, allerdings der Verlust des Flaggschiffes auf alliierter Seite, das eine Besatzungsstärke von 1.000 Mann gehabt haben soll wiegte schwerer, weil gleichzeitig Otto Ruds gefangen genommen wurde.

Weiterhin verzeichnete die alliierte Seite den Verlust von einem dänischen und einem lübischen Schiff. Die Gesamtzahl der Verluste beider Kriegsparteien wird allein für diese Schlacht auf 7.000 Mann beziffert.

1565-07-14 Beide gegnerischen Flotten waren durch die Seeschlacht soweit geschwächt, dass der schwedische Admiral Klas Christerson die Verfolgung der abdrehenden gegnerischen Flotte nicht befahl. Erich Ruds als neuer Kommandeur der Verbündeten ordnete den sofortigen Rückzug mit Kurs auf Bornholm an. Am 14.07. 1565 erreichte die schwedische Flotte stark geschwächt Dalarö.

1566

Schlacht um Gotland - Lübeck verloren

1566 Hansetag | Lübeck | Der Sessionsstreit zwischen Braunschweig, Danzig, Elbing, Lüneburg und Magdeburg auf dem Hansetag 1566
1566

Im Jahr 1566 erfolgten keine nennenswerten kriegerischen Auseinandersetzungen der Flotten untereinander die erwähnenswert wären. Der größte Erfolg für die am 23.05. 1566 aus Elfsnabben ausgelaufenen schwedischen Flotte war das teilweise aufbringen einer großen Handelsflotte vor Bornholm, die aus mehreren hundert Schiffen bestand. Den Schiffen wurde der übliche Sundzoll abgepresst und 50 Salzschiffe samt ihrer Besatzungen beschlagnahmt. Am 06.07. 1566 lief die schwedische Flotte mit ihren erbeuteten Salzschiffen Stockholm an.

Der 26.07. 1566 ging mit einem kleinen Seegefecht in die Geschichte ein, das auf Grund einer einsetzenden Schlechtwetterfront abgebrochen werden musste und nur wenige Tote zur Folge hatte. Die verbündete Flotte drehte nach Gotland ab um den bei den Scharmützeln getötete Unteradmiral und anderen Toten zu beizusetzen. Der in der Nacht vom 28. auf den 29.07. 1566 zum Orkan angewachsene Sturm drehte auf einen auf ablandigen Sturm mit starken Böen und richtete in der vor Visby vor Anker liegenden alliierten Flotte starke Schäden an. Die Verluste durch die Sturmnacht entwickelten sich am darauffolgenden Tag für die vereinigte Flotte als eine der größten Katastrophen der beiden Bündnispartner seit langer Zeit heraus:

* Der gesamte Führungsstab der verbündeten Flotte wurde auf einen Schlag ausgelöscht. Die dänischen Admiräle Hans Lauridsen und Jens Truidsen blieben auf See. Der lübische Flottenführer und Admiral Bartholomäus Tinnapfel ging bei dem Versuch unter, sein Flaggschiff ,,Morian“ unter Land zu steuern, weiterhin waren zwölf Kapitäne zu beklagen. In der Sturmnacht fielen drei große lübische Orlogschiffe und elf dänische Schiffe mit insgesamt etwa 6500 Mann Besatzung dem Orkan zum Opfer.
* Die schwedischen Verluste sollen ungefähr den dänisch- lübischen Verlusten entsprochen haben und beide Flotten weitestgehend kampfunfähig gemacht haben. Wiederholte Versuche seitens Kaiser Maximilian II. für einen Waffenstillstand zu werben, führten auch im März 1567 zu keinem Erfolg.

1566 Der hansische Anteil zum Bau des neuen Handelshauses in Antwerpen sollte sich entsprechend der Beschlussfassung eines Hansetages durch die Einrichtung eines Schosses finanzieren (Der Schoss war in diesem Fall ein „Finanzierungstopf“, in den die Mitglieder der Städtegemeinschaft in regelmäßigen Abständen einen festgelegte Beiträge zum Unterhalt des neuen Antwerpener Handelshauses einzahlten). Das Übereinkommen zur Beschoßung beinhaltete die Beitragsbefreiung von Köln, was innerhalb kürzester Zeit den Einspruch diverser Städte zur Folge hatte. Aufzeichnungen zufolge soll Danzig in der Verweigerung eine Vorreiterrolle eingenommen haben, die 1566 zur Einberufung des Kammergerichtes führte. Die Verweigerung führte letztendlich zu einer existenziell gefährdend hohen Verschuldung des Handelshauses. Im Angesicht einer sich anbahnenden Auseinandersetzung versuchte Sudermann, in Hinblick auf seine Beziehungen zu Köln und einer möglichen Diskreditierung in Kölner Kreisen, durch Verhandlungsgeschick einen jahrelangen Prozess abzuwenden.
1566/67 1566/67, werden die Hansestädte aufgefordert, einen Beitrag zur Türkensteuer zu leisten. Wie zuvor schieben die Kleinstädte die Zahlung hinaus.
1667 Priveligierung der engl. Kaufleute in Hamburg
1667 Verlängerung der Berufung Sudermanns zum Syndicus der Hanse
1567

Die "Adler von Lübeck" | Schiffbaumeister Sylvester Franke baute im Auftrag von Lübeck an der Trave die später als ,,nichtkämpfendes Kriegsschiff“ in die Geschichte eingehende ,,Adler von Lübeck“. 1567 wurde die fertig gestellte ,,Adler von Lübeck“ dem lübischen Oberbefehlshaber und späteren Bürgermeister Johann Brockes übergeben. – Die ,,Adler von Lübeck“ wurde nie in den Kampfeinsatz geführt und zu späterer Zeit entwaffnet. Das einstige 2.000 bis 3.000 Tonnen schwere Großkampfschiff nahm als leck geschlagenes Transportschiff 1581 ein unrühmliches Ende und wurde in Lissabon für 2.000 Dukaten erst verkauft und letztendlich abgewrackt.


 

1567  - Deutsch: Segelschiff auf der Zigarrenpackung der Marke Clubmaster der Firma Arnold André aus Bünde (Nordrhein-Westfalen). Die Vorlage für das abgebildete Schiff war das Flaggschiff der Hanse Adler von Lübeck (1567-88), was dem Unternehmen aber nicht bewußt war. Die Adler-von-Lübeck-Kopie zierte von etwa 1976 bis Mitte 2007 die Clubmaster-Packungen. English: Sailing ship depicted on a cigar pack of the Clubmaster brand of the Arnold André company from Bünde, North Rhine-Westphalia, Germany. The ship was modelled on the Hanseatic league flagship Adler von Lübeck (1567-88), without the company realizing it. The Adler von Lübeck copy decorated between ca. 1976 and the middle of 2007 the Clubmaster pack.

Segelschiff auf der Zigarrenpackung der Marke Clubmaster der Firma Arnold André aus Bünde (Nordrhein-Westfalen). Die Vorlage für das abgebildete Schiff war das Flaggschiff der Hanse Adler von Lübeck (1567-88), was dem Unternehmen aber nicht bewußt war. Die Adler-von-Lübeck-Kopie zierte von etwa 1976 bis Mitte 2007 die Clubmaster-Packungen.

  Sailing ship depicted on a cigar pack of the Clubmaster brand of the Arnold André company from Bünde, North Rhine-Westphalia, Germany. The ship was modelled on the Hanseatic league flagship Adler von Lübeck (1567-88), without the company realizing it. The Adler von Lübeck copy decorated between ca. 1976 and the middle of 2007 the Clubmaster pack.
1567

Der Zerfall des Bundes wurde durch Städte wie Hamburg weiter gefördert, weil es als Hauptumschlagplatz für englische Tuchwaren im Gegenzug englischen Kaufleuten 1567 Sonderprivilegien einräumte.

Als Hamburg den Merchant Adventurers 1567 Niederlassungsrechte einräumte, waren für England keinerlei Gründe mehr gegeben, seinerseits deutsche Kaufleute in England zum Handel zuzulassen.

1567 Sudermann bezog im alten Hansehaus Quartier, aber musste bereits Anfang Oktober 1567, auf Grund einer sich dramatisch zuspitzenden Lage, die mit öffentlicher Aufruhr verbunden war, seine Familie nach Köln zurückschicken.
1569-03-16 Am 16.03. 1569 wurde das neue Hansehaus bezogen und von der Stadt mit den vertraglich festgesetzten Privilegien ausgestattet.
  Im Mai 1569 reiste Sudermann zu seinem schwer erkrankten 78jährigen Vater nach Köln zurück und kehrte erst im Juli 1571 mit einer Kölner Gesandtschaft nach Antwerpen zurück.
1569 Das 1569 fertig gestellte neue Antwerpener Hansehaus galt als der Hoffnungsträger der Gemeinschaft, welcher allerdings nicht den rasanten Verfall der Hanse bremsen konnte, die auch aus den Glaubenskriegen in Nordeuropa resultierten.
1569 Die alliierte Flotte bewies im Juni 1569 durch ihr Eindringen in den Finnischen Meerbusen ihre vollkommene Seeüberlegenheit und unterstrichen mit dem überraschenden Angriff vom 09.07. 1569 auf Reval ihre Seehoheit in der Ostsee. Der Angriff wurde sehr erfolgreich mit der Einnahme von 40 Schiffen und der Vernichtung von weiteren 50 Seefahrzeugen abgeschlossen. Die dänisch-lübische Flotte wurde am 23.08. 1569 wieder im Sund gesichtet und führte die erbeuteten Schiffe mit reicher Ladung mit.
1570

Im November 1570 fand der als der Nordische Siebenjährige Krieg in die Geschichte eingegangene Krieg im Stettiner Frieden sein Ende.

Rückblickend betrachtet konnte der Krieg die Forderungen der Hanse und seines Verbündeten Dänemark nicht zur vollsten Zufriedenheit durchsetzen. Im Vertragswerk war festgelegt, dass Lübeck 75.000 Taler Schadenersatz erhalten sollte, von denen Lübeck allerdings nie etwas sah, Dänemark sollte 150.000 Taler erhalten. Das von Lübeck als Vertreter der Hanse geforderte Privileg nach Muster des Alten Privilegs von 1523 wurde nicht ansatzweise in dem 1571 ausgestellten neuen Privileg erfüllt. In dem neu ausgestellten Privileg war Lübecks Recht auf die Kontrolle der schwedischen Handelsbeziehungen nicht mehr aufgeführt. Die Einbindung anderer Hansestädte in das neue Privileg wurde auch nicht mehr erwähnt, was verständlicherweise Lübeck nicht so empörte – die anderen Städte hatten Lübeck ihre Unterstützung verweigert.

Auch die Hansestadt Lübeck, die als alleiniger Kriegspartner Dänemarks den Krieg für die hansische Seite bestritt, war finanziell so stark ausgeblutet, dass sie notwendigerweise auch die Waffenruhe suchte. Schweden war, bedingt durch seine geographische Lage, kurz vor einem finanziellen Kollaps und musste einen Friedensvertrag abschließen, zumal der Widerstand in der Bevölkerung immer offener wurde. Die Anhäufung der Roten Ruhr in den kriegführenden Parteien ist bezeichnend für die damalige Mangelversorgung und besiegelte die Kriegsmüdigkeite der Bevölkerungen.

1570 1570 schickt Münster an seine Städte eine Rechnung. Sie weist Ausgaben in Höhe von 4.000 Talern aus. Keine der zugewandten Städte, auch Haltern, hat seit 1549 die geforderten Abgaben überwiesen. Münster ist bereit, 3.000 Taler selbst zu tragen. 1.000 Taler sollen die kleinen Städte übernehmen. Auf das Braemquartier kommen somit Kontributionen in Höhe von 500 Talern zu. Die Hälfte der Summe wird 1571 beglichen. Die Eintreibung der zweiten Hälfte macht aber Schwierigkeiten. Erstmals drohen einige Städte mit dem Austritt. Erst nach zähen Verhandlungen zahlen die Städte des Braemquartiers die restlichen 250 Taler. Haltern muß davon übrigens nur 30 Taler aufbringen, die zweitniedrigste Summe im Stift überhaupt.
1572 Berufung Sudermanns zum Syndicus der Hanse auf Lebenszeit.

1572


Gemäldedarstellung Lübecks | Hand-colored Lithography from Frans Hogenberg / Georg Braun: Civitates Orbis Terrarum. 1572

1575 Als Reval 1575 von den Russen angegriffen wird, stehen neue Kontributionen ins Haus. Aber nach dem Motto „Was kümmert mich Reval, wenn ich dafür zahlen muß“ erklärt Bocholt seinen Austritt aus der Hanse. Auch Haltern und die anderen Städte drohen mit Austritt.
1575 Der europaweite Bildersturm hatte in den nördlichen spanischen Provinzen, zu einer breiten Abkehr vom Katholizismus geführt. Der katholische König von Spanien nahm dieses wiederum zum Anlass, seine Provinzen Flandern und die Niederlande, unter eine verschärfte militärische Besatzung zu stellen. Unterdessen war der Staatshaushalt von König Philipp II. von Spanien derart desaströs, dass am 01.09. 1575 der zweite Staatsbankrott ausgerufen werden musste und der Sold der Soldaten über eine längere Zeit nicht gezahlt wurde.
1576 Marodierende spanische Söldnerheere verheerten weite Landstriche der Niederlande und versetzten am 04.11. 1576 mit der Plünderung Antwerpens die bekannte Welt in Angst und Schrecken. Der drei Tage währenden Plünderung fielen etwa 10.000 Menschen zum Opfer, ein Drittel der Stadt (ca. 800 Häuser) wurde durch Feuer vernichtet und die Bürger konnten sich nur durch die Zahlung des ausstehenden Soldes freikaufen. Die Plünderung Antwerpens ging auch als „Spanische Furie“ in die Geschichte ein
1577 Katastrophale Missstände veranlassten den Prinzen von Oranienburg, Wilhelm I., der als königlicher Statthalter der spanischen Krone die Grafschaften Holland, Zeeland und Utrecht verwaltete, im September 1577 in Antwerpen die öffentliche Ruhe wiederherzustellen. In Anbetracht einer sich abzeichnenden Stabilisierung trat Sudermann Ende September 1577 die Rückreise nach Köln an.
1577 Erst 1577 wird dann doch der für Revals Verteidigung notwendige, aber stark gekürzte Betrag überwiesen. Haltern zahlt noch einmal 30 Taler.
1578 Während der Abwesenheit Heinrich Sudermanns soll es lt. späteren Aufzeichnungen des Syndicus, im Antwerpener Hansehaus zu massiven Verfehlungen gekommen sein. So wurde Hans Pretor, der das Amt des Altermannes bekleidete, vorgeworfen, dass er sich jahrelang widerrechtlich grosszügige Jahresgehälter ausgezahlt haben soll und fremde Handelswaren portugiesischen Ursprungs, durch das Contorsiegel zu hansischer Ware umdeklariert zu haben. Der durch Pretor verursachte Schaden soll sich auf 20.000 Gulden belaufen haben, den er in der Folgezeit schuldig blieb. Als Sudermann Gerüchte über die vorgenannten Missstände erreichten, reiste er 1578 mit einer hansischen Gesandtschaft nach Antwerpen, wo er neben den Ermittlungen auch mit großem Erfolg Verhandlungen abschloss, die eine 20jährige Befreiung von Zollabgaben in Lobith und Brabant einräumten. Eine weiterer wichtiger Erfolg war die Anerkennung eines eigenständigen Gerichtsstandes.
1579 Priveligierung der engl. Kaufleute in Elbing
1580 1580 entbrennt der Streit um die Beiträge aufs neue. Haltern erklärt in einem Schreiben vom 21. Juni 1580 erstmals seinen Austritt aus dem Hansebund. Nach zwei Monaten einigt man sich mit Münster. Haltern wird wieder Mitglied,
1581-1582 Die mangelnde Zahlungsmoral der Hanse zwang Sudermann wiederholt zur Annahme privater Mandate. Zwei durch die Stadt Köln beurkundete Verträge aus den Jahren 1581 und 1582 benennen den Syndikus als Anwalt des Dompropstes zu Köln (Graf Georg von Sayn, Dompropst von 1567 bis 1583), sowie von Ludwig I. von Sayn - Wittgenstein (1568–1607).
1581 Die diplomatischen Geschicke Sudermanns waren auch durch den für Antwerpen vorteilhaften Hansetagsbeschluss kennzeichnend, wo eine umfassende Entschuldung des Hansehauses beschlossen wurde. Die durch Sudermann schwer erstrittenen Verträge und Beschlüsse erwiesen sich allerdings nicht zu letzt durch die ständige Missachtung von der Kölner Seite, der sich die meisten Seiten anschlossen, bald als gegenstandlos. Die Hanse missachtete somit nicht nur ihre eigenen Übereinkünfte, sondern verweigerten Sudermann auch die vertraglich fixierten Zuwendungen. Dem Beschluss eines Hansetages aus dem Jahr 1581, in dem Sudermann umgehend Quartier in Antwerpen zu nehmen habe um den finanziellen Bankrott von dem Hansehaus abzuwenden, widersprach Sudermann auf energische Weise. „Keinen Fuß wolle er ohne Geld versetzen“.
1582 In Anbetracht dieser großen Gefahr beauftragte die Hanse Sudermann 1582 mit der Planung und Durchführung einer Gesandtschaft nach Polen.
1583 Die Hanse kam ihren Unterhaltsverpflichtungen nur schleppend, oder gar nicht nach, was den Syndicus wiederholt dazu veranlasste, dass er öffentlich mit der Niederlegung des Amtes drohte. Offensichtliche Misswirtschaft in den einzelnen Kontoren und insbesondere im Antwerpener Hansehaus, welches zwischenzeitig zu einem heimlichen Kontor avanciert war, setzten Sudermann schwer zu und schienen eine unendliche Geschichte zu nehmen. Wir erinnern: Hans Pretor hatte das Ostersche Haus (Hansehaus) mit zweifelhaften Praktiken an den Rand eines Ruins geführt, worauf nur durch Sudermanns beherztes und schnelles Eingreifen das Haus gerettet werden konnte. In der Folgezeit verbesserten sich Sudermanns Beziehungen zu den Vorstehern des Antwerpener Hansehaus nicht, im Gegenteil, Daniel Gleser, der Altermann des Hansehauses, soll den Syndicus öffentlich verhöhnt haben. Im August des Jahres 1583 spitzte sich die Lage des Antwerpener Hansehauses so weit zu, dass ein Gläubiger Mobilien des Osterschen Hauses zur öffentlichen Versteigerung ausrief. Gleser beschuldigte daraufhin in seiner Verzweiflung Sudermann, die Hauptschuld an dem misslichen Umstand zu tragen. Die Situation des Hauses soll so prekär gewesen sein, dass die Gefahr eines Verkaufs des Hauses nahe lag. Die finanziellen Engpässe des Hauses resultierten wiederholt aus der Aufweichung der hansischen Beschlüsse. Die festgesetzte Schosse wurde genauso verweigert wie die Beiträge zur Entschuldung des Hansehaus.
1584 1584 stand es um den Finanzhaushalt des Antwerpener Handelshauses so schlecht, dass einzelne Inventargegenstände von Gläubigern zur Zwangsversteigerung offeriert wurden. Sudermann verhandelte als Konsequenz mit den Gläubigern und Köln, das 1584 vorübergehend einlenkte.
1584 Weitere internationale politische Veränderungen schmälerten die Bedeutung der Hanse. England baute weiter seine Vormachtstellung zu See aus und gründete mit Virginia 1584 seine erste englische Kolonie in Amerika, was zu Konflikten mit Spanien führte.
1585

1585 wird Ernst von Bayern neuer Fürstbischof in Münster. Er, ein Witteisbacher und absolutistischer Fürst, war nicht bereit, die Landtagsfähigkeit und damit die Mitsprache der kleinen Städte in Landesangelegenheiten zu dulden.

Harte Auseinandersetzungen zwischen den Kleinstädten und dem Fürstbischof bestimmten die folgenden Jahre, von denen auch die Hansezugehörigkeit nicht ausgenommen wurde. Aber statt sich politisch im Hansebund enger zusammenzuschließen und sich gemeinsam zu wehren, beschränkten sich Haltern und die anderen Städte des Braemquartiers darauf, um die Höhe der Beiträge zu feilschen. Diesen hartnäckigen „Krämergeist“ bekam allerdings auch der Bischof zu spüren. Als dieser 1592, wie Halterner meinten, unberechtigterweise Vieh für rückständige Steuern pfändete, holten sich die Halterner Bürger das in der Nacht abgetriebene Vieh unter Waffenandrohung zurück.

1588 1588 vernichtete die Englische Flotte die bekannte Spanische Armada im Ärmelkanal.
1589 Ein erschreckendes Beispiel für die Entkräftung des hansischen Einflusses verdeutlichte im Jahre 1589 ein Prozessauftakt in Brabant. Der Streitfall bezog sich auf private Forderungen von Wilhelm v. Harss gegen die Stadt Köln. Harss ließ in diesem Fall Pfändungen bei diversen Kölner Kaufleuten durchführen, obwohl dieses dem 1578 erneuerten Privilegienvertrag widersprach. Heinrich Sudermanns Einspruch konnte dieses Unheil nicht abwenden.
1598-06-30 Im Londoner Stalhof waren nur noch vier Deutsche zurück geblieben. Die Engländer hatten keinerlei Veranlassung zu Entgegenkommen mehr und kaperten am 30. Juni 1589 im Hafen von Lissabon sogar grundlos 68 Handelsschiffe der Hanse.
1598 1598 beeindruckte Domann auf einem Hansetag in Lübeck als amtierender Syndicus der Stadt Stralsund die Vertreter der Hansestädte so nachhaltig, dass sein leidenschaftlicher Einsatz für die Stadt Stralsund in Rostocker Chroniken vermerkt wurde („… ein gewaltiger, gravitätischer Mann und ein vortrefflicher Orator“). Lübecks Bürgermeister Heinrich Brokes baute mit Domann einen Briefwechsel auf, der in eine Lebenslange Freundschaft mündete. Während seiner Tätigkeit als Syndicus der Hanse stellte Domann wiederholt sein Können als kritischer und geschickter Unterhändler der Städtegemeinschaft unter Beweis.
1590 Sudermanns gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich ab 1590 zusehends.
1591 Im Februar 1591 erkrankte Sudermann an einem schweren Magenleiden, das nicht recht ausheilen wollte. Nach nur sieben Monaten verstarb Doctor Heinrich Sudermann im hohen Alter von 70 Jahren am 07. September 1591 auf einer Tagfahrt in Lübecker Gewässern an einem Schwächeanfall. Seinen Wünschen entsprechend wurde der Verstorbene von den begleitenden Gesandten der Hansestadt Köln in Ochsenfelle gewickelt und als einfache Handelsware in seine Heimatstadt Köln überführt. Nach Aufzeichnungen des Kölner Chronisten Hermann Weinsberg soll der Heinrich Sudermann am 27.10. 1591 in der Familiengruft beigesetzt worden sein.
1598 Johann Domann Vertretung als städtischer Syndikus auf Lübecker Hansetag.

1598

Schließung des Londoner Kontor Stalhof durch Königin Elisabeth von England | Um seine Unabhängigkeit weiter auszubauen und gleichzeitig auch zu bekräftigen, verfügte Königin Elisabeth 1598 die Schließung des Stalhofs in London.

   

1600

1601

die Stadt Stade aus der Hanse ausgeschieden

1604 Hansetag | Der Alleingang der Lübecker bei Gesandtschaft nach Russland (1603) wird vom Hansetag gerügt.
1605 Johann Domann wurde 1605 auf Empfehlung des Lübecker Bürgermeisters Heinrich Brokes in das Amt des hansischen Syndicus bestellt. Der junge Domann durchlief einen ähnlichen Werdegang wie Heinrich Sudermann, allerdings mit dem Unterschied, dass Domanns Familie über eine bescheidene finanzielle Ausstattung verfügte. Domann hatte schon frühzeitig für positives Aufsehen gesorgt und genoss verhältnismäßig schnell den Ruf eines westfälischen Patrioten. So beantwortete er den Spottbrief des niederländischen Humanisten Justus Lipsius (* 18.10. 1547 in Overijse, † 23.03. 1606 in Löwen) in einer Form, die für allgemeine Belustigung sorgte und den niederländischen Verfasser alsbald zu einer öffentlichen Entschuldigung zwang. Johann Domanns Schrift „Pro Westphalia“ erfreute sich einer so großen Beliebtheit, dass sie schnell vergriffen war und eine zweite Auflage erfuhr.
1606-04-23 Verhandlungen Domanns über Defensivbündnis der Reichsstädte am 23.04. 1606 in Worms.
1606-05-21 Beschlussfassung einer hansischen Gesandtschaft des Syndicus Domann, mit den hansischen Bürgermeistern Heinrich Brokes (Lübeck) und Hieronymus Bogeler (Hamburg), sowie dem Ratsherren Arnold von Holten (Danzig) an das spanische Königshaus Philipp III., Hansetag in Lübeck am 21.05. 1606.
1606-11-12 Diplomatischer Zwischenbesuch König Heinrich IV. am 12.11. 1606 auf dem Weg zum spanischen Königshof.

1606

der Londoner Stalhof wieder in Besitz der Hanse genommen

1607 Ankunft Domanns zu Verhandlungen über hansische Privilegien am spanischen Königshof am 02.04. 1607.
1607 Verhandlungen Domanns über hansische Privilegien in Frankreich.
1608 – 1611 offene Diskreditierung Domanns durch hansische Feinde | Eine beständige kompromisslose Unnachgiebigkeit bei den Verhandlungen stärkten Domanns Gegner allerdings zusehends und führten in den Jahren 1608 bis 1611 zur öffentlichen Kritisierung seiner Person. Alle Stützungsversuche des kritischen Syndicus durch Brokes konnten den Weggang von Domann nicht verhindern.
1609 und 1611 1609 und 1611 zahlt Haltern nochmals Beiträge. Im selben Jahr tritt die Stadt ein zweites Mal aus dem Hansebund aus.
1611 Wechsel Domanns in das Amt des Syndicus der Stadt Rostock | 1611 gab der Syndikus auf einem Hansetag in Lübeck öffentlich sein Überwechseln zu einem neuen Dienstherren bekannt, der Hansestadt Rostock. Die prekäre Lage der Hanse veranlasste die Städtegemeinschaft nach nur einem Jahr dem unermüdlichen Reformer das Amt wieder zu übertragen.
1612 Erneute Übertragung der Stellung des Syndicus der Hanse an Domann, bei Beibehalt der Stellung als Syndicus der Stadt Rostock.
1615 Doman ist hansischer Unterhändler zwischen Braunschweig und des Braunschweiger
Landesherren.

1616

die Allianz mit Vereinigten Provinzen von Niederlanden gegen Dänemark | 1616 Erfolgreicher Abschluss eines Bündnisvertrages der Hanse mit den Niederlanden.

1616 und 1619 Allerdings können noch für 1616 und 1619 Beitragszahlungen der Stadt Haltern nachgewiesen werden.
1618 Domanns Niederlegung des Amtes als Syndicus von Rostock.
1618 Auszahlung rückständiger Unterhaltsgelder an Domann (2.000 Reichstaler rückständiger Unterhalt, 1.000 Reichstaler Jahresbesoldung, sowie 100 Reichstaler für ein neu erworbenes Gebäude, das Domann in Lübeck 1618 gekauft hatte).
1618-09-20 Johann Domann verstarb am 20.09. 1618 als letzter hauptamtlicher Syndicus der Hanse im Alter von 54 Jahren während intensiver Verhandlungen in Den Haag und wurde in Den Haag bestattet.
1619 Am 30. Oktober 1619 bittet Münster nochmals um Zahlung fähiger Kontributionen. Dieses Mahnschreiben ist das letzte Zeugnis hansischer Zugehörigkeit Halterns.

1628

17th CenturyHansetag | Lübeck | nur 11 Städte erschienen | Lübeck, Bremen und Hamburg werden gemeinsam Sachwalter der Hanse.

1629

Lübeck, Hamburg und Bremen mit der permanenten Geschäftsführung beauftragt durch die Hansestädte

1630

beschränkte Bündnis der drei Städte: Lübeck, Hamburg und Bremen

1630 Hansetag | Lübeck
1631 Eroberung und Zerstörung Magdeburgs durch Tilly
1645 Gotland endgültig an Schweden | nach heftigen Kämpfen müssen die Dänen Gotland an Schweden abtreten
1647 Coesfeld |
1649
1649

Domus Hansae Teutionicae in Urbe Antverpiensi  |

The House of the Hanseatic League in the city of Antwerpen

Das Haus der Hanse in der Stadt Antwerpen

1651

Hansetag | Lübeck | die Konvokation (Aufforderung) zum Hansetag, aber durch Hansestädte ignoriert

1662

nächste aufrichtige Konvokation zum Hansetag

1668

ungeheuchelte Hansetag, nur 5 Städte erschienen, daher die Hansetag zum nächsten Jahr vorgesetzt

1669

die letzte Konvokation (Vorladung) zum Hansetag, jeder Stadt, die seine Bote nicht zuschickt, wird von der Hanse ausgeschloßen werden

1669-05-29

Hansetag | Lübeck | nur 9 Städte haben seine Bote gesandt: Lübeck; Bremen; Hamburg; Danzig; Rostock; Braunschweig; Hildesheim; Osnabrück; Köln; die Verhandlungen der erschienenen Städte führten zu nichts

1684

Kaiser Leopolds Aufforderung der Lübeck die Hansetag zu organisieren, zum Hauptzwecke Geldhilfe für den Krieges gegen Türkei zu sammeln

1698

16th CenturyVerkauf des hanseatischen Hauses | Verkauf des hanseatischen Hauses in Brügge auf dem Osterlingeplatz

   

1700

um 1700 The House of the Hanseatic League in the city of Antwerpen |
   

1800

1842 Bekannt geworden ist Domann durch sein Werk „Pro Westphalia“ und dem „Lied von der deutschen Hanse“, wobei das „Lied der deutschen Hanse“ über einen längeren Zeitraum verfasst wurde. Der originalgetreue Text ist nicht erhalten geblieben, vielmehr wurde er im laufe der Jahrhunderte häufig in Teilbereichen der lebenden Sprach angepasst und bedauerlicherweise somit auch verfälscht. Ein verheerender Brand im Jahre 1842 vernichtete im „Senatsarchiv des Hamburger Senats“ ein Exemplar, das als das älteste erhaltene Exemplar galt unwiderruflich.

1853

3 Städte: Lübeck, Hamburg und Bremen - als die rechtliche Nachfolgern der Hanse - verkaufen Stalhof an die Stadt London für 72 000 £ Bahnhof Cannon Street war an diese Stelle erbaut

1862

3 Hansesädte verkaufen das hansischen Haus in Antwerpen sogenannte Oestersch Huis an die belgische Staat für 1 Million Franken

1871 Gründung des Hanseatischen Geschichtsverein | Der Hansische Geschichtsverein kann auf eine mehr als 100jährige Geschichte zurückblicken und verfügt heute vor allem im wissenschaftlichen Bereich über ein großes Renommee. Erster Vorsitzender des Vereins war von 1871-1879 der Lübecker Lehrer und Historiker Wilhelm Mantels, der als Lehrer am Katharineum auch die Stadtbibliothek leitete.
   

1900

1919

im Verfassungsprojekt für die Danzig die neue Stadtstaat ist als Freie und Hanseatische Stadt Danzig genannt, aber das Adjektiv hanseatische ist infolge des veto des Hochkomissars der Liga von Nationen beseitigt

   


   
 

THE NEW HANSEATIC LEAGUE

1980

 

Neugründung der Hanse | Die Neugründung der Hanse verdanken wir der niederländischen Stadt Zwolle, welche im Jahre 1980 anlässlich ihrer 750-Jahr-Feier zu einem Hansetag einlud. Damit wollte sie an die alte Tradition der Hanse anknüpfen, der Zwolle angehört hatte. Der Anlass: Bei der Vorbereitung des Jubiläums war im Stadtarchiv eine Urkunde entdeckt worden, in der Zwolle als erste Stadt des Hansebundes die Stadt Lübeck als "Haupt der Hanse" anerkannt hatte. Die Idee, die Hansetage wieder aufleben zu lassen, war geboren.

1981-02-19 Bildung einer Hansekommission | Vertreter von elf Städten fanden sich in Zwolle zur Bildung einer Hansekommission nach altem Vorbild zusammen. Sie sollte die Wiedereinführung der historischen Hansetage vorbereiten. Den Beschluss zur Veranstaltung der Hansetage der Neuzeit fasste die Kommission auf einer Sitzung am 19. Februar 1981 im Lübecker Rathaus. Dabei wurde festgelegt, dass entsprechend der Tradition auch bei den Hansetagen der Neuzeit der Lübecker Bürgermeister regelmäßig den Vorsitz der Hansesitzungen führen sollte. Zu den Hansetagen der Neuzeit sollten alle ehemaligen Hansestädte eingeladen werden. Wie die alte ist auch die neue Hanse eine aus unabhängigen Städten bestehende Organisation. Ihr offizielles Symbol ist eine stilisierte Kogge mit weiß rotem Segel
1980 1. internationaler Hansetag in Zwolle (Niederlande) Widerbelebt wurde die Hanse nicht zuletzt durch den ersten Hansetag der Neuzeit, welcher mit Vertretern aus 43 „alten“ Hansestädten 1980 in Zwolle (NL) statt fand
1982-09-04 2. internationaler Hansetag in Dortmund (Deutschland) „1100 Jahre Dortmund – Dortmund und die Hanse“ | 56 Städte vertreten
1983-09-09 3. internationaler Hansetag in Lübeck (Deutschland) „Historische Altstadt“ | 68 Städte aus 9 Ländern vertreten
1983 Die Gründungsurkunde des westfälischen Hansebund wird 1983 unterzeichnet.
1984 4. internationaler Hansetag in Neuss (Deutschland) „Wirtschaftliche Entwicklung der Städte“
1985 5. internationaler Hansetag in Braunschweig (Deutschland) „Kultur, Wissenschaft, Technologie“
1986 6. internationaler Hansetag in Duisburg (Deutschland) „Städtepartnerschaften“
1987 7. internationaler Hansetag in Kalmar (Schweden) „Umwelt“ | Die schwedische Stadt Kalmar stiftete zu ihrem Hansetag einen Umweltpreis, der jährlich auf den Hansetagen verliehen wird.
1988 8. internationaler Hansetag in Köln (Deutschland) „Tourismus“
1989 9. internationaler Hansetag in Hamburg (Deutschland) „Europäischer Binnenmarkt“
1990 10. internationaler Hansetag in Deventer und Zutphen (Niederlande) „Kommunikation zwischen Unternehmen und Städten“
1991 11. internationaler Hansetag in Wesel (Deutschland) „Hanse – Band ohne Grenzen“
1992 12. internationaler Hansetag in Tallinn (Estland) „Renaissance des Hansehandels“ | Auf dem Hansetag in Tallin wurde vereinbart, dass in Zukunft die Unterstützung der Hansestädte Osteuropas im Mittelpunkt stehen solle.
1993 13. internationaler Hansetag in Münster (Deutschland) „Städte und Aufbau Europas“ | Für den Hansetag in Münster wurde erstmals ein Fond gebildet, aus dem die Teilnahme devisenschwacher Städte Osteuropas an den "Hansetagen der Neuzeit" unterstützt wird.
1994

14. internationaler Hansetag in Stade (Deutschland) „Stadtluft macht frei“

1995 15. internationaler Hansetag in Soest (Deutschland) „Hanse der Neuzeit: Grundlage für Verständigung, Wohlstand und Frieden“
1996 16. internationaler Hansetag in Bergen (Norwegen) „Die See verbindet uns“
1997 17. internationaler Hansetag in Danzig (Polen) „Hanse investiert in den Hansestädten“
1998 18. internationaler Hansetag in Visby (Schweden) „Mit der Hanse in die Zukunft“ | 106 Hansestädte beschließen die "Deklaration von Visby".
 

Gründung der "Youth Hansa"  auf dem Hansetag in Visby | Die Youth Hansa ist inzwischen ein wichtiges Organ der “Hanse der Neuzeit" geworden. Ziel der Youth Hansa ist es, die Bedingungen für ein besseres Einvernehmen von zukünftigen Bürgern (der Jugend) in Europa schaffen. Jede teilnehmende Hansestadt sendet, wenn möglich, zwei Jugenddelegierte zu den jährlich statt findenden Hansetagen. Diese tauschen dort Erfahrungen über alle Themen, die für Jugendliche interessant sein könnten, untereinander aus. Sie versuchen Projekte zu erschaffen, welche andere Hansestädte wiederum in ihren Zielen unterstützen sollen. Sie unterstützen Jugendtagungen und Schulpartnerschaften.

1999 19. internationaler Hansetag in Oldenzaal (Niederlande) „An der Schwelle eines neuen Jahrhunderts“
   

2000

2000 20. internationaler Hansetag in Zwolle (Niederlande) „Brücken bauen für die Zukunft – Internationaler Wissens- und Kulturaustausch“ | Seit dem Hansetag in Zwolle hat die Hanse eine Satzung, zu deren Einhaltung sich alle Mitgliedsstädte per Unterschrift verpflichtet haben. Die Satzung regelt die Organisation, die Ziele und Projekte der Hanse.
2001-06-07 21. internationaler Hansetag in Riga (Lettland) „Lebendige Geschichte – lebendiger Geist“ | 07. bis 10. Juni 2001
2002 22. internationaler Hansetag in Brügge (Belgien) „Ein Privileg für alle“
2003 23. internationaler Hansetag in Frankfurt (Oder) (Deutschland) und Słubice (Polen) „Miteinander nach Europa“
2004 24. internationaler Hansetag in Turku (Finnland) „Vitalität durch Zusammenarbeit“
2005 25. internationaler Hansetag in Tartu (Estland) „Großes Mittelalterfest“
2006 26. internationaler Hansetag in Osnabrück Deutschland | Jubiläumsfeier “650 Jahre Städtehanse”
2007 27. internationaler Hansetag in Lippstadt Deutschland
2008 28. internationaler Hansetag in Salzwedel Deutschland
2009 29. internationaler Hansetag in Nowgorod Russland
2010 30. internationaler Hansetag in Pärnu Estland
Der Westfälische Hansetag in Fürstenau fand am 02. und 03. Oktober 2010 statt.
2011 31. internationaler Hansetag in Kaunas Litauen
Westfälischer Hansetag in Olpe
2012 32. internationaler Hansetag in Lüneburg Deutschland
Westfälischer Hansetag in Lemgo
2013 33. internationaler Hansetag in Herford Deutschland | Mittelalter trifft Moderne
2014 34. internationaler Hansetag in Lübeck Deutschland
2015 35. internationaler Hansetag in Viljandi Estland
2016 36. internationaler Hansetag in Bergen Norwegen
2017 37. internationaler Hansetag in Goslar Deutschland
2018 38. internationaler Hansetag in Rostock Deutschland
2019 39. internationaler Hansetag in Lünen Deutschland
2020 40. internationaler Hansetag in Brilon Deutschland
2021 41. internationaler Hansetag in Riga Lettland
2022 42. internationaler Hansetag in Neuss Deutschland
2023 43. internationaler Hansetag in Torun Polen
2024 44. internationaler Hansetag in Gdansk Polen
2025 45. internationaler Hansetag in Visby Schweden
2026 46. internationaler Hansetag in Stargard Szecinski Polen
2027 47. internationaler Hansetag in Braunschweig Deutschland
2028 48. internationaler Hansetag in Stralsund Deutschland
2029 49. internationaler Hansetag in Wismar Deutschland
2030 50. internationaler Hansetag in Zwolle Niederlande

 

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